Softbank Corporation, ein führendes japanisches Telekommunikations- und Technologieunternehmen, hat die Gründung eines neuen Geschäftsbereichs für die Herstellung von Batteriezellen und Energiespeichersystemen (BESS) bekannt gegeben. Das Unternehmen plant, in Japan nicht-Lithium-Batteriezellen auf Zink-Brom-Basis zu produzieren und bis etwa 2028 eine Gigawattstunden-Produktion zu erreichen. Dieser Schritt ist Teil einer umfassenden Strategie, um die steigende Nachfrage nach KI-Rechenzentren und neuer Energieinfrastruktur zu bedienen.
Wichtige Erkenntnisse
- Softbank etabliert eine vertikal integrierte Batteriezell- und BESS-Produktion in Japan.
- Fokus liegt auf Zink-Brom-Batterietechnologie, nicht auf Lithium oder Natrium-Ionen.
- Zwei neue Fabriken in Sakai City, Osaka, entstehen auf dem Gelände eines ehemaligen Sharp LCD-Werks.
- Ein großes KI-Rechenzentrum mit über 150 MW Leistung ist ebenfalls geplant.
- Zusammenarbeit mit COSMOS LAB und DeltaX für Zell- und Systementwicklung.
Softbanks Strategie für Energiespeicher und KI-Rechenzentren
Die Entscheidung von Softbank, in die Batteriezellproduktion einzusteigen, ist strategisch. Die Nachfrage nach Energiespeichern wächst weltweit stark. Besonders im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und der damit verbundenen Rechenzentren wird viel Energie benötigt. Softbank plant, diese Nachfrage mit innovativen und sicheren Batterielösungen zu bedienen.
Das Unternehmen hat sich für eine vertikal integrierte Fertigung entschieden. Das bedeutet, Softbank wird sowohl die Batteriezellen herstellen als auch diese in schlüsselfertige, containerisierte BESS-Einheiten integrieren. Dies soll eine effiziente Produktion und hohe Qualitätsstandards gewährleisten.
Faktencheck
Die Softbank Group, die Muttergesellschaft von Softbank Corporation, verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 (endend am 31. März 2026) ein Einkommen von 7,8 Billionen JPY (rund 49,4 Milliarden US-Dollar).
Standort und Produktionsziele
Für die neue Produktion werden zwei neue Anlagen, die AX Factory und die GX Factory, in Sakai City, Osaka, errichtet. Diese entstehen auf dem Gelände eines ehemaligen LCD-Werks des Elektronikherstellers Sharp. Softbank und Sharp haben im Juni 2024 eine Absichtserklärung über die Nutzung des Geländes unterzeichnet.
Die AX Factory wird als Drehscheibe für den Betrieb von KI-Rechenzentren und die Herstellung von KI-Infrastruktur-Hardware dienen. Die GX Factory hingegen konzentriert sich auf die Produktion von Batterien der nächsten Generation, Solarmodulen und verwandten Produkten. Softbank strebt bis zum Geschäftsjahr 2030 einen Jahresumsatz von über 100 Milliarden JPY für sein heimisches Batteriegeschäft an.
Fokus auf Zink-Brom-Technologie
Softbanks Wahl der Batterietechnologie ist bemerkenswert. Anstatt auf die weit verbreiteten Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP) oder die vielversprechenden Natrium-Ionen-Batterien zu setzen, konzentriert sich das Unternehmen auf Zink-Brom-Chemie. Diese Entscheidung unterstreicht den Wunsch nach Differenzierung und Innovation.
Für die Entwicklung dieser Batteriezellen hat Softbank eine Partnerschaft mit dem südkoreanischen Batterie-Startup COSMOS LAB geschlossen. COSMOS LAB wurde 2021 gegründet und hat eine Zink-Halogen-Batterietechnologie entwickelt, die reines Wasser als Elektrolyt verwendet und zu 100 % aus nicht brennbaren Materialien besteht.
"Die Zink-Halogen-Batterien kombinieren hochsichere und nicht brennbare Eigenschaften mit überlegener Energiespeicherleistung", so Softbank über die Technologie von COSMOS LAB.
Diese Eigenschaften machen sie inherent sicherer als Batterien mit flüssigen oder festen Elektrolyten. Darüber hinaus ermöglicht die Verwendung einer Halogen- (Brom-) Kathode und einer 'anodenlosen' Zinkanode höhere spezifische mAh/g-Kapazitäten als viele Lithiumbatterietypen, so COSMOS LAB.
Hintergrund: Softbank und erneuerbare Energien
Die Softbank Group ist in der erneuerbaren Energiebranche nicht unbekannt. Masayoshi Son, der Gründer des Unternehmens, rief SB Energy ins Leben. Dies geschah nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami in Ostjapan im Jahr 2011. Dieses Ereignis führte zu einer politischen Neuausrichtung hin zu mehr erneuerbaren Energien, insbesondere Solarenergie. Heute besitzt Toyota Tsusho Corporation 85 % von SB Energy, während die Softbank Group noch 15 % hält.
Unabhängigkeit von globalen Lieferketten
Ein weiterer Vorteil der Zink-Halogen-Batterietechnologie ist die Möglichkeit, die Rohmaterialien innerhalb Japans zu beziehen. Dies könnte einen Teil des japanischen Marktes von den bestehenden Batterielieferketten entkoppeln, die stark von China abhängig sind. Eine solche Unabhängigkeit ist von großer strategischer Bedeutung für die nationale Energiesicherheit.
Softbank arbeitet auch auf Systemebene mit einem Partner zusammen. DeltaX, ein südkoreanisches Startup, das sich auf KI-gestützte Mobilität und Energiespeichersysteme konzentriert, wird bei der Entwicklung und Herstellung von BESS-Systemen kooperieren, die eine weltweit führende Energiedichte erreichen sollen.
DeltaX hat bereits gezeigt, dass es mit seinen proprietären Fertigungstechnologien einen 5,37 MWh Li-Ionen-BESS in einem Standard-20-Fuß-Container unterbringen kann. Das Ziel ist nun, dies auch mit den neuen Zink-Halogen-Batterien zu erreichen.
Ausblick und Marktentwicklung
Die Ankündigung von Softbank fällt in eine Zeit, in der der japanische BESS-Markt einen lang erwarteten Aufschwung erlebt. Auch andere große Akteure treten in diesen Markt ein. Erst kürzlich hat der US-amerikanische Automobilhersteller Ford seine neue Tochtergesellschaft Ford Energy offiziell gegründet, die sich ebenfalls auf Batterie- und Energiespeichersysteme konzentriert.
Die Entwicklung von Softbank unterstreicht den globalen Trend hin zu diversifizierten und nachhaltigeren Energiespeicherlösungen. Die Investition in nicht-Lithium-Technologien könnte den Weg für eine neue Generation von Batterien ebnen, die sicherer und umweltfreundlicher sind.
- Sicherheit: Zink-Brom-Batterien sind nicht brennbar.
- Rohstoffverfügbarkeit: Materialien können in Japan bezogen werden.
- Hohe Kapazität: Anodenlose Zinkanoden ermöglichen hohe Speicherdichten.
Diese Innovationen sind entscheidend für die Energiewende und die zunehmende Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz. Softbanks Vorstoß in die Batteriefertigung ist ein klares Zeichen für das Vertrauen des Unternehmens in diese Technologien und deren Potenzial, die Energielandschaft grundlegend zu verändern.





