Kriminelle nutzen zunehmend Deepfake-Technologie, um bekannte Persönlichkeiten in gefälschten Werbevideos für betrügerische Finanzprodukte oder fragwürdige Gesundheitsmittel einzusetzen. Diese täuschend echten Inhalte verbreiten sich rasch in sozialen Netzwerken und machen es für Verbraucher immer schwieriger, Fakes zu erkennen. Die Prominenten selbst wissen oft nichts von diesem Missbrauch.
Wichtige Erkenntnisse
- Deepfakes nutzen KI, um Prominente in betrügerische Werbung zu integrieren.
- Angebote betreffen oft Krypto-Investments, Trading-Plattformen oder Diätpillen.
- Warnsignale sind unrealistische Versprechen und dubiose Webseiten.
- Verbraucher sollten skeptisch sein, nicht klicken und verdächtige Inhalte melden.
Was sind Deepfakes und wie funktionieren sie?
Der Begriff Deepfake setzt sich aus „Deep Learning“ und „Fake“ zusammen. Deep Learning ist ein Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Mithilfe dieser Technologie lassen sich täuschend echte Bilder, Videos oder Audioaufnahmen erzeugen. Diese Fälschungen sind oft so realistisch, dass sie auf den ersten Blick kaum von echtem Material zu unterscheiden sind.
Die schnelle Entwicklung von KI-gestützten Generatoren für Bilder und Sprache verschärft das Problem. Die Technologie wird nicht nur besser, sondern auch leichter zugänglich. Selbst Personen ohne spezielle technische Kenntnisse können heute über kostenlose Apps oder KI-Plattformen überzeugende Deepfakes erstellen.
Faktencheck Deepfakes
- Technologie: Künstliche Intelligenz (KI) und Deep Learning.
- Ergebnis: Täuschend echte Bilder, Videos und Audioaufnahmen.
- Zugänglichkeit: Immer einfacher, auch für Laien nutzbar.
Prominente Gesichter als Köder für Betrüger
Kriminelle setzen gezielt auf prominente Persönlichkeiten. Ihr Ziel ist es, Vertrauen zu wecken und Seriosität vorzutäuschen. Namen wie Günther Jauch, Frank Thelen, Barbara Schöneberger oder Dieter Bohlen werden häufig missbraucht. Ihre Gesichter und Stimmen sollen angeblichen Erfolgsgeschichten von Produkten Glaubwürdigkeit verleihen.
Es handelt sich dabei nicht um echte Werbung oder Aussagen der Betroffenen. In vielen Fällen wissen die Prominenten nicht einmal, dass ihr Bild oder ihre Stimme missbraucht wurde. Die Deepfake-Technik ist so weit fortgeschritten, dass selbst aufmerksame Verbraucher getäuscht werden können. Videos zeigen Prominente, die scheinbar glaubwürdig sprechen oder Produkte empfehlen.
„Werbung mit bekannten Gesichtern ist kein Beweis für Seriosität – insbesondere nicht im Internet. Bleiben Sie kritisch und recherchieren Sie Angebote genau.“
Häufig betroffene Bereiche
Deepfakes und gefälschte Promi-Zitate tauchen besonders häufig in bestimmten Bereichen auf. Dazu gehören:
- Finanzangebote:
- Krypto-Investments mit angeblich „staatlicher Förderung“.
- Trading-Plattformen mit automatisierten „Erfolgssystemen“.
- Falsche Börsentipps oder vermeintliche „Insider-Geheimtipps“.
- Gesundheits- und Lifestyle-Produkte:
- Diätpillen oder Tropfen mit angeblich „sofortiger Wirkung“.
- Nahrungsergänzungsmittel, angeblich von Prominenten selbst getestet.
- Anti-Aging-Produkte oder dubiose Heilversprechen.
Diese Anzeigen führen oft zu Internetseiten oder Fake-Shops, die täuschend echt aussehen. Sie wirken auf den ersten Blick professionell, mit Logos, Kundenbewertungen und angeblichen Presseberichten. Wer sich dort registriert oder etwas bestellt, riskiert jedoch Datenmissbrauch, betrügerischen Telefonkontakt oder den Verlust von Geld durch Einzahlungen auf nicht existierende Konten.
Hintergrundinformationen zur Verbreitung
Solche Inhalte verbreiten sich nicht nur über klassische Online-Werbung. Auch soziale Netzwerke, Messenger-Dienste und Video-Plattformen wie TikTok, YouTube oder Telegram sind betroffen. Nutzer sind dort zunehmend mit Deepfake-Inhalten konfrontiert.
Wie Deepfakes erkennen und sich schützen?
Deepfakes werden immer besser. Sie sind qualitativ kaum noch von echten Videos zu unterscheiden. Es ist daher ratsam, sich nicht nur auf technische Makel als Hinweise zu verlassen. Achten Sie stattdessen auf andere Warnzeichen.
Warnsignale für Deepfakes
Seien Sie kritisch und achten Sie auf folgende Punkte:
- Fehlende Quellen: Es gibt keinen Link zu seriösen Medien oder offiziellen Social-Media-Kanälen der Prominenten.
- Dubiose Internetseiten: Die Seiten haben kein Impressum, verwenden ausländische Domains oder weisen viele Rechtschreibfehler auf.
- Übertriebene Versprechen: Anzeigen mit Slogans wie „Verdienen Sie 10.000 Euro pro Woche“ oder „20 Kilo in 7 Tagen“ sind unrealistisch.
Es kann auch helfen, zu recherchieren, ob seriöse Quellen das Video oder seinen Inhalt aufgreifen. Oft finden sich in Berichterstattungen, Faktenchecks oder Online-Foren Hinweise auf mögliche Fakes. Erste Tools und Browser-Erweiterungen existieren bereits, um Deepfake-Inhalte zu erkennen. Auch einige Plattformen arbeiten daran, verdächtige Videos automatisch zu kennzeichnen. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es jedoch noch nicht.
Was tun bei verdächtigen Inhalten?
Wenn Sie auf eine verdächtige Anzeige oder ein Deepfake-Video stoßen, ist schnelles und umsichtiges Handeln gefragt:
- Nicht klicken oder anmelden: Auch wenn das Angebot noch so verlockend wirkt, widerstehen Sie dem Drang, darauf zu reagieren.
- Werbeeinstellungen anpassen: Überprüfen und ändern Sie Ihre Werbeeinstellungen in Browsern und auf Plattformen wie Facebook oder Instagram.
- Feedback geben: Nutzen Sie die Meldefunktionen der Plattformen, um die Anzeige als „Irreführend“ oder „Täuschung“ zu kennzeichnen.
- Screenshot machen und melden: Erstellen Sie einen Screenshot des verdächtigen Inhalts und melden Sie den Vorfall der jeweiligen Plattform.
- Andere warnen: Informieren Sie Freunde und Familie, indem Sie Verbraucherwarnungen oder Artikel zu diesem Thema teilen.
Wenn Sie unsicher sind, ob ein Online-Shop echt ist, können Sie den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentralen nutzen. Dieser hilft Ihnen, verdächtige Shops zu überprüfen.
Tipp für mehr Sicherheit
Nutzen Sie im Browser Tracking-Blocker und prüfen Sie regelmäßig Ihre Privatsphäre-Einstellungen. Dies hilft, personalisierte Werbung einzuschränken und schützt Ihre Daten besser.





