Batterieenergiespeichersysteme (BESS) im kalifornischen Stromnetz haben potenziell rund 98 Millionen US-Dollar an Einnahmen verpasst. Dies geht aus einer neuen Analyse hervor. Die Ursache liegt demnach in suboptimalen Gebotsstrategien der Betreiber. Eine effektivere Marktbeteiligung könnte diese Lücke schließen.
Wichtige Erkenntnisse
- Kalifornische Batteriespeicher verpassten Einnahmen von 98 Millionen US-Dollar.
- Statische Gebotsstrategien sind Hauptursache für die Verluste.
- Top-Performer wie Caballero BESS zeigen, was möglich ist.
- Optimierte Bietstrategien und Marktpartizipation sind entscheidend.
Ineffiziente Gebotsstrategien kosten Millionen
Eine aktuelle Studie von Gridmatic, einem Spezialisten für KI-gestützte Netzprognosen und Batterieoptimierung, zeigt erhebliche Mängel im Betrieb von Batteriespeichersystemen in Kalifornien auf. Die Analyse von 30 Systemen im CAISO-Markt (California Independent System Operator) ergab, dass viele Betreiber statische „Einrichten und Vergessen“-Ansätze verwenden. Diese verpassen die Möglichkeit, verfügbare Einnahmen vollständig zu nutzen.
Der geschätzte Betrag von 98 Millionen US-Dollar repräsentiert die zusätzlichen Einnahmen. Diese hätten die untersuchten 30 Batterien erzielen können. Dafür hätten sie die gleiche Leistung wie der Spitzenreiter, das 100 MW/400 MWh Caballero BESS in San Luis Obispo County, erreichen müssen. Dieses System wird von Fengate Asset Management und Alpha Omega Power (AOP) betrieben.
„Wir sind zu dieser Zahl gekommen, indem wir die 30 Batterien in der Studie betrachtet und gefragt haben: 'Was wäre, wenn sie die gleiche Top-Bottom (TB)-Erfassungsrate erreicht hätten?'“, erklärte David Miller, CCO von Gridmatic und Autor des CAISO-Berichts. „Anstatt ihrer tatsächlichen Leistung im Verhältnis zum TB-Wert, was wäre, wenn sie 141 % ihres TB-Wertes erreicht hätten, wie es Caballero tat? Wie viel zusätzliche Einnahmen hätte die Flotte erzielt?“
Faktencheck: Der TB-Wert
Der „TB-Wert“ (Top-Bottom) ist ein Benchmark. Er misst die Differenz zwischen den höchsten und niedrigsten Preisstunden des Tages, basierend auf der Dauer einer Batterie. Für eine Vier-Stunden-Batterie ist es der Wert der besten vier Stunden minus der schlechtesten vier Stunden. Miller betont, dass diese Zahl als Indikator dient, nicht als exakte Vorhersage.
Große Leistungsunterschiede am Markt
Die Analyse offenbarte erhebliche Leistungsunterschiede zwischen den Batteriesystemen. Einige Systeme verdienten weniger als 1 US-Dollar pro kW pro Monat, während Top-Performer mehr als 6 US-Dollar pro kW pro Monat erzielten. Der Medianwert lag bei etwa 2 US-Dollar pro kW pro Monat. Das Caballero-System übertraf seinen TB-Benchmark-Wert um 141 %, während viele andere deutlich darunter lagen.
Diese Schwankungen wurden hauptsächlich auf die Gebotsstrategien zurückgeführt, nicht auf Standort oder Ausrüstung. Dies unterstreicht die Bedeutung eines intelligenten Ansatzes für den Betrieb von Batteriespeichern. Ein optimierter Betrieb kann die Rentabilität erheblich steigern.
Drei Hauptursachen für entgangene Einnahmen
Der Bericht identifizierte drei Hauptbereiche, in denen leistungsschwächere Batterien Einnahmen verschenkten:
- Statische Gebotsabgabe: Viele Betreiber hielten über längere Zeiträume die gleichen Gebotspreise und -mengen bei. Sie passten diese nicht an wechselnde Marktbedingungen oder Hochpreisereignisse an.
- Begrenzte Marktteilnahme: Einige Batterien konzentrierten sich nur auf Day-Ahead-Energiemärkte. Dadurch verpassten sie Chancen in Realzeitmärkten und bei Netzdienstleistungen.
- Fokus auf Einzelprodukte: Weniger leistungsstarke Systeme konzentrierten sich oft auf eine einzige Einnahmequelle. Sie optimierten nicht über Energie- und Netzdienstleistungsmärkte hinweg.
Hintergrund: Der kalifornische Energiemarkt
Kalifornien ist ein Pionier bei der Integration erneuerbarer Energien und Batteriespeichern. Der CAISO-Markt ist komplex und dynamisch. Er bietet verschiedene Möglichkeiten für Energiespeicher, Einnahmen zu generieren. Dazu gehören die Bereitstellung von Energie, Kapazität und Netzdienstleistungen. Die richtige Strategie ist entscheidend, um in diesem Umfeld erfolgreich zu sein.
Die Rolle von KI und Optimierung
Die Ergebnisse der Gridmatic-Studie unterstreichen die wachsende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz (KI) und fortschrittlichen Optimierungstools. Diese Technologien können Betreibern helfen, ihre Gebotsstrategien dynamisch anzupassen und alle verfügbaren Marktchancen zu nutzen. Ein flexibles System, das auf Echtzeitdaten reagiert, ist essenziell.
Der Erfolg des Caballero BESS zeigt, dass es möglich ist, deutlich höhere Einnahmen zu erzielen. Dies erfordert jedoch eine proaktive und intelligente Herangehensweise. Es geht darum, den Markt zu verstehen und die Batterien entsprechend den aktuellen Bedingungen zu steuern.
Zukunftsaussichten und Konferenzen
Das Thema der Batterieoptimierung gewinnt weiter an Bedeutung. Die Battery Asset Management Summit USA 2026 findet vom 15. bis 16. September in Garden Grove, Kalifornien, statt. Diese Konferenz wird sich intensiv mit den Rollen von KI, Cybersicherheit und Second-Life-Anwendungen befassen. Die Agenda ist in zwei Schwerpunkte unterteilt: Technisches Asset Management und Kommerzielles Asset Management.
Die Konferenz wird auch gemeinsam mit dem Solar & Storage Finance Summit USA veranstaltet. Dies zeigt die zunehmende Verflechtung von Finanzierung, Technologie und Betrieb im Bereich der Energiespeicherung. Es ist klar, dass der Markt reifer wird und professionelle Managementstrategien immer wichtiger werden.
Investitionen in moderne Software und Fachwissen zur Marktoptimierung könnten sich für Betreiber von Batteriespeichern schnell auszahlen. Die 98 Millionen US-Dollar, die potenziell ungenutzt blieben, sind ein starkes Argument für eine Neuausrichtung der Betriebsstrategien.





