Renault präsentiert eine neue Designstudie, die den legendären Renault 8 Gordini als modernes Elektroauto neu interpretiert. Das zweisitzige Coupé mit 200 kW Leistung und Heckantrieb wird auf dem Pariser Autosalon ausgestellt, ist jedoch nicht für die Serienproduktion vorgesehen.
Wichtige Punkte
- Renault stellt eine Designstudie des R8 Gordini als Elektroauto vor.
- Das Konzeptfahrzeug leistet 200 kW und verfügt über Heckantrieb.
- Es ist eine „Stilübung“ ohne geplante Serienproduktion.
- Designelemente zitieren das Original, integrieren aber moderne Lichtsignaturen.
- Die Studie ist Teil von Renaults Bestrebungen, Markentradition und Elektromobilität zu verbinden.
Ein Erbe neu gedacht: Der elektrische R8 Gordini
In Paris hat Renault eine faszinierende Designstudie enthüllt. Diese Studie ist eine Hommage an den historischen Renault 8 Gordini, jedoch vollständig als Elektrofahrzeug konzipiert. Besucher des Pariser Autosalons vom 12. bis 18. Oktober können das Fahrzeug dort erleben.
Das Konzept ist als „Stilübung“ gedacht. Es soll die reiche Markentradition von Renault mit der Zukunft der Elektromobilität verbinden. Alexandre Malval, Design-Vizepräsident, betont, dass das Fahrzeug „echte Leidenschaft für Autos“ wecken soll, statt nur Nostalgie zu bedienen.
Fakten zum Konzept
- Länge: 4,12 Meter
- Breite: 1,88 Meter
- Höhe: 1,27 Meter
- Leistung: 200 kW (Elektromotor an der Hinterachse)
- Material: Karosserie aus kohlefaserverstärktem Kunststoff
Design trifft Moderne
Das elektrische R8 Gordini Coupé unterscheidet sich deutlich vom Original. Der historische R8 war eine viertürige Limousine. Die Studie ist ein flaches, zweisitziges Coupé, deutlich niedriger und breiter. Die Leistung des Elektromotors von 200 kW übertrifft die des ersten Gordini-R8 mit 63 kW bei Weitem.
Obwohl Renault keine detaillierten technischen Daten zu Batteriegröße, Reichweite oder Höchstgeschwindigkeit preisgibt, soll die Karosserie aus kohlefaserverstärktem Kunststoff das Gewicht reduzieren. Dies ist entscheidend, um den sportlichen Charakter trotz des höheren Gewichts von Elektrofahrzeugen zu erhalten.
„Mit dem Renault 8 Gordini Concept verbinden wir unser Erbe und die Moderne und bringen die Ikonen von gestern und morgen zusammen.“
Historische Zitate und innovative Details
Das Design des Konzeptfahrzeugs ist voller Anspielungen auf das Original. Die Lackierung ist im ikonischen Bleu-de-France gehalten. Die charakteristischen doppelten weißen Streifen dürfen nicht fehlen. Sechs runde Scheinwerfer erinnern an die Rallye-Zusatzleuchten des historischen Modells.
Auch eckige Radhäuser und muschelförmige Außenspiegel wurden übernommen. Im Innenraum setzen digitale Rundanzeigen die Formen der analogen Instrumente fort. Flache Schalensitze sind mit blauem Kordbezug ausgestattet. Ein auffälliger roter Knopf für den Racetimer in der Armaturenbrettmitte betont den Motorsportcharakter.
Struktur statt Dekoration
Exterieur-Designer Kévin Goncalves erklärt, dass die doppelten Streifen mehr als nur Dekoration sind. „Es sind nicht einfach dekorative Streifen auf einer Oberfläche, sondern strukturelle Elemente, die das Design koordinieren.“ Diese Streifen verlaufen über die Karosserie, die Windschutzscheibe und das Armaturenbrett bis in den Innenraum. Dort wechselt ihre Farbe von Weiß zu Blau.
Die sechs Scheinwerfer bilden eine moderne, dreidimensionale Lichtsignatur. Die Rückleuchten strahlen durch die Karosserie, was dem Fahrzeug ein futuristisches Aussehen verleiht. Obwohl die Karosserie aus Karbon besteht, wurde dieses Material im Innenraum nicht verwendet.
Hintergrund: Gordini
Amédée Gordini war ein italienisch-französischer Automobil- und Rennwagenkonstrukteur. Ab 1957 arbeitete er mit Renault zusammen. Intern wurde er oft als „Zauberer“ der Mechanik bezeichnet. Der Name Gordini steht für sportliche Leistung und ist tief in der Renault-Geschichte verwurzelt. Für diese Studie dient der Name ausschließlich als historisches Designmotiv.
Entstehungsprozess und Zukunftsperspektiven
Der Entstehungsprozess des R8 Gordini Concept war ungewöhnlich. In einem internen Designwettbewerb reichten Designer über 300 Skizzen ein. Diese reichten von klassischem Retrodesign bis hin zu futuristischen Ansätzen. Zwei Projekte wurden ausgewählt und als Modelle im Maßstab 2:5 weiterentwickelt. Das finale Konzept kombiniert Elemente beider Entwürfe.
Renault sieht dieses Projekt als Inspirationsquelle für künftige Designentwicklungen. Ein konkreter Hinweis auf eine neue Seriendesignsprache lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Es handelt sich um ein reines Showcar, das später Teil der Sammlung im künftigen Museum „Renault Collections“ in Flins werden soll.
Reihe historisch inspirierter Studien
Das R8 Gordini Concept reiht sich in eine Serie weiterer elektrisch angetriebener Studien ein, die Bezug auf historische Renault-Modelle nehmen:
- Der R17 electric restomod, in Zusammenarbeit mit Ora Ïto.
- Der Renault 5 Diamant, mit Pierre Gonalons.
- Der Renault 5 Turbo 3E, der Berichten zufolge als Kleinserie für rund 160.000 Euro gebaut werden soll.
Im Gegensatz zum Renault 5 Turbo 3E bleibt der R8 Gordini jedoch ein Einzelstück. Eine Wiederbelebung der Marke Gordini als eigenständige Performance- oder Elektromarke hat Renault bislang nicht angekündigt.
Wussten Sie schon?
Der ursprüngliche Renault 8 Gordini war ab 1964 erhältlich. Er wurde schnell zum Symbol für erschwinglichen Motorsport und gewann zahlreiche Rallyes. Seine blaue Lackierung mit weißen Streifen ist bis heute legendär.
Diese Designstudie zeigt, wie Renault das reiche Erbe der Marke in die elektrische Zukunft überführen möchte, ohne dabei die sportliche Seele zu vergessen. Es bleibt abzuwarten, welche Elemente dieser „Stilübung“ ihren Weg in zukünftige Serienmodelle finden werden.





