Die deutsche Spargelsaison ist in vollem Gange und erreicht am 24. Juni ihren Höhepunkt. Verbraucher haben jetzt die beste Gelegenheit, frischen regionalen Spargel zu genießen. Doch wie erkennt man wirklich frische Stangen, und wie bereitet man sie optimal zu, damit Aroma und Zartheit erhalten bleiben? Dieser Artikel liefert wichtige Tipps, um das Beste aus dem beliebten Saisongemüse herauszuholen.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Spargelsaison endet am 24. Juni.
- Frischer Spargel quietscht beim Aneinanderreiben und hat feuchte Schnittstellen.
- Deutschland ist Europas größter Spargelproduzent.
- Regionaler Freilandspargel ist die beste Wahl für Klima und Geschmack.
- Spargel richtig lagern: Ungeschält in feuchtem Tuch im Kühlschrank.
Die Spargelsaison: Ein kurzer Genuss
Die Spargelzeit ist begrenzt. Jedes Jahr beginnt sie Ende März und endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag. Diese kurze Periode macht das Gemüse zu einem besonderen Genuss. Zu Beginn der Saison sind die Preise oft höher, sinken aber im Laufe der Wochen, bevor sie zum Ende hin wieder leicht ansteigen.
Während dieser Wochen ist Spargel in großen Mengen verfügbar. Es lohnt sich, auf regionale Produkte zu achten. Der kurze Transportweg sorgt für maximale Frische, was bei diesem empfindlichen Gemüse entscheidend ist. Spargel verliert schnell an Aroma und Zartheit, sobald er gestochen wurde.
Wussten Sie schon?
Deutschland gehört zu den Top 5 der größten Spargelproduzenten weltweit und ist sogar der größte in Europa. Auch bei der Nachfrage liegt Deutschland europaweit an erster Stelle.
Regionale Herkunft und Anbau
Die Beziehung zwischen Deutschland und weißem Spargel ist besonders stark. Die meisten deutschen Spargelanbaugebiete finden sich in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Auch Brandenburg und Bayern sind wichtige Anbauländer.
Grüner Spargel wird in Deutschland seltener angebaut und meist importiert. Bereits ab Mitte Februar kommt erster europäischer Spargel aus Ländern wie Spanien und Griechenland auf den Markt. Deutscher Gewächshausspargel ist vereinzelt ab Ende Februar erhältlich.
Freiland- vs. Folienanbau
Spargel wird sowohl im Freiland als auch geschützt unter Folien angebaut. Der Folienanbau bietet Landwirten mehrere Vorteile:
- Präzise Ernteplanung: Die Erntezeit kann genauer gesteuert werden.
- Feuchtigkeit im Boden: Folien halten den Boden feucht und reduzieren den Wasserbedarf.
- Unkrautunterdrückung: Beikräuter werden unterdrückt, was den Einsatz von Herbiziden minimieren kann.
Diese Vorteile können die Produktionskosten senken und somit zu niedrigeren Preisen für Verbraucher führen. Die Folien werden durchschnittlich sieben bis acht Jahre lang verwendet und anschließend recycelt. Allerdings können sie den Lebensraum von Vögeln einschränken, da diese in den Foliengebieten weniger Nahrung finden.
Beim Freilandanbau hingegen sind die Betriebe stärker vom Wetter abhängig, was die Ernteplanung weniger kontrollierbar macht. Für den klimafreundlichen Einkauf ist regionaler Freilandspargel die beste Wahl, da der Energieaufwand für beheizte Gewächshäuser sehr hoch ist.
„Sobald Spargel gestochen ist, verliert er stündlich an Frische, Aroma, Zartheit und Geschmack. Deshalb ist regionaler, erntefrischer Spargel immer die erste Wahl.“
Kennzeichnung und Qualitätsmerkmale
Beim Kauf von Spargel ist die Kennzeichnung des Ursprungslandes Pflicht. Der Begriff „regional“ ist jedoch gesetzlich nicht geschützt, was zu Verwirrung führen kann. Um sicherzustellen, dass Sie wirklich regionalen Spargel kaufen, führen die Landesämter regelmäßig Kontrollen mittels Isotopen-Herkunftsanalyse durch.
Auch der Preis pro Kilogramm muss klar ausgewiesen sein. Angaben pro 500 Gramm sind nicht zulässig und können Verbraucher irreführen.
Bio-Spargel im Aufwind
Immer mehr Landwirte setzen auf den Anbau von Bio-Spargel. Dieser Anbau gilt als besonders umwelt- und ressourcenschonend. Der Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln ist hier verboten, was die Rückstände von Pestiziden minimiert. Auch im Bio-Anbau kommen häufig Folien zum Einsatz.
Frische erkennen: Die wichtigsten Indikatoren
Die Frische von Spargel lässt sich an mehreren Merkmalen erkennen:
- Schnittstellen: Sie sollten hell und saftig sein, nicht bräunlich oder trocken. Bei leichtem Daumendruck muss Saft austreten.
- Optik: Frische Stangen glänzen leicht und weisen keine Risse auf.
- Bruchtest: Frischer Spargel lässt sich nicht biegen, sondern bricht leicht.
- Quietschen: Ein deutliches Quietschen ist zu hören, wenn man zwei Spargelstangen aneinander reibt.
- Köpfe: Die Spargelköpfe sollten fest geschlossen sein und sich bei Druck nicht weich oder matschig anfühlen.
Eine Einteilung in Qualitätsklassen ist nicht mehr vorgeschrieben, aber viele Händler sortieren Spargel weiterhin in die Stufen E (Extra), I und II. Leicht gekrümmter oder unsortierter Spargel ist oft günstiger, aber die Qualität und der Geschmack sind in der Regel nicht beeinträchtigt.
Lagerung und Zubereitung
Wer Spargel nicht sofort zubereiten möchte, kann ihn richtig lagern, um die Frische zu bewahren.
Die richtige Lagerung
Ungeschälten weißen Spargel wickelt man am besten in ein feuchtes Tuch ein und bewahrt ihn maximal zwei bis drei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks auf. Spargel lässt sich auch gut einfrieren. Dafür muss er gewaschen, geschält und die Enden abgeschnitten werden. Anschließend wird er roh eingefroren. Ein Blanchieren vor dem Einfrieren ist nicht nötig und würde das Aroma mindern. Gefrorenen Spargel gibt man direkt in wenig kochendes Wasser, um das volle Aroma zu erhalten.
Zubereitungstipps für den perfekten Genuss
Die Zubereitung von Spargel ist einfach, wenn man ein paar Regeln beachtet:
- Waschen: Den Spargel gründlich unter fließendem Wasser reinigen.
- Schälen: Weißen Spargel unterhalb der Köpfe nach unten hin schälen. Die holzigen Enden abschneiden. Bei Grünspargel reicht es, das untere Drittel zu schälen.
- Kochen: Spargel sollte immer mit wenig Wasser und geschlossenem Deckel gekocht werden. Im speziellen Spargeltopf stehen die Stangen aufrecht und garen im Dampf. Auch in flachen, ovalen Töpfen kann Spargel knapp mit Wasser bedeckt zubereitet werden.
- Garzeit: Weißer Spargel benötigt etwa 15 bis 25 Minuten, grüner Spargel ist nach 10 bis 15 Minuten gar. Die Garzeit variiert je nach Dicke der Stangen. Eine regelmäßige Bissfestigkeitsprüfung ist empfehlenswert.
Spargel ist vielseitig und lässt sich kreativ zubereiten. Ob klassisch mit Sauce Hollandaise oder als raffinierte Spargelquiche – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.





