Die Europäische Kommission hat ein umfassendes Programm in Höhe von 9 Milliarden Euro genehmigt, um die Energiekapazität Spaniens in den nächsten zehn Jahren zu stärken. Dieses Programm, das ab Mai 2026 jährlich 900 Millionen Euro bereitstellt, zielt darauf ab, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Entwicklung flexibler Energiedienste zu fördern. Es steht sowohl neuen als auch bestehenden Projekten offen, darunter auch Energiespeicherlösungen.
Wichtige Punkte
- 9 Milliarden Euro für Spaniens Energiekapazität über zehn Jahre.
- Programm startet im Mai 2026 mit 900 Millionen Euro jährlich.
- Offen für Stromerzeugung, Nachfragesteuerung und Energiespeicher.
- Auswahl der Projekte erfolgt über transparente Ausschreibungen.
- Unterstützt Spaniens nationales Flexibilitätsziel.
Spanien sichert Energieversorgung
Spanien unternimmt einen großen Schritt, um seine Energieversorgung für die Zukunft zu sichern. Das von der Europäischen Kommission genehmigte Programm ist vergleichbar mit einem Kapazitätsmarkt und soll sicherstellen, dass das Land jederzeit über ausreichend Strom verfügt. Dies ist entscheidend, um die erwartete Nachfrage zu decken und die Stabilität des Netzes zu gewährleisten.
Der spanische Übertragungsnetzbetreiber Red Eléctrica wird im Rahmen dieses Mechanismus die notwendige Kapazität vergüten. Ziel ist es, die maximal akzeptablen Stunden des Lastabwurfs pro Jahr zu erreichen, die das System erfüllen muss, um eine angemessene Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dies ist ein wichtiger Standard, um Ausfälle zu vermeiden und eine zuverlässige Stromversorgung zu garantieren.
Faktencheck
- Das Programm beläuft sich auf insgesamt 9 Milliarden Euro.
- Es läuft über zehn Jahre, beginnend im Mai 2026.
- Jährlich werden 900 Millionen Euro investiert.
Breites Spektrum an förderfähigen Projekten
Das neue Programm ist nicht auf eine einzige Technologie beschränkt. Es ist offen für eine Vielzahl von Projekten in Spanien, die in Zeiten der Knappheit Energie liefern können. Dazu gehören traditionelle Stromerzeugung, aber auch innovative Lösungen wie die Nachfragesteuerung (Demand-Response) und Energiespeicher.
Besonders interessant ist die Einbeziehung von Energiespeichersystemen. Diese Technologien spielen eine immer größere Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien und der Stabilisierung des Netzes. Die Auswahl der Projekte erfolgt über transparente und nicht-diskriminierende Ausschreibungsverfahren, was fairen Wettbewerb gewährleisten soll.
„Die Förderung von Energiespeichern und Nachfragesteuerung ist entscheidend für eine zukunftssichere und flexible Energieversorgung. Dies ist ein Schritt in die richtige Richtung für Spanien.“
Fokus auf Flexibilität und Nachhaltigkeit
Neben der reinen Kapazitätssicherung unterstützt der Mechanismus auch die Entwicklung von Flexibilitätsdiensten. Dies ist von großer Bedeutung, da Spanien unter seinem Nationalen Energie- und Klimaplan (ENCP) nationale Flexibilitätsziele festgelegt hat. Flexibilität im Stromnetz ermöglicht es, Schwankungen bei der Erzeugung erneuerbarer Energien auszugleichen und das System effizienter zu gestalten.
Organisationen wie Beyond Fossil Fuels betonen, dass die Ausschreibungen gezielt Batteriegroßspeicher (BESS) und die Nachfragesteuerung fördern sollten. Sie warnen davor, Verträge an Gaskraftwerke zu vergeben, da dies einen kostspieligen Rückschritt bedeuten würde. Die Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, Belgien, Polen und Italien zeigen, dass BESS und Nachfragesteuerung in solchen Ausschreibungen sehr erfolgreich sein können.
Hintergrund: Kapazitätsmärkte
Kapazitätsmärkte sind ein gängiges Instrument für Netzbetreiber, um in Zeiten prognostizierter Engpässe genügend Kapazität sicherzustellen. Sie vergüten die Bereitstellung von Kapazität, unabhängig davon, ob diese tatsächlich genutzt wird. Dies schafft Anreize für Investitionen in neue Kraftwerke oder flexible Technologien.
Auch Deutschland plant die Einführung eines Kapazitätsmechanismus, um seine Energieversorgung zu optimieren und den Übergang zu erneuerbaren Energien zu unterstützen.
Erste Erfolge und zukünftige Erweiterung
Spaniens Großspeichermarkt erhielt bereits durch die PERTE-Ausschreibung einen ersten Impuls. Diese Ausschreibung stellte Investitionszuschüsse für Energiespeicher zur Verfügung, die gemeinsam mit anderen Anlagen betrieben werden. Einige dieser Projekte, darunter vier von Iberdrola, gehen bereits in Betrieb.
Unsubventionierte Projekte sichern ihre Finanzierung oft durch langfristige Verträge, wie jüngste Beispiele der unabhängigen Stromerzeuger Grenergy und Zelestra zeigen. Die Europäische Kommission plant zudem, das Programm zu einem späteren Zeitpunkt auch für miteinander verbundene Mitgliedstaaten zu öffnen. Dies könnte die regionale Energiesicherheit weiter stärken und die Zusammenarbeit innerhalb der EU fördern.
Die Entscheidung der Europäischen Kommission unterstreicht die Bedeutung einer robusten und flexiblen Energieinfrastruktur für die gesamte Europäische Union. Spaniens Initiative könnte ein Modell für andere Länder werden, die ähnlichen Herausforderungen gegenüberstehen.





