Das indische Unternehmen Ultraviolette stellt mit der X-47 ein neues Elektromotorrad vor, das moderne Technik und Sicherheitsfunktionen vereint. Dieses Crossover-Modell bietet nicht nur einen auffälligen Look, sondern auch fortschrittliche Assistenzsysteme wie Totwinkel-Warner und Fahrspurassistent. Die X-47 ist speziell für den indischen Markt konzipiert, weckt aber auch internationales Interesse.
Wichtige Punkte
- Die Ultraviolette X-47 ist ein neues Elektromotorrad aus Indien.
- Sie verfügt über Radarsysteme für Totwinkel-Warner und Fahrspurassistent.
- Zwei Batteriegrößen (7,1 kWh und 10,3 kWh) sind verfügbar.
- Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 145 km/h.
- Preise für Deutschland sind noch nicht bekannt, in Indien startet sie bei etwa 2.330 Euro.
Ein Blick auf Design und Technik der X-47
Die Ultraviolette X-47 präsentiert sich mit einem modernen Design. Eine kurze „Entenschnabel“-Front unter einem flachen LED-Scheinwerfer prägt das Erscheinungsbild. Die vermeintliche Tankabdeckung läuft spitz nach vorne und fügt sich nahtlos in die Gesamtform ein. Hinten reicht das einteilige Kunststoffteil bis zum LED-Rücklicht.
Der Rahmen der X-47 besteht aus Stahlrohr. Eine Upside-down-Gabel vorne und ein Federbein hinten, beide in der Vorspannung einstellbar, sorgen für die Federung. Das Vorderrad wird von einer radialen Vierkolben-Bremszange mit einer 320-mm-Bremsscheibe verzögert. Hinten kommt eine Einkolben-Bremszange mit einer 230-mm-Scheibe zum Einsatz.
Die Reifen auf den Gussfelgen sind gemäßigt enduroprofiliert. Ihre Dimensionen betragen 110/70-17 vorne und 150/60-17 hinten. Diese Kombination soll eine gute Balance zwischen Grip und Wendigkeit bieten.
Interessanter Fakt
Indiens Metropolen leiden unter massiver Luftverschmutzung. Neu-Delhi hält sogar den Weltrekord. Dies ist ein Hauptgrund für die starke Förderung von Elektromobilität in Indien.
Batterieoptionen und Reichweite
Die X-47 bietet zwei Batteriegrößen: 7,1 kWh und 10,3 kWh. Ultraviolette gibt für die kleinere Version eine maximale Reichweite von 211 km an, für die größere Batterie sind es 323 km. Diese Angaben basieren auf idealisierten Bedingungen (IDC), was in der Praxis oft zu kürzeren Reichweiten führt.
Für längere Fahrten könnte dies bedeuten, dass häufige Ladepausen notwendig sind. Dies macht weite Reisen auf der X-47 zu einer zeitaufwendigen Angelegenheit. Zum Vergleich: Ein ähnliches Modell, die Zero DS mit einer 15,6-kWh-Batterie, erreicht innerorts 249 km.
Fahrmodi und deren Einfluss
Drei Fahrmodi stehen zur Verfügung, die die Reichweite direkt beeinflussen:
- Glide-Modus: Angeblicher Durchschnittsverbrauch von 40 Wh/km. Reichweite: 183 km (7,1 kWh) oder 266 km (10,3 kWh).
- Combat-Modus: Geschätzter Verbrauch von 52 Wh/km. Reichweite: 144 km (7,1 kWh) oder 209 km (10,3 kWh).
- Ballistic-Modus: Verbrauch von 60 Wh/km. Reichweite: 128 km (7,1 kWh) oder 186 km (10,3 kWh).
Diese Werte sind optimistisch und sollten als Richtwerte verstanden werden. Die tatsächliche Reichweite hängt stark vom Fahrstil und den Bedingungen ab.
Hintergrund der Elektromotorräder in Indien
In Indien gewinnen Elektromotorräder zunehmend an Bedeutung. Dies liegt auch an einer möglichen künftigen Gesetzgebung, die ab 2030 Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotoren verbieten könnte. Marken wie Ultraviolette setzen daher vollständig auf Elektroantriebe.
Ladezeiten und Motorleistung
Das Laden der X-47 erfolgt an einer 230-Volt-Steckdose. Die kleinere Batterie (7,1 kWh) benötigt etwa 3,5 Stunden, um von 20 auf 80 Prozent geladen zu werden. Für die größere Batterie (10,3 kWh) sind es rund 5 Stunden.
Ein spezieller Typ-6-Stecker für Gleichstrom-Schnellladen ist nur in Indien verfügbar und wird in Europa nicht angeboten. Dies schränkt die Flexibilität beim Laden außerhalb Indiens ein.
Motorvarianten und Fahrleistungen
Ultraviolette bietet zwei Motorvarianten an, beide mit einer Dauerleistung von 9,5 kW. Die Spitzenleistung variiert:
- Standard-Variante: 27 kW Spitzenleistung, 90 Nm maximales Drehmoment.
- Stärkere Variante: 30 kW Spitzenleistung, 100 Nm maximales Drehmoment.
Beide Versionen erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h. Der Sprint von null auf 100 km/h gelingt angeblich in 8,2 beziehungsweise 8,1 Sekunden. Die Variante mit der größeren Batterie wiegt 208 kg, die leichtere kommt auf 197 kg.
„Die Integration von Radarassistenzsystemen in ein Elektromotorrad ist ein wichtiger Schritt für die Sicherheit im Zweiradbereich und zeigt, wohin die Reise geht.“
Sicherheit und Assistenzsysteme
Alle X-47 Modelle sind serienmäßig mit einem Zwei-Kanal-ABS von Bosch ausgestattet. Hinzu kommen eine vierstufige Schlupfregelung, dynamische Stabilitätskontrolle und eine Berganfahrhilfe. Die Rekuperation lässt sich in zehn Stufen einstellen, um die Energierückgewinnung zu optimieren.
Eine Besonderheit ist das serienmäßige Radarsystem. Es warnt vor Heck-Kollisionen und unterstützt bei Überholvorgängen. Zudem umfasst es einen Totwinkel-Warner und einen Fahrspurassistenten. Diese Systeme erhöhen die Sicherheit deutlich, besonders im dichten Stadtverkehr.
Zum Manövrieren kann das Elektromotorrad auch langsam rückwärtsfahren. Alle Assistenzsysteme sind auf einem fünf Zoll großen TFT-Display einsehbar, das auch Smartphone-Konnektivität bietet.
Verfügbarkeit und Preise
In Indien ist die Ultraviolette X-47 mit 7,1-kWh-Akku für umgerechnet etwa 2.330 Euro erhältlich. Die Version mit 10,3 kWh kostet rund 3.270 Euro. Eine spezielle Variante namens „Desert Wing“ bietet zusätzlich eine beigefarbene Lackierung, Satteltaschen und eine Dash-Cam.
Ultraviolette gewährt eine Garantie von drei Jahren oder bis zu 30.000 km auf seine Elektromotorräder. Wann und zu welchem Preis die X-47 in Deutschland verfügbar sein wird, ist derzeit noch unbekannt. Das bereits erhältliche Straßenmotorrad F77 Mach2 von Ultraviolette kostet hierzulande rund 10.000 Euro.
- Ultraviolette X-47 bietet fortschrittliche Radarsysteme.
- Zwei Batteriegrößen für unterschiedliche Reichweitenanforderungen.
- Moderne Optik trifft auf robuste Technik.
- Ladezeiten und Motorleistung sind auf den Stadtverkehr abgestimmt.
- Internationale Verfügbarkeit und Preise stehen noch aus.





