Das niederländische Start-up Radian stellt die EXR vor, eine elektrische Sportenduro, die mit einem patentierten Wechselakkusystem und beeindruckenden Leistungsdaten aufwartet. Dieses System erlaubt es, leere Batterien in weniger als 30 Sekunden zu tauschen, was im Wettbewerb entscheidend sein kann. Die EXR zielt darauf ab, die Leistung herkömmlicher Verbrenner-Enduros zu übertreffen und gleichzeitig die Betriebskosten deutlich zu senken.
Wichtige Punkte
- Die Radian EXR ist eine neue Elektro-Sportenduro aus den Niederlanden.
- Sie verfügt über ein patentiertes InfiniPack-Batteriesystem mit zwei Wechselakkus.
- Ein Akkutausch ist werkzeuglos in unter 30 Sekunden möglich.
- Die Leistung des Motors beträgt bis zu 52 kW und das Drehmoment 1060 Nm.
- Das Motorrad soll ab dem vierten Quartal 2027 mit Straßenzulassung lieferbar sein.
Revolutionärer Akkuwechsel im Gelände
Im Endurosport zählt jede Sekunde. Lange Ladezeiten sind ein entscheidender Nachteil für Elektromotorräder. Radian begegnet diesem Problem mit dem innovativen InfiniPack-Batteriesystem. Es nutzt zwei Wechselakkus, die sich laut Hersteller in weniger als 30 Sekunden austauschen lassen. Dieser Vorgang kommt ohne Werkzeug aus und ist damit schneller als das Betanken einer Sportenduro mit Verbrennungsmotor.
Während der Fahrt kann der entladene Akku in einer speziellen Ladestation, die an eine Sackkarre erinnert, wieder aufgeladen werden. Dies ermöglicht es Fahrern, im Wettbewerb praktisch ohne Unterbrechung weiterzufahren. Das System ist zum Patent angemeldet und stellt einen echten Fortschritt für den Elektro-Offroad-Sport dar.
Faktencheck: Akkuwechsel
- Wechselzeit: Unter 30 Sekunden
- Werkzeug: Nicht erforderlich
- System: InfiniPack-Batteriesystem (patentiert)
Design und Technik im Detail
Die Radian EXR besticht durch ihr modernes Design mit einer flachen, langen Sitzbank. Diese Bauweise ermöglicht dem Fahrer viel Bewegungsfreiheit. Die glatten Kunststoffteile sind so gestaltet, dass sich Schmutz kaum festsetzen kann, was die Reinigung nach Geländefahrten erleichtert. Eine knappe Frontmaske integriert einen flachen LED-Scheinwerfer inklusive Tagfahrlicht.
Die Batterie selbst hat eine gebogene Form, die nicht nur den Namen des Unternehmens inspirierte, sondern auch einen schnelleren Wechsel ermöglichen und den Schwerpunkt des Motorrads optimieren soll. Dies trägt zur Handlichkeit der Enduro bei.
„Die gebogene Form der Batterie ist nicht nur ein Designmerkmal, sondern verbessert auch die Fahreigenschaften und den schnellen Akkutausch erheblich.“
Robuster Aufbau für harte Einsätze
Der leichte Aluminiumrahmen der EXR verfügt über Unterzüge und nimmt den Elektromotor, der in Kohlefaserlaminat gehüllt ist, sowie die beiden jeweils 22 Kilogramm schweren Batterien auf. Auch die Schwinge besteht aus Aluminium. Das Zielgewicht des Motorrads mit einer Batterie und Beleuchtung liegt bei 125 kg.
Hintergrund: Radian Start-up
Das Start-up Radian wurde 2021 in Twente, Niederlande, gegründet. Die Gründer haben bereits 2018 eine internationale MotoE-Vorserie gewonnen, was ihre Expertise im Bereich elektrischer Motorräder unterstreicht.
Hochwertige Fahrwerkskomponenten
Radian setzt bei den Fahrwerkskomponenten auf bewährte Qualität des Anbieters KYB. Die Upside-down-Gabel hat einen Durchmesser von 48 mm und ist voll einstellbar. Das hintere Federbein lässt sich sogar im High- und Low-Speed-Bereich anpassen. Beide Komponenten bieten einen Federweg von stattlichen 300 mm, was für den Endurosport unerlässlich ist.
Mit einer Sitzhöhe von 99 cm ist die EXR endurotypisch hoch, bietet aber im Gegenzug eine üppige Bodenfreiheit von 345 mm. Auch bei den Bremsen vertraut Radian auf hochwertige Produkte von Brembo: Ein Zweikolbenbremssattel vorn mit 260-mm-Bremsscheibe und ein Einkolbenbremssattel hinten mit 220-mm-Bremsscheibe sorgen für zuverlässige Verzögerung.
Die Hinterradbremse wird über den linken Handhebel betätigt, da die Radian keine Kupplung besitzt. Ein Schaltgetriebe ist aufgrund des Drehmomentverlaufs des Elektromotors nicht notwendig.
Leistung und Reichweite flexibel anpassbar
Der 336-Volt-Motor der Radian EXR kann seine Leistung über eine Smartphone-App via Bluetooth stufenlos einstellen. Die Spanne reicht von 7 kW bis zu 52 kW. Das maximale Drehmoment gibt der Hersteller mit beeindruckenden 1060 Nm an. Die 8,6-kWh-Batterie lädt sich am 3,3-kW-Ladegerät in 90 Minuten von 20 auf 80 Prozent auf.
Die Reichweite variiert stark je nach Einsatzgebiet. Auf einer Motocross-Strecke, wo hohe Leistung abgerufen wird, leert sich der Akku schneller als bei entspannten Fahrten auf Trails. Der Hersteller beziffert die Reichweite auf 60 bis 115 km. Eine genormte Angabe nach WMTC steht noch aus.
- Leistungsbereich: 7 kW bis 52 kW (einstellbar per App)
- Maximales Drehmoment: 1060 Nm
- Batteriekapazität: 8,6 kWh
- Ladezeit (20-80%): 90 Minuten (an 3,3-kW-Ladegerät)
- Geschätzte Reichweite: 60-115 km
Praktische Extras und Marktstart
Die EXR bietet zwei ungewöhnliche, aber praktische Features für eine Sportenduro. Zum einen gibt es einen „Rückwärtsgang“, der das Rangieren in Schrittgeschwindigkeit erleichtert. Zum anderen verfügt sie über ein sieben Liter großes Staufach unter der hochklappbaren Sitzbank, ideal für kleinere Gegenstände. Zukünftig plant Radian, dort auch einen Onboard-Charger und ein CCS-Charging-Modul unterzubringen.
Die Radian EXR soll ab dem vierten Quartal 2027 mit Straßenzulassung ausgeliefert werden und kann bereits vorbestellt werden. Die erste Serie ist zu einem Preis von 14.450 Euro erhältlich, der reguläre Preis wird 14.750 Euro betragen. Obwohl dies etwa 2800 Euro teurer ist als eine vergleichbare 450er-Sportenduro mit Verbrennungsmotor, sollen die Betriebs- und Wartungskosten der EXR um 70 Prozent niedriger liegen.





