Die Heizkosten sind für viele Haushalte eine erhebliche Belastung. Eine effektive Möglichkeit, den Verbrauch zu senken und gleichzeitig den Wohnkomfort zu erhalten, liegt im richtigen Einsatz von Heizkörper-Thermostaten. Diese kleinen Regler spielen eine entscheidende Rolle dabei, wie viel Energie wir täglich verbrauchen und wie hoch unsere monatliche Rechnung ausfällt.
Wichtige Erkenntnisse
- Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart etwa 6 % Heizenergie.
- Programmierbare Thermostate ermöglichen eine automatisierte Temperaturregelung und erhöhen den Komfort.
- Der Austausch eines Thermostats ist oft einfach selbst durchführbar und kann Kosten sparen.
- Eine Mindesttemperatur von 16 Grad Celsius beugt Schimmelbildung vor.
Wie Thermostate die Wärme im Raum regeln
Ein Thermostatventil am Heizkörper ist ein cleveres System, das aus einem Ventil und dem eigentlichen Thermostat besteht. Seine Hauptaufgabe ist es, die Öffnung des Ventils basierend auf der aktuellen Raumtemperatur zu steuern. Das Ventil wiederum reguliert die Menge des heißen Wassers, das in den Heizkörper strömt.
Im Inneren des Thermostats befindet sich oft ein spezielles Gas oder eine Flüssigkeit. Wenn die Raumtemperatur steigt, dehnt sich dieses Medium aus. Es drückt auf einen kleinen Stift im Ventil, wodurch die Öffnung verkleinert wird. Weniger heißes Wasser fließt in den Heizkörper, und die Heizleistung sinkt. Kühlt der Raum ab, zieht sich das Medium zusammen, der Druck auf den Stift nimmt ab, und das Ventil öffnet sich weiter. Mehr heißes Wasser strömt ein, und der Heizkörper wird wärmer.
Die Bedeutung der Thermostatstufen
Die meisten Standard-Thermostate sind mit einer Skala von 1 bis 5 versehen. Diese Zahlen stehen für bestimmte Temperaturbereiche, die als Orientierung dienen:
- Stufe 1: Etwa 12 Grad Celsius
- Stufe 2: Etwa 16 Grad Celsius
- Stufe 3: Etwa 20 Grad Celsius
- Stufe 4: Etwa 24 Grad Celsius
- Stufe 5: Etwa 28 Grad Celsius
Jeder kleine Strich zwischen den Hauptstufen symbolisiert dabei ungefähr ein Grad Celsius. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Werte Richtwerte sind. Die genaue Temperatur kann je nach Modell und Raumgegebenheiten leicht variieren. Manche Thermostate haben auch eine kleinere Skala, zum Beispiel von 16 bis 24 Grad.
Faktencheck
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass das Einstellen des Thermostats auf Stufe 5 den Raum schneller aufheizt. Dies ist falsch. Der Heizkörper heizt mit voller Leistung, bis die eingestellte Temperatur erreicht ist. Eine höhere Stufe führt nur dazu, dass länger geheizt wird, nicht schneller.
Manuelle vs. Programmierbare Thermostate
Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Haupttypen von Thermostaten: manuelle Standard-Thermostate und programmierbare Modelle.
Manuelle Standard-Thermostate
Bei manuellen Thermostaten stellen Sie die gewünschte Raumtemperatur an jedem Heizkörper einzeln per Hand ein. Dies erfordert regelmäßiges Anpassen, um Energie zu sparen. Viele Menschen vergessen jedoch, die Heizung herunterzudrehen, wenn sie das Haus verlassen oder schlafen gehen.
Programmierbare Thermostate
Programmierbare Thermostate bieten hier einen deutlichen Vorteil. Sie messen die Raumtemperatur und steuern das Heizkörperventil automatisch. Das bedeutet, Sie müssen nicht mehr ständig selbst drehen. Sie können exakte Temperaturen einstellen und Zeitpläne festlegen, zu denen geheizt werden soll – zum Beispiel morgens vor der Arbeit und abends. Dies spart nicht nur Energie, sondern erhöht auch den Komfort erheblich. Eine manuelle Anpassung ist bei Bedarf aber weiterhin möglich.
Hintergrundwissen: Energieeinsparung
Studien zeigen, dass eine Reduzierung der Raumtemperatur um nur ein Grad Celsius zu einer Energieeinsparung von rund 6 Prozent führen kann. Dies summiert sich über eine Heizperiode zu erheblichen Beträgen.
Thermostat richtig einstellen und wechseln
Die korrekte Einstellung Ihrer Thermostate ist entscheidend für effizientes Heizen. Stellen Sie das Thermostat immer auf die gewünschte Raumtemperatur ein. Wenn mehrere Heizkörper in einem Raum sind, sollten alle Thermostate auf die gleiche Stufe eingestellt werden. Das verhindert, dass ein Thermostat unnötig gegen die anderen anheizt und die Wärme optimal verteilt wird.
Nachts und beim Verlassen der Wohnung sollten Sie die Thermostate um eine halbe bis ganze Stufe herunterdrehen. Dies spart Energie, ohne dass die Wohnung zu stark auskühlt. Beim Lüften ist es ratsam, das Ventil komplett zu schließen. So arbeitet die Heizung nicht gegen die kühle Zugluft an.
Achten Sie darauf, dass Heizkörper nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt werden. Dies würde die Wärmeausbreitung behindern und das Thermostat dazu veranlassen, die Heizleistung zu früh zu reduzieren, da sich die Wärme hinter der Abdeckung staut.
Thermostat selbst wechseln: Eine einfache Anleitung
Der Wechsel eines Thermostats ist oft einfacher als gedacht und kann selbst in einer Mietwohnung durchgeführt werden, solange die alten Thermostate für den Auszug aufbewahrt werden. Es tritt kein Wasser aus, da sich das Thermostat außerhalb des Rohrsystems befindet.
Je nach Befestigungsart benötigen Sie eine Wasserpumpenzange oder einen Schraubendreher. Schutzhandschuhe sind ratsam, falls die Heizung in Betrieb ist und das Ventil heiß ist.
Wechsel mit Überwurfmutter
- Drehen Sie das alte Thermostat auf Stufe 5.
- Lösen Sie die Überwurfmutter mit einer Wasserpumpenzange gegen den Uhrzeigersinn und drehen Sie den Rest per Hand.
- Ziehen Sie das Thermostat ab.
- Stellen Sie ein neues Standard-Thermostat auf Stufe 5 oder ein programmierbares Thermostat auf den Installationsmodus.
- Setzen Sie das neue Thermostat auf das Ventil und ziehen Sie die Mutter per Hand fest, dann leicht mit der Zange nachziehen.
Wechsel mit Rohrschelle
- Drehen Sie das alte Thermostat auf Stufe 5.
- Lösen Sie die Schraube an der Schelle mit einem Schraubendreher.
- Ziehen Sie das Thermostat mit leichten Kippbewegungen ab.
- Stellen Sie ein neues Standard-Thermostat auf Stufe 5 oder ein programmierbares Thermostat auf den Installationsmodus.
- Setzen Sie das neue Thermostat auf das Ventil und ziehen Sie die Schraube der Schelle wieder fest.
Wechsel mit Bajonettverschluss
- Drehen Sie das alte Thermostat auf Stufe 5.
- Halten Sie den vorderen Teil fest und drehen Sie den hinteren Ring gegen den Uhrzeigersinn, bis sich der Verschluss löst und Sie das Thermostat abziehen können.
- Stellen Sie ein neues Standard-Thermostat auf Stufe 5 oder ein programmierbares Thermostat auf den Installationsmodus. Achten Sie darauf, dass die Laschen des Bajonettverschlusses eingefahren sind.
- Setzen Sie das neue Thermostat auf das Ventil, bis ein Klicken zu hören ist und der Verschluss einrastet.
„Ein kleines Detail wie das Thermostat kann einen großen Unterschied bei den Heizkosten machen. Wer hier optimiert, spart bares Geld und schont gleichzeitig die Umwelt.“
Programmierbare Thermostate: Lohnt sich die Investition?
Die Frage, ob sich programmierbare Thermostate lohnen, hängt stark vom individuellen Heizverhalten ab. Wer bisher bereits diszipliniert die Heizung heruntergedreht hat, profitiert vor allem von erhöhtem Komfort. Für alle anderen bedeuten sie eine spürbare finanzielle Einsparung.
In schlecht gedämmten Gebäuden, wo die Wärmeverluste hoch sind, ist eine Absenkung der Temperatur besonders effektiv. Hier können programmierbare Thermostate ihre Stärken voll ausspielen. In sehr gut gedämmten Häusern, die ohnehin weniger auskühlen, sind die Einspareffekte relativ geringer.
Stromversorgung und Kosten
Die meisten programmierbaren Thermostate werden mit Batterien betrieben, die etwa alle ein bis zwei Jahre gewechselt werden müssen. Es gibt jedoch auch Modelle, die ihre Energie aus der Umgebungswärme oder dem Umgebungslicht gewinnen und somit batterielos funktionieren.
Die Preisspanne ist groß: Einfache programmierbare Modelle beginnen bei etwa 10 Euro, während solche mit mehr Funktionen oder Smart-Home-Integration 35 Euro und mehr kosten können. Ein zusätzlicher Fensterkontakt, der das automatische Abschalten beim Lüften ermöglicht, kostet ab 25 Euro.
Wissenswertes zu Fensterkontakten
Thermostate mit integriertem Fensterkontakt regeln die Heizung automatisch für eine bestimmte Zeit herunter, wenn ein schneller Temperaturabfall registriert wird. Noch flexibler sind Thermostate, die mit einem separaten Fensterkontakt kombiniert werden. Diese erkennen präzise, wann ein Fenster geöffnet oder geschlossen wird, und passen die Heizung entsprechend an.
Was tun bei defektem Thermostatventil?
Wenn das Thermostat schwergängig ist, der Heizkörper nicht warm wird oder nach dem Abdrehen nicht kalt, kann das Problem am Ventil liegen. Verkalkung kann dazu führen, dass der Ventilstift klemmt. Oft hilft es, das Thermostat abzumontieren und den Stift vorsichtig mit einem festen Gegenstand hineinzudrücken. Funktioniert der Heizkörper danach immer noch nicht richtig, sollte ein Fachbetrieb hinzugezogen werden.
Sollte an Ihrer Heizung noch ein altes Handventil ohne Skala verbaut sein, sind Vermieter gesetzlich verpflichtet, dieses durch ein modernes Thermostatventil zu ersetzen. Dieser Austausch muss jedoch durch einen Fachbetrieb erfolgen.





