Samsung SDI, ein führender südkoreanischer Batteriehersteller, bereitet sich darauf vor, im dritten Quartal dieses Jahres mit der Produktion von Lithium-Eisenphosphat (LFP)-Batteriezellen in den Vereinigten Staaten zu beginnen. Diese Entwicklung markiert einen wichtigen Schritt für das Unternehmen, das nach einer Phase der geringeren Rentabilität nun wieder ein starkes Wachstum verzeichnet.
Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal 2026 einen operativen Gewinn von 203,8 Milliarden KRW (ca. 140 Millionen US-Dollar), was einer Steigerung von 18,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies ist das erste Mal seit sieben Quartalen, dass Samsung SDI wieder einen operativen Gewinn erzielt hat, was die Erwartungen übertraf und das Unternehmen früher als erwartet in die Gewinnzone zurückführte.
Wichtige Erkenntnisse
- Samsung SDI beginnt im dritten Quartal 2026 mit der LFP-Batterieproduktion in den USA.
- Das Unternehmen verzeichnete im zweiten Quartal 2026 eine Rückkehr zum operativen Gewinn nach sieben Quartalen.
- Starke Nachfrage aus KI-Rechenzentren und Energiespeichersystemen (ESS) treiben das Wachstum an.
- US-Steueranreize begünstigen die lokale Produktion von Batterien.
- Langfristige Lieferverträge in den USA sichern die zukünftige Kapazitätsauslastung.
Wiederbelebung der Batteriegeschäfte
Nachdem Samsung SDI in den vergangenen Quartalen mit sinkenden Umsätzen im Batteriegeschäft zu kämpfen hatte, insbesondere aufgrund der Verlangsamung der Elektrofahrzeug (EV)-Batterieverkäufe in den USA, zeigt sich nun eine deutliche Erholung. Die US-Steueranreize für den Kauf von Elektrofahrzeugen für Verbraucher endeten im September 2025, was zu einem Rückgang der Nachfrage führte.
Das Unternehmen setzte jedoch auf eine Neuausrichtung seiner Strategie und konzentrierte sich verstärkt auf den Verkauf von Energiespeichersystemen (ESS), insbesondere in den USA. In Europa bleibt das Ziel, vom anhaltenden Wachstum der Elektromobilität zu profitieren.
Zahlen und Fakten
- Umsatz Q2 2026: 3,77 Billionen KRW (ca. 2,59 Milliarden US-Dollar)
- Operativer Gewinn Q2 2026: 203,8 Milliarden KRW
- Nettoertrag Q2 2026: 471,6 Milliarden KRW (740,5% Steigerung gegenüber dem Vorquartal)
- Batterieumsatz Q2 2026: 3,52 Billionen KRW (18,8% Steigerung gegenüber dem Vorjahr)
Treiber des Wachstums
Der Umsatzanstieg im Batteriegeschäft wurde maßgeblich durch Hochleistungsbatterien für unterbrechungsfreie Stromversorgungen (UPS), Batterie-Backup-Einheiten (BBU), Elektrowerkzeuge und die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in Europa getragen. Besonders hervorzuheben ist die starke Nachfrage aus Anwendungen für KI-Rechenzentren, die den Bedarf an Hochleistungsprodukten für große Batteriespeichersysteme (BESS), UPS und BBU-Systeme ankurbelte.
Die Rentabilität wurde durch einen verbesserten Produktmix, höhere US-Produktionsgutschriften (AMPC) und günstige Zolleffekte erzielt. Samsung SDI erwartet, dass sich diese Erholung auch in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen wird, hauptsächlich durch ESS-Batterieverkäufe in den USA und EV-Batterieverkäufe in Europa. Das Unternehmen hat kürzlich einen Liefervertrag mit Mercedes-Benz abgeschlossen und beliefert bereits BMW und Audi.
US-Produktion und strategische Bedeutung
Im vergangenen Jahr kündigte Samsung SDI an, Batteriezellen für stationäre Speicheranwendungen sowie zwei komplette BESS-Lösungen aus US-Produktionslinien anzubieten. Diese Lösungen, die Samsung Battery Box (SBB) 2.0 mit LFP-Zellen und SBB 1.7 mit Nickel-Kobalt-Aluminiumoxid (NCA)-Zellen, wurden im September auf der RE+ Messe in Las Vegas vorgestellt.
Die Produktion in den USA ist strategisch wichtig. Sie sichert Samsung SDI die Produktionssteuergutschrift (PTC), während Kunden die Investitionssteuergutschrift (ITC) für den Einsatz der Systeme erhalten können, einschließlich eines 10 % Bonus für inländische Inhalte. Seit der Verabschiedung des 'One Big Beautiful Bill Act' (OBBBA) im letzten Jahr sind Projekte, die importierte chinesische Zellen verwenden, die als von 'Foreign Entities of Concern' (FEOC) stammend gelten, nicht mehr für Steuergutschriften berechtigt. Dies hat viele Batteriehersteller in den USA, darunter Samsung SDI sowie die südkoreanischen Konkurrenten LG Energy Solution (LG ES) und SK On, dazu veranlasst, ihre EV-Zellenproduktionslinien für die Herstellung von BESS-Zellen umzurüsten.
Yonghui Cho, Executive Vice President bei Samsung SDI, erklärte, dass die US-Produktionslinie für prismatische LFP-Zellen für ESS-Anwendungen derzeit einer Massenproduktions-Qualitätsprüfung unterzogen wird. Die Zellproduktion soll im Oktober beginnen und die Auslieferung von SBB 2.0 an Kunden noch vor Jahresende erfolgen, was den Unternehmensplänen entspricht.
Hintergrund: FEOC-Regelungen
Die 'Foreign Entities of Concern' (FEOC)-Regelungen sind ein zentraler Bestandteil der US-Gesetzgebung, die darauf abzielt, die Abhängigkeit von bestimmten ausländischen Lieferketten zu reduzieren, insbesondere aus China. Unternehmen, die sich an diese Vorgaben halten und Komponenten aus nicht-FEOC-konformen Quellen beziehen, profitieren von erheblichen Steueranreizen. Dies fördert die Lokalisierung der Batterieproduktion und stärkt die heimische Industrie.
Aufbau einer robusten Lieferkette
Ein entscheidender Punkt für Samsung SDI ist der Aufbau einer Lieferkette für LFP-Materialien, die den FEOC-Vorgaben entspricht. Dies ist von großer Bedeutung, da diese Materialien einen erheblichen Anteil an den Produktkosten ausmachen. Yonghui Cho betonte, dass man sich über eine Reihe von Partnerschaften, hauptsächlich mit koreanischen und US-amerikanischen Lieferanten, die notwendigen Mengen an LFP-Kathodenmaterialien gesichert hat. Auch für andere Schlüsselkomponenten wurde durch die Lokalisierung der Partner eine FEOC-konforme Lieferkette etabliert.
Samsung SDI verzeichnet ein "starkes Momentum bei der Auftragseingabe" im BESS-Segment. Die bisher gesicherten Aufträge decken einen erheblichen Teil der Kapazität bis 2029 ab. Ab 2028 wird die Nachfrage voraussichtlich die Produktionskapazität übersteigen.
Angesichts dieser Entwicklung prüft Samsung SDI derzeit Optionen zur Sicherung zusätzlicher Kapazitäten und wird den Markt informieren, sobald die Pläne konkreter werden. Das Unternehmen hat auch Aufträge für Projekte in Südkorea erhalten, die von der Regierung im Rahmen ihrer dritten Ausschreibung für zentrale Vertragsmärkte vergeben wurden.
Zukunftsaussichten und neue Technologien
Neben LFP-Batterien treibt Samsung SDI, ähnlich wie LG ES, die Entwicklung von Natrium-Ionen-Batterien (Na-Ion) für Rechenzentren und große BESS-Anwendungen voran. Zeitpläne für die Kommerzialisierung wurden jedoch noch nicht bekannt gegeben.
Samsung SDI hat im letzten Quartal langfristige Lieferverträge mit US-amerikanischen BESS-Kunden abgeschlossen. Es wird angenommen, dass darunter ein im März angekündigter Vertrag im Wert von 1,5 Billionen KRW (ca. 1 Milliarde US-Dollar) mit einem nicht genannten Kunden ist. Die Batterien aus diesem Vertrag, die sowohl LFP- als auch NCA-Zellen umfassen, werden im StarPlus Energy Werk in Indiana hergestellt, einem Joint Venture von Samsung SDI mit dem Automobilhersteller Stellantis.
Die Führung von Samsung SDI hob in ihrer Ergebnispräsentation und im Earnings Call die Bedeutung von KI-Rechenzentren als Treiber der Batterienachfrage hervor. Yonghui Cho betonte jedoch, dass selbst bei einer Verlangsamung des Baus von Rechenzentren in den USA der strukturelle Wachstumstrend im US-ESS-Markt intakt bleiben werde. Dies liegt am anhaltenden Wachstum der Solar-PV- und Windenergieerzeugung bei steigendem Strombedarf und "verbesserten Wirtschaften", die ein stetiges Wachstum der ESS-Nachfrage zur Bewältigung von Intermittenz und zur Unterstützung der Netzstabilität fördern.
- Immer mehr Staaten setzen ESS-Einsatzziele.
- Die geplante Installationskapazität wird erhöht.
- ESS wird zunehmend als kritische Infrastruktur zur Stabilisierung alternder Stromnetze eingesetzt.
- ESS erleichtert die reibungslose Netzanbindung.
Vor diesem Hintergrund wird ESS eine immer wichtigere Rolle auf dem US-Strommarkt spielen. Daher erwartet Samsung SDI, dass eine Verlangsamung der Investitionen in KI-Rechenzentren nur begrenzte Auswirkungen auf das ESS-Geschäft haben wird.





