Großbritannien hat in den jüngsten Kapazitätsauktionen für die Lieferjahre 2026/2027 (T-1) und 2029/2030 (T-4) insgesamt 1,8 Gigawatt (GW) an Batteriespeicherprojekten verpflichtet. Diese Auktionen, durchgeführt vom National Energy System Operator (NESO), sind entscheidend für die Sicherstellung der Stromversorgung des Landes während Spitzenlastzeiten und zur Vermeidung von Engpässen im Netz.
Wichtige Erkenntnisse
- 1,8 GW Batteriespeicherkapazität in den jüngsten Auktionen gesichert.
- T-1-Auktion (2026/27) vergab 576 MW an Batteriespeicher, Clearing-Preis sank deutlich.
- T-4-Auktion (2029/30) vergab 1.224 MW an Batteriespeicher, Preis ebenfalls stark reduziert.
- Gas- und Kernkraftwerke dominieren weiterhin, Speichertechnologien gewinnen an Bedeutung.
- Wichtige Betreiber wie Amp Clean Energy, EDF und Gresham House sichern sich Verträge.
Kapazitätsmechanismus: Ein Überblick
Der Kapazitätsmechanismus (CM) ist ein zentrales Instrument der britischen Energiepolitik. Er soll sicherstellen, dass genügend Stromerzeugungskapazität zur Verfügung steht, um die Nachfrage jederzeit decken zu können. Betreiber erhalten Zahlungen für die Bereitstellung ihrer Kapazitäten, insbesondere während prognostizierter Engpässe. Das NESO modelliert diese potenziellen Engpässe, um die benötigte Kapazität zu bestimmen.
Es gibt zwei Haupttypen von Auktionen: die T-1-Auktion für das kommende Lieferjahr und die T-4-Auktion für das Lieferjahr in vier Jahren. Diese langfristige Planung gibt Investoren und Betreibern Planungssicherheit und fördert den Ausbau notwendiger Infrastruktur.
Faktencheck: De-Rating-Faktor
Jede Technologie im Kapazitätsmechanismus unterliegt einem 'De-Rating'-Faktor. Dieser Faktor spiegelt die Zuverlässigkeit einer Technologie wider und begrenzt den Anteil der Nennleistung, der in der Auktion angeboten werden kann. Gasturbinen und Kernkraftwerke haben in der Regel die höchsten Faktoren, während Batteriespeicher niedrigere und Wind- und Solaranlagen die niedrigsten Faktoren aufweisen.
Ergebnisse der T-1-Auktion (Lieferjahr 2026/2027)
Die T-1-Auktion für das Lieferjahr 2026/2027 hat kürzlich stattgefunden. Hierbei wurden insgesamt 80 Prozent der Kapazitätsverpflichtungen von Gas- und Kernkraftwerken übernommen. Batteriespeichersysteme (BESS) konnten sich Verträge für 576 Megawatt (MW) sichern, was einem Anteil von 8,02 Prozent an der gesamten vergebenen Kapazität entspricht. Wind- und Solaranlagen erhielten ebenfalls geringe Mengen an Verpflichtungen, da ihre Rolle im Kapazitätsmechanismus aufgrund ihrer Wetterabhängigkeit traditionell kleiner ist.
Der Clearing-Preis in dieser Auktion lag bei 5 £/kW/Jahr (umgerechnet etwa 6,63 US$/kW/Jahr). Dies stellt einen deutlichen Rückgang von drei Vierteln im Vergleich zum Vorjahr dar, was auf einen zunehmend wettbewerbsintensiven Markt hindeutet.
„Die Reduzierung des Clearing-Preises in der T-1-Auktion zeigt, dass der Wettbewerb im Kapazitätsmechanismus zunimmt, was letztlich den Verbrauchern zugutekommt.“
Wichtige Akteure in der T-1-Auktion
Eine Reihe namhafter Betreiber und Eigentümer haben in der T-1-Auktion Verträge für ihre Batteriespeicherprojekte erhalten. Dazu gehören unter anderem Amp Clean Energy, EDF, Engie, Greencoat, Gresham House, Harmony Energy, Low Carbon, Pulse Clean Energy und RWE. Diese Unternehmen spielen eine Schlüsselrolle beim Ausbau der britischen Energiespeicherlandschaft.
Hintergrund: Batteriespeicher in Großbritannien
Batteriespeicher sind entscheidend für die Integration erneuerbarer Energien wie Wind- und Solarkraft. Sie können überschüssigen Strom speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen, wodurch die Netzstabilität erhöht und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert wird. Die britische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien massiv zu erhöhen, und Batteriespeicher sind ein Eckpfeiler dieser Strategie.
Ergebnisse der T-4-Auktion (Lieferjahr 2029/2030)
Die T-4-Auktion, die auf das Lieferjahr 2029/2030 abzielt, wurde vor Kurzem abgeschlossen. Hierbei wurden Verpflichtungen für insgesamt 40.108,608 MW vergeben, was das Ziel von 39.400 MW übertraf. Batteriespeichersysteme sicherten sich in dieser Auktion 1.224 MW an Kapazität, was 3,05 Prozent der Gesamtmenge ausmacht. Pumpspeicherkraftwerke erhielten 1.352 MW, was einem Anteil von 3,37 Prozent entspricht.
Der Clearing-Preis in der T-4-Auktion betrug 27,10 £/kW/Jahr. Dies ist ein Rückgang von über 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als der Preis noch bei 60 £/kW/Jahr lag. Diese Preisentwicklung zeigt einen klaren Trend zu günstigeren Kapazitäten.
Technologiemix in der T-4-Auktion
- Gasprojekte: 58,5 % der vergebenen Kapazität
- Interkonnektoren: 19,5 % der vergebenen Kapazität
- Batteriespeicher: 3,05 % der vergebenen Kapazität
- Pumpspeicher: 3,37 % der vergebenen Kapazität
Der hohe Anteil von Gasprojekten unterstreicht deren fortgesetzte Bedeutung für die grundlegende Netzstabilität, während Interkonnektoren die Verbindung zu europäischen Strommärkten sichern und Flexibilität bieten.
Bedeutende Gewinner in der T-4-Auktion
Auch in der T-4-Auktion waren zahlreiche Unternehmen erfolgreich. Zu den wichtigsten Betreibern, die Verträge für ihre Batteriespeicherprojekte erhielten, zählen Grenergy, Gresham House, Amp Clean Energy, Eku Energy, European Energy und Harmony Energy. Diese Investitionen in langfristige Speicherlösungen sind ein Zeichen für das Vertrauen in die Rolle von Batterien für die zukünftige Energieversorgung.
Ausblick und Bedeutung für die Energiewende
Die Ergebnisse beider Auktionen unterstreichen die fortschreitende Integration von Batteriespeichern in das britische Energiesystem. Obwohl Gas- und Kernkraftwerke weiterhin eine dominierende Rolle spielen, gewinnen flexible Speichertechnologien stetig an Boden. Der Rückgang der Clearing-Preise in beiden Auktionen deutet auf einen wachsenden Wettbewerb und verbesserte Wirtschaftlichkeit dieser Projekte hin.
Der Kapazitätsmechanismus ist in der Regel nur ein kleiner Teil der Einnahmestruktur eines Batterieprojekts, aber er bietet eine wichtige Basis für die Finanzierung und die langfristige Rentabilität. Die gesicherte Kapazität von insgesamt 1,8 GW an Batteriespeichern ist ein wichtiger Schritt für die Stabilität und Nachhaltigkeit der britischen Energieversorgung.





