Singapur hat ein hochmodernes Zentrum für humanoide Robotik eröffnet. Die Home Team Science and Technology Agency (HTX) plant, bis zum Jahr 2028 den ersten humanoiden Roboter im öffentlichen Dienst einzusetzen. Dieses Zentrum, bekannt als H2RC, soll die Fähigkeiten von Robotern für eine Vielzahl von Sicherheitsaufgaben entwickeln und testen.
Wichtige Erkenntnisse
- Singapur eröffnet das Home Team Humanoid Robotics Centre (H2RC) zur Entwicklung von Robotern für die öffentliche Sicherheit.
- Ziel ist der Einsatz des ersten humanoiden Roboters im operativen Dienst bis 2028.
- Die Roboter werden für Aufgaben wie die Handhabung von Gefahrstoffen, die Nachschubversorgung von Krankenwagen und die Untersuchung nach Explosionen trainiert.
- Das Zentrum nutzt realistische Nachbildungen und fortschrittliche KI-Infrastruktur für das Training.
- Partnerschaften mit Technologieunternehmen und die Nutzung von NVIDIA Grace Blackwell GB300 GPUs beschleunigen die Entwicklung.
Das Home Team Humanoid Robotics Centre (H2RC)
Das H2RC wurde am 30. September feierlich eröffnet. Es ist eine 2.700 Quadratmeter große Einrichtung, die speziell für die Entwicklung und Erprobung humanoider Roboter konzipiert wurde. Die primäre Aufgabe des Zentrums ist es, Roboter zu trainieren, die in der Lage sind, komplexe und oft gefährliche Aufgaben im Bereich der öffentlichen Sicherheit zu übernehmen.
Die Anlage kombiniert realistische Modellumgebungen mit modernster Datenerfassung, Modelltraining und Evaluierung. Dies ermöglicht es den Ingenieuren, die Roboter unter Bedingungen zu testen, die den realen Einsatzszenarien sehr nahekommen.
Faktencheck
- Fläche: Das H2RC erstreckt sich über 2.700 Quadratmeter.
- Eröffnungsdatum: 30. September.
- Ziel: Erster operativer Einsatz eines Humanoiden bis 2028.
Anwendungsbereiche und Trainingsszenarien
Die Roboter im H2RC werden für verschiedene anspruchsvolle Aufgaben ausgebildet. Dazu gehören die Eindämmung, Minderung und Probenentnahme von Gefahrstoffen für die zivile Verteidigung Singapurs. Sie sollen auch bei der Nachschubversorgung von Krankenwagen helfen.
Ein weiteres wichtiges Trainingsfeld ist die Untersuchung von Explosionsorten für die Polizei Singapurs. Für den Gefängnisdienst werden die Humanoiden für die Suche nach Schmuggelware in Gefängniszellen geschult. Diese Aufgaben erfordern ein hohes Maß an Präzision und Anpassungsfähigkeit.
"Die Entwicklung dieser Humanoiden ist ein entscheidender Schritt, um unsere Einsatzkräfte in gefährlichen Situationen zu entlasten und die Effizienz bei kritischen Aufgaben zu steigern", sagte ein Vertreter der HTX bei der Eröffnung.
Herausforderungen im Training
Das Zentrum verfügt über simulierte Trümmerfelder sowie industrielle Rohre und Ventile. Ein Überkopfsystem unterstützt die Ingenieure dabei, die Bewegungen der Humanoiden zu testen und gleichzeitig das Risiko von Schäden während der Entwicklungsphase zu minimieren. Die Sammlung und Annotation von aufgabenspezifischen Daten stellt eine zentrale Herausforderung dar. Diese Daten sind essenziell, um visuelle, sprachliche und aktionsbasierte Modelle zu entwickeln und deren Leistung in realistischen Umgebungen zu überprüfen.
Hintergrund: Embodied AI
Embodied AI bezieht sich auf künstliche Intelligenz, die in einem physischen Körper, wie einem Roboter, verankert ist. Diese Art von KI lernt und interagiert mit der realen Welt durch Sensoren und Aktoren. Sie kann komplexe Aufgaben ausführen, die ein Verständnis der physischen Umgebung erfordern. Humanoiden sind ein Paradebeispiel für Embodied AI.
Technologische Infrastruktur und Partnerschaften
Das H2RC unterstützt eine Vielzahl von Entwicklungsmethoden, darunter Bewegungserfassung, Teleoperation, menschliche Demonstrationen und Simulationen. Gleichzeitig arbeiten die Teams an KI-Systemen, die mehrstufige Missionen eigenständig ausführen können. Das Zentrum wird vom Robotics, Automation and Unmanned Systems Engineering Team der HTX betrieben.
Bei der Eröffnung unterzeichnete HTX eine Vereinbarung mit ST Engineering. Diese Partnerschaft umfasst gemeinsame Forschung, Plattformintegration und Cybersicherheit. Weitere Partner wie Mistral AI, Field AI und General Robotics unterstützen die Entwicklung von Humanoiden für die Anwendungen des Home Teams.
Die Trainingsaktivitäten werden durch die souveräne KI-Infrastruktur NGINE von HTX unterstützt. Diese wurde mit Singtel RE:AI aufgerüstet und umfasst nun NVIDIA Grace Blackwell GB300 GPUs. Diese leistungsstarke Hardware ist entscheidend für das Training komplexer KI-Modelle.
Der Weg zum operativen Einsatz bis 2028
Das Ziel für 2028 ist der Einsatz eines ersten Humanoiden, der definierte Aufgaben an der Seite von Einsatzkräften ausführt. Es handelt sich nicht um einen breiten Flottenausbau, sondern um einen gezielten ersten Schritt. HTX betont, dass die Entwicklung über den Aufbau von Fähigkeiten, Erprobungen und Validierungen erfolgen wird, bevor es zum operativen Einsatz kommt.
Das Zentrum bietet den Behörden für öffentliche Sicherheit eine wichtige Plattform. Hier können sie testen, ob Humanoiden eine Abfolge einzelner Fähigkeiten – wie das Öffnen einer Tür, das Bewegen durch Trümmer oder das Bedienen eines Werkzeugs – in eine zuverlässige Mission umwandeln können. Dieser Übergang von Demonstrationen zu wiederholbaren Arbeitsabläufen wird den Nutzen des Programms bestimmen und seine zukünftige Rolle im öffentlichen Dienst festlegen.
- Entwicklungsschritte: Fähigkeitsaufbau, Erprobungen, Validierung, operativer Einsatz.
- Technologiepartner: ST Engineering, Mistral AI, Field AI, General Robotics.
- KI-Infrastruktur: HTX NGINE, aufgerüstet mit Singtel RE:AI und NVIDIA Grace Blackwell GB300 GPUs.





