US-Gesetzgeber haben einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Beschaffung und den Betrieb von Humanoid-Robotern und anderen unbemannten Bodenfahrzeugen chinesischer Hersteller durch die US-Regierung verbieten soll. Das Gesetz, bekannt als American Security Robotics Act, zielt darauf ab, nationale Sicherheitsrisiken durch chinesische Technologie zu mindern und gleichzeitig heimische Innovationen zu fördern.
Wichtige Punkte
- US-Gesetzgeber wollen chinesische Humanoid-Roboter aus der Bundesbeschaffung ausschließen.
- Bedenken hinsichtlich Datensicherheit, Überwachung und nationaler Sicherheit stehen im Vordergrund.
- Chinesische Unternehmen wie Unitree Robotics dominieren derzeit den globalen Markt für Humanoid-Plattformen.
- Der Gesetzentwurf könnte US-Forschungsinstitute, die auf erschwingliche chinesische Hardware angewiesen sind, vor Herausforderungen stellen.
- Gleichzeitig wird die Entwicklung US-amerikanischer Roboter gefördert, wie der Auftritt von Figure 03 im Weißen Haus zeigt.
US-Gesetzgeber reagieren auf Sicherheitsbedenken
Der American Security Robotics Act wurde im Senat von Senator Tom Cotton (R-Ark.) und Senatsminderheitsführer Chuck Schumer (D-N.Y.) eingebracht. Ein entsprechender Gesetzentwurf liegt dem Repräsentantenhaus vor, präsentiert von Abgeordneter Elise Stefanik (R-N.Y.). Die Gesetzgeber sehen in fortschrittlichen chinesischen Robotersystemen ein erhebliches nationales Sicherheitsrisiko.
Ein Hauptargument ist, dass internetfähige Roboter versteckte Hintertüren enthalten könnten. Diese könnten ausländischen Akteuren ermöglichen, sensible Daten abzugreifen oder die Maschinen fernzusteuern. Dies würde die Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden.
„Die Kommunistische Partei Chinas hat gezeigt, dass sie bereit ist, zu lügen und zu betrügen, um auf Kosten des amerikanischen Volkes und unserer nationalen Sicherheit voranzukommen“, sagte Schumer. Er betonte, dass chinesische Firmen versuchen, den US-Markt mit subventionierter Technologie zu überschwemmen.
Der Gesetzentwurf enthält Ausnahmen für das US-Militär und Strafverfolgungsbehörden. Diese könnten chinesische Roboter ausschließlich zu Forschungs- und Bewertungszwecken erwerben. Dabei müssten die Maschinen jedoch sicherstellen, dass keine Daten nach China übertragen oder von dort empfangen werden können.
Faktencheck
- Gesetzesname: American Security Robotics Act
- Ziele: Verbot chinesischer Roboter in der Bundesbeschaffung, Schutz der nationalen Sicherheit.
- Ausnahmen: Militär und Strafverfolgung für Forschungszwecke unter strengen Auflagen.
Chinas Dominanz auf dem Robotermarkt
Der legislative Vorstoß ist eine direkte Reaktion auf die aggressive kommerzielle Expansion chinesischer Robotikunternehmen. Während amerikanische Unternehmen oft Schlagzeilen machen, dominieren chinesische Hersteller die tatsächliche Verbreitung von Humanoid-Plattformen.
Unitree Robotics hat sich beispielsweise als de-facto-Lieferant für Forschungsplattformen an amerikanischen Universitäten etabliert. Das Unternehmen plant, zusammen mit AgiBot aus Shanghai, Aktien in China zu listen. Damit wollen sie eine massive Expansion finanzieren. Unitree strebt an, rund 580 Millionen US-Dollar einzunehmen und behauptet, im Jahr 2025 weltweit 5.500 Humanoid-Einheiten ausgeliefert zu haben.
Andere chinesische Firmen, wie LimX Dynamics, sind ebenfalls zunehmend präsent. Sie konzentrieren sich neuerdings auf High-End-Anwendungen mit hoher Leistung. Diese Unternehmen sind ein wichtiger Teil der globalen Lieferkette für Robotik.
Hintergrundinformationen
Der Technologiesektor ist seit Jahren ein Brennpunkt im Wettbewerb zwischen den USA und China. Insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz und Robotik sehen beide Länder strategische Vorteile. Die USA versuchen, ihre Abhängigkeit von chinesischen Technologien zu reduzieren und gleichzeitig ihre eigene Industrie zu stärken.
Förderung heimischer Alternativen
Washington versucht, chinesische Hardware aus Bundeseinrichtungen fernzuhalten und gleichzeitig inländische Alternativen zu fördern. Die Einführung des American Security Robotics Act fällt zeitlich mit einer hochkarätigen Initiative zusammen. Diese soll in den USA hergestellte Roboter in Regierungs- und Verteidigungskontexten integrieren.
Nur einen Tag vor der Vorstellung des Gesetzentwurfs feierte der Humanoid Figure 03 sein Debüt im Weißen Haus. Der Roboter begleitete First Lady Melania Trump beim Bildungsgipfel "Fostering the Future Together". Dies war ein starkes Symbol für amerikanische Ingenieurskunst.
Andere US-Start-ups konzentrieren sich stark auf den Verteidigungssektor. Foundation Robotics verfolgt einen utilitaristischen Ansatz. Das Unternehmen lehnt den Trend zu "Begleitrobotern" ab und konzentriert sich auf Schwerlastanwendungen. Foundation Robotics führte kürzlich ein Pilotprogramm in der Ukraine durch. Dort wurden Roboter für die Materialbeschaffung eingesetzt, um Soldaten vor Drohnenbeschuss zu schützen.
Das Dilemma der Forschung
Sollte der American Security Robotics Act verabschiedet werden, würde er chinesische Unternehmen sofort von Bundesverträgen ausschließen. Die umfassenderen Auswirkungen auf das amerikanische Forschungsökosystem bleiben jedoch unklar. Der Gesetzentwurf würde auch die Verwendung von Bundesmitteln im Zusammenhang mit diesen Robotern verbieten.
Dies könnte US-Universitäten, die auf Bundesmittel angewiesen sind, effektiv daran hindern, beliebte und kostengünstige Forschungsplattformen wie den Unitree G1 zu kaufen. Diese Roboter sind oft entscheidend für die Ausbildung und Forschung im Bereich der künstlichen Intelligenz.
Die USA versuchen, ihre physische Infrastruktur von chinesischen Lieferketten zu entkoppeln. Die Gesetzgeber müssen dabei ein schwieriges Gleichgewicht finden: die nationale Sicherheit schützen, ohne die amerikanischen Forscher unbeabsichtigt zu behindern. Diese Forscher sind auf erschwingliche Hardware angewiesen, um die nächste Generation der künstlichen Intelligenz zu entwickeln.
- Herausforderung für Universitäten: Verlust des Zugangs zu kostengünstigen chinesischen Forschungsplattformen.
- Ziel: Nationale Sicherheit und Förderung heimischer Innovationen.
- Balanceakt: Schutz vor Risiken ohne Behinderung der Forschung.





