In den Vereinigten Staaten bleibt der Diebstahl bestimmter Kia- und Hyundai-Modelle ein großes Problem. Experten gehen davon aus, dass diese Anfälligkeit für Diebstähle die Besitzer noch Jahrzehnte lang beschäftigen wird – möglicherweise bis zum Jahr 2042.
Wichtige Erkenntnisse
- Bestimmte Kia- und Hyundai-Modelle sind in den USA aufgrund einer Sicherheitslücke leicht zu stehlen.
- Diese Problematik könnte bis zum Jahr 2042 andauern, wenn die betroffenen Fahrzeuge das Ende ihrer Lebensdauer erreichen.
- Die sogenannten „Kia Boys“ nutzen eine Schwachstelle in der Wegfahrsperre aus.
- Software-Updates und Lenkradkrallen sind kurzfristige Lösungen, aber keine vollständige Behebung des Problems.
Die Ursache des Problems: Eine Schwachstelle in der Wegfahrsperre
Das Problem betrifft vor allem Kia- und Hyundai-Modelle, die zwischen 2011 und 2021 hergestellt wurden. Diese Fahrzeuge verfügen nicht über eine elektronische Wegfahrsperre, die das Anlassen des Motors ohne den passenden Schlüssel verhindert. Die Diebe, oft bekannt als die „Kia Boys“, nutzen eine einfache Methode: Sie brechen die Lenksäulenverkleidung auf und verwenden ein USB-Kabel oder einen Schraubenzieher, um den Motor zu starten.
Diese Konstruktionslücke macht die Fahrzeuge zu einem leichten Ziel. Es ist ein beunruhigender Trend, der sich in den letzten Jahren in den USA stark verbreitet hat. Die Einfachheit des Diebstahls hat die Zahl der Vorfälle in vielen Städten erheblich erhöht.
Faktencheck: Betroffene Modelle
- Kia: Modelle von 2011 bis 2021, die keinen Druckknopf zum Starten des Motors haben.
- Hyundai: Modelle von 2016 bis 2021, die ebenfalls keinen Druckknopf zum Starten des Motors haben.
Langfristige Auswirkungen und Prognosen
Ein unabhängiger Experte für Fahrzeugsicherheit und Diebstahlsprävention, Bill Wade, schätzt, dass die Folgen dieser Schwachstelle noch lange spürbar sein werden. Er geht davon aus, dass das Problem bis zum Jahr 2042 bestehen bleiben könnte. Dies liegt daran, dass die betroffenen Fahrzeuge eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 15 Jahren haben. Selbst wenn die Hersteller jetzt handeln, sind Millionen von Fahrzeugen bereits auf den Straßen.
Wade zufolge würden die letzten dieser anfälligen Fahrzeuge erst um das Jahr 2042 aus dem Verkehr gezogen. Das bedeutet, dass die Besitzer dieser Modelle noch über zwei Jahrzehnte mit einem erhöhten Diebstahlrisiko leben müssen.
„Die Fahrzeuge, die bereits auf der Straße sind, werden nicht einfach verschwinden. Sie werden weiterhin ein Ziel bleiben, solange sie in Betrieb sind“, erklärt Bill Wade.
Maßnahmen der Hersteller und Behörden
Kia und Hyundai haben auf das Problem reagiert. Sie bieten Software-Updates an, die das Anlassen des Motors ohne Schlüssel erschweren sollen. Diese Updates sind für viele, aber nicht für alle Modelle verfügbar. Zudem verteilen die Hersteller in Zusammenarbeit mit den Behörden kostenlose Lenkradkrallen an Besitzer betroffener Fahrzeuge.
Trotz dieser Bemühungen bleibt die grundlegende Schwachstelle bestehen. Die Software-Updates sind eine Verbesserung, aber kein vollständiger Schutz. Die Diebe finden oft neue Wege, die Schutzmaßnahmen zu umgehen.
Hintergrund: Die „Kia Boys“
Der Begriff „Kia Boys“ entstand durch Videos in sozialen Medien, die zeigen, wie einfach die Diebstähle durchgeführt werden können. Diese Videos haben sich viral verbreitet und eine Welle von Autodiebstählen ausgelöst, insbesondere unter Jugendlichen. Die einfache Verfügbarkeit von Anleitungen im Internet hat das Problem weiter verschärft.
Herausforderungen für die Besitzer
Besitzer von anfälligen Kia- und Hyundai-Modellen sehen sich mit mehreren Herausforderungen konfrontiert. Neben dem Diebstahlrisiko haben einige Versicherungsgesellschaften begonnen, die Prämien für diese Fahrzeuge zu erhöhen oder den Versicherungsschutz ganz zu verweigern. Dies führt zu zusätzlichen Kosten und Schwierigkeiten für die Autobesitzer.
Die Unsicherheit über die Sicherheit ihres Eigentums belastet viele Menschen. Ein einfacher Besuch im Supermarkt kann zur Sorge werden, ob das Auto bei der Rückkehr noch da ist. Diese Situation unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden und dauerhaften Lösung.
Zukunftsaussichten und Prävention
Die Hersteller arbeiten daran, zukünftige Modelle sicherer zu machen. Alle neueren Fahrzeuge verfügen über die notwendigen Wegfahrsperren. Das aktuelle Problem betrifft jedoch die bereits verkauften Modelle. Für diese Fahrzeuge sind Lenkradkrallen und Software-Updates die wichtigsten verfügbaren Schutzmaßnahmen.
Polizeibehörden in den USA raten den Besitzern, zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Dazu gehören das Parken in gut beleuchteten Bereichen, die Verwendung von Alarmanlagen und die Installation von GPS-Trackern. Diese Maßnahmen können das Diebstahlrisiko verringern, aber nicht vollständig eliminieren. Das Problem wird laut Experten noch lange eine Rolle spielen.





