Ampyr Australia hat einen wichtigen 15-Jahres-Vertrag für sein 300MW/600MWh Bulabul Batteriespeichersystem in New South Wales, Australien, abgeschlossen. Partner ist das dänische Energiehandelsunternehmen InCommodities. Der Vertrag hat einen Wert von über 450 Millionen australischen Dollar (rund 275 Millionen Euro) und markiert InCommodities' erste langfristige Verpflichtung auf dem australischen Markt über zehn Jahre hinaus.
Diese Vereinbarung ist ein Meilenstein für die Energiespeicherung in Australien. Sie sichert langfristige Einnahmen für Ampyr und ermöglicht InCommodities den Zugang zu kritischer Batteriekapazität. Die Partnerschaft nutzt ein innovatives Kapazitätstauschmodell, das sich von traditionellen Stromabnahmeverträgen unterscheidet.
Wichtige Punkte
- Ampyr Australia und InCommodities schließen 15-Jahres-Vertrag für Bulabul Batteriespeicher.
- Vertragswert: über 450 Millionen AUD.
- InCommodities sichert sich Kapazität von bis zu 120MW des 300MW Systems.
- Einsatz eines Kapazitätstauschmodells statt traditioneller PPA.
- Projekt trägt zur Stabilität des australischen Stromnetzes bei.
Ein neues Modell für die Energiespeicherung
Der Vertrag zwischen Ampyr Australia und InCommodities basiert auf einem sogenannten Kapazitätstauschmodell. Dieses Modell deckt bis zu 120MW der gesamten 300MW Leistung des Bulabul-Projekts ab. Ampyr Australia fungiert dabei als Entwickler, Eigentümer und Betreiber des Batteriespeichersystems (BESS).
InCommodities bringt seine globale Handelsexpertise, Spotmarkt-Erfahrung und Energietechnologie-Fähigkeiten ein. Ampyr ergänzt dies durch seine Kompetenzen im Asset Management und operativen Betrieb. Dieses Modell weicht von den bisher üblichen Stromabnahmeverträgen (PPAs) und reinen Markterlösstrukturen ab, die den australischen Batteriespeichermarkt dominierten.
Anstatt fester Energiepreise oder reiner Marktexposition ermöglicht die Vereinbarung InCommodities den Zugriff auf Batteriekapazität für Energiearbitrage, Frequenzregulierung und andere Netzdienstleistungen. Gleichzeitig sichert sie Ampyr langfristige Einnahmen für einen erheblichen Teil der Projektkapazität.
„Dieses Kapazitätstauschmodell ist ein wichtiger Schritt für die Finanzierung und den Betrieb großer Batteriespeicherprojekte. Es bietet Flexibilität und langfristige Sicherheit für beide Partner.“
Faktencheck: Bulabul Batteriespeicher
- Kapazität: 300MW / 600MWh
- Standort: Nähe Wellington, New South Wales, Australien
- Vertragspartner: Ampyr Australia (Entwickler, Eigentümer, Betreiber) & InCommodities (Energiehandel)
- Vertragswert: Über 450 Millionen AUD
- Technologie: Fluence Gridstack Batteriesystem
Fortschritt bei der Projektentwicklung
Das Bulabul-Projekt befindet sich in der Central-West Orana Renewable Energy Zone, etwa 2 Kilometer nordöstlich von Wellington. Es ist in zwei Phasen unterteilt, um Bau und Betrieb zu optimieren.
Die erste Phase, Bulabul 1 (200MW/200MWh), begann im August 2025 mit dem Bau. Die erste Inbetriebnahme ist für Mitte 2026 geplant, der volle kommerzielle Betrieb soll bis 2027 starten. Die zweite Phase, Bulabul 2 (100MW/400MWh), soll im zweiten Quartal 2026 beginnen und ebenfalls 2027 in Betrieb gehen.
Fluence hat bereits mit der Lieferung seiner Gridstack Batteriespeichertechnologie an den Standort begonnen. Diese Technologie bildet das Herzstück des Bulabul-Projekts und liefert Energiespeicherkapazitäten im Versorgungsmaßstab, die speziell für Netzanwendungen entwickelt wurden. Sie umfasst Lithium-Ionen-Batteriemodule, Stromwandlungssysteme, thermisches Management und fortschrittliche Steuerungssoftware in einer modularen Architektur.
Gemeinschaftliche Vorteile und indigene Beteiligung
Ampyr Australia hat während der gesamten Projektentwicklung großen Wert auf die Einbindung der lokalen Gemeinschaft gelegt. Dazu gehört auch die Implementierung eines zukunftsweisenden Aboriginal-Equity-Modells.
Dieses Modell bietet den lokalen indigenen Gemeinschaften laufende wirtschaftliche Vorteile. Die Wambal Bila Indigenous Community Corporation hat die Option, eine 5%-Beteiligung am Projekt zu erwerben. Dies entspricht einer Investitionsmöglichkeit von 22,5 Millionen australischen Dollar, basierend auf dem Gesamtwert des Projekts.
Als Zeichen dieser Partnerschaft wurde das Batteriespeichersystem von Wellington in Bulabul umbenannt. Dies unterstreicht die tiefe Verbindung zur indigenen Kultur und den Landbesitzern.
Hintergrund: Erneuerbare Energien in Australien
Australien setzt verstärkt auf erneuerbare Energien, um seine Klimaziele zu erreichen und die Energiesicherheit zu erhöhen. Batteriespeicher spielen dabei eine entscheidende Rolle, da sie die volatile Einspeisung von Solar- und Windenergie ausgleichen können. Sie ermöglichen eine stabilere Stromversorgung und reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Die Regierung fördert den Ausbau großer Batteriespeicherprojekte, um das Netz zu stabilisieren und die Integration erneuerbarer Energien zu beschleunigen. Regionale Projekte wie Bulabul sind dabei essenziell für die dezentrale Energieversorgung.
Ampyrs wachsende Präsenz in Australien
Das Bulabul-Projekt ist nur eines von mehreren Vorhaben, die Ampyr in Australien verfolgt. Das Unternehmen hat kürzlich ein weiteres bedeutendes Projekt in Südaustralien erworben: ein 540MW/2.160MWh netzbildendes Batteriespeichersystem.
Diese Akquisition beinhaltet fortschrittliche netzbildende Technologie. Solche Systeme ermöglichen es Batteriespeichern, erweiterte Netzstabilitätsdienste bereitzustellen. Sie unterstützen die Integration erneuerbarer Energien in Gebieten mit begrenzter synchroner Stromerzeugung.
Die Investitionen von Ampyr unterstreichen das Engagement des Unternehmens, einen wesentlichen Beitrag zur Transformation der australischen Energielandschaft zu leisten. Die Nachfrage nach flexiblen und zuverlässigen Energiespeicherlösungen wächst stetig, und Ampyr positioniert sich als wichtiger Akteur in diesem Sektor.
Zukunftsaussichten
Der australische Energiemarkt befindet sich im Wandel. Mit dem zunehmenden Ausbau erneuerbarer Energien steigt der Bedarf an intelligenten Speicherlösungen. Die Partnerschaft zwischen Ampyr Australia und InCommodities zeigt, wie innovative Finanzierungsmodelle und technologische Fortschritte zusammenwirken können, um diese Herausforderungen zu meistern.
Die Bulabul-Anlage wird nicht nur zur Stabilität des lokalen Netzes beitragen, sondern auch als Modell für zukünftige Projekte dienen. Die Integration von Gemeinschaftsengagement und wirtschaftlicher Beteiligung indigener Gruppen setzt zudem neue Maßstäbe für nachhaltige Entwicklung.





