Das Ende des 2G-Mobilfunknetzes rückt näher. Ab 2028 beginnen die großen Mobilfunkanbieter in Deutschland mit der schrittweisen Abschaltung dieser älteren Technologie. Dies hat weitreichende Folgen für Millionen von Geräten – von einfachen Handys bis hin zu wichtigen Notrufsystemen in Fahrzeugen und Gebäuden. Verbraucher sollten sich frühzeitig informieren, um nicht plötzlich ohne Verbindung dazustehen.
Wichtige Punkte
- Ältere Handys und reine 2G-Geräte funktionieren nach der Abschaltung nicht mehr.
- Notrufsysteme in Autos, Aufzügen und Häusern müssen auf 4G oder 5G umgerüstet werden.
- Verbraucher sollten ihre Geräte auf 4G/LTE, 5G oder VoLTE-Fähigkeit prüfen.
- Die Abschaltung beginnt ab 2028, mit unterschiedlichen Fristen je Anbieter.
Warum das 2G-Netz abgeschaltet wird
Das 2G-Mobilfunknetz, auch bekannt als GSM, ist die zweite Generation der Mobilfunktechnologie. Es wurde ursprünglich für Sprachkommunikation und einfache SMS entwickelt. Moderne Anwendungen benötigen jedoch deutlich höhere Geschwindigkeiten und Kapazitäten, die 2G nicht bieten kann.
Die Frequenzen, die aktuell für 2G genutzt werden, lassen sich effizienter für die neueren und schnelleren 4G- (LTE) und 5G-Netze einsetzen. Durch die Abschaltung von 2G können die Anbieter ihre Netze optimieren und die Abdeckung sowie die Geschwindigkeit der modernen Mobilfunkstandards verbessern, besonders in ländlichen Gebieten.
Faktencheck 2G
- Einführung: Frühe 1990er Jahre
- Hauptfunktionen: Sprachtelefonie, SMS
- Genutzte Frequenzen: Historisch D- und E-Netz (800 und 1800 Megahertz)
- Nachfolger: 3G (bereits weitgehend abgeschaltet), 4G (LTE), 5G
Wer ist von der 2G-Abschaltung betroffen?
Die Abschaltung betrifft nicht nur alte Handys, sondern eine Vielzahl von Geräten und Systemen, die noch auf 2G-Technologie angewiesen sind. Es ist entscheidend, die eigenen Geräte zu überprüfen und gegebenenfalls aufzurüsten.
Handys und Smartphones
Alle Mobiltelefone, die ausschließlich 2G unterstützen, werden nach der Abschaltung nicht mehr funktionieren. Dies betrifft in erster Linie sehr alte Modelle oder einfachste Feature-Phones, die keine LTE- oder 5G-Fähigkeiten besitzen. Auch Smartphones, die zwar 4G können, aber standardmäßig nur über 2G telefonieren, müssen angepasst werden.
„Verbraucher sollten frühzeitig prüfen, ob ihr Handy beim Telefonieren auf '2G', 'GSM', 'E' oder 'Edge' umschaltet. Wenn ja, ist eine Umstellung der Einstellungen oder ein Gerätewechsel ratsam“, erklärt ein Sprecher der Verbraucherzentrale.
Notrufsysteme und IoT-Geräte
Ein besonders kritischer Bereich sind automatisierte Notrufsysteme. Viele ältere Systeme in Fahrzeugen (eCall), Aufzügen oder Hausnotrufen basieren auf 2G. Diese müssen zwingend auf modernere Standards wie 4G oder 5G umgerüstet werden, um die gesetzlich vorgeschriebene Funktionsfähigkeit weiterhin zu gewährleisten.
Ab 2026 wird für neue Fahrzeugmodelle die Ausstattung mit dem Next-Generation-eCall Pflicht, der moderne 4G- und 5G-Netze nutzt. Aber auch ältere Alarmanlagen oder bestimmte Überwachungssysteme, die nur mit 2G arbeiten, verlieren ihre Konnektivität. Eine frühzeitige Umstellung auf Technologien wie LTE-M oder NB-IoT ist hier notwendig.
Hintergrund: D-Netz und E-Netz
Die Begriffe D-Netz und E-Netz stammen aus der Anfangszeit des Mobilfunks. Das D-Netz nutzte Frequenzen um 900 Megahertz und wurde von Telekom (D1) und Vodafone (D2) betrieben. Das E-Netz lag im 1.800 Megahertz-Bereich und gehörte E-Plus und später O2.
Diese Unterscheidung ist heute überholt. Alle Mobilfunkanbieter nutzen inzwischen Frequenzbereiche beider Netze und haben ihre Infrastrukturen durch LTE und 5G erweitert. Die alten Bezeichnungen in der Werbung sind irreführend und nicht mehr zutreffend.
Zeitplan der Abschaltung
Die Mobilfunkanbieter haben unterschiedliche Zeitpläne für die Abschaltung des 2G-Netzes festgelegt. Dies gibt Verbrauchern und Unternehmen etwas Zeit zur Umstellung.
- Deutsche Telekom: Plant die 2G-Abschaltung für den 30. Juni 2028.
- Vodafone: Stellt die 2G-Dienste für Handynutzer und die Industrie ab September 2028 ein. Eine Ausnahme bilden kritische Anwendungen wie ältere Alarmanlagen, für die Vodafone die 2G-Versorgung bis Ende 2030 weiterlaufen lässt.
- Telefónica (O2): Bleibt vorerst als Basisnetz für mobile Telefonie und SMS bestehen. Ein konkreter Abschalttermin wurde hier noch nicht genannt.
Diese gestaffelten Termine ermöglichen eine gewisse Flexibilität, aber die Tendenz ist klar: 2G wird in den nächsten Jahren verschwinden. Es ist ratsam, sich nicht auf die längeren Fristen zu verlassen, sondern proaktiv zu handeln.
Was Verbraucher jetzt tun können
Um von der 2G-Abschaltung nicht überrascht zu werden, gibt es einige wichtige Schritte, die Verbraucher bereits jetzt unternehmen können:
- Geräte prüfen: Überprüfen Sie, ob Ihre Mobiltelefone, Haushaltsgeräte und technischen Systeme 4G, 5G oder andere moderne Technologien wie LTE-M oder NB-IoT unterstützen. Achten Sie auf Anzeigen wie „LTE“, „4G“ oder „5G“ auf Ihrem Handy-Display.
- Einstellungen anpassen: Wenn Ihr Handy beim Telefonieren auf „2G“, „GSM“, „E“ oder „Edge“ wechselt, obwohl es 4G oder 5G kann, müssen Sie möglicherweise die Netzwerkeinstellungen anpassen, um VoLTE (Voice over LTE) zu aktivieren.
- Frühzeitige Umrüstung: Tauschen Sie Geräte oder Systeme, die noch auf 2G angewiesen sind, rechtzeitig aus. Dies gilt besonders für Notrufsysteme wie Alarmanlagen oder Aufzugnotrufe, um Engpässe und Funktionsausfälle zu vermeiden.
- Informieren Sie sich: Bleiben Sie auf dem Laufenden über die genauen Pläne Ihres Mobilfunkanbieters. Viele Anbieter bieten auf ihren Websites detaillierte Informationen und Hilfestellungen an.
Die Umstellung auf moderne Technologien wie 4G und 5G bietet nicht nur die Sicherheit, weiterhin erreichbar zu sein, sondern auch Vorteile durch schnellere Datenübertragung und verbesserte Sprachqualität.
Die Abschaltung des 2G-Netzes ist ein notwendiger Schritt, um die Mobilfunkinfrastruktur in Deutschland zukunftsfähig zu machen. Wer sich frühzeitig informiert und handelt, kann diesen Übergang reibungslos gestalten und von den Vorteilen der neuen Technologien profitieren.





