Figure AI, ein führendes Unternehmen im Bereich humanoider Robotik, steht vor einem entscheidenden Entwicklungsschritt. Brett Adcock, CEO von Figure, hat angekündigt, dass der Übergang von Figure 03 zu Figure 04 den bisher größten Hardwaresprung in der Unternehmensgeschichte darstellen wird. Diese Aussage unterstreicht die Ambitionen des Unternehmens, die Fähigkeiten humanoider Roboter erheblich zu erweitern.
Wichtige Erkenntnisse
- Figure 04 soll den größten Hardwaresprung in der Geschichte des Unternehmens darstellen.
- Brett Adcock skizziert einen Vier-Phasen-Plan: Hardware, Autonomie, Intelligenzskalierung, Fertigung.
- Figure befindet sich am Anfang der Intelligenzskalierungsphase, die auf Daten und Rechenleistung setzt.
- Die Helix 2.5-Demonstration zeigte 237 erfolgreiche Aufgaben in 30 Haushalten.
- Das Unternehmen entwickelte ein eigenes Datenerfassungssystem namens Index, da externe Daten unzureichend waren.
Ein Fahrplan für humanoide Roboter
Brett Adcock präsentierte einen klaren Fahrplan für die Entwicklung humanoider Roboter. Dieser Plan gliedert sich in vier Hauptphasen: die Entwicklung fähiger Hardware, die Erzielung vollständiger Autonomie, die Skalierung der Intelligenz und schließlich die Massenfertigung. Laut Adcock ist Figure AI derzeit am Beginn der Phase der Intelligenzskalierung.
Die ersten beiden Phasen, Hardware und Autonomie, erfordern grundlegende technische Durchbrüche. Die nachfolgenden Phasen, Intelligenzskalierung und Fertigung, können hingegen zunehmend durch Investitionen und Kapital beschleunigt werden. Dies bedeutet, dass Figure nach der Lösung der Kernprobleme bereit ist, massiv in Daten und Rechenleistung zu investieren, um die Fähigkeiten seiner Roboter zu erweitern.
Faktencheck: Figures Vier-Phasen-Plan
- Hardware: Entwicklung von Robotern mit dem nötigen Drehmoment, Geschwindigkeit, Laufzeit und Beweglichkeit zu akzeptablen Kosten.
- KI-Autonomie: Ein Steuerungssystem, das Beobachtungen und Befehle in kontinuierliche, koordinierte Aktionen umwandelt.
- Intelligenz: Der Roboter soll mehr nützliche Verhaltensweisen in einer breiteren Palette von Situationen erfolgreich ausführen.
- Fertigung: Die Produktion muss mit den nützlichen Fähigkeiten wachsen, nicht umgekehrt.
Helix 2.5: Erste Schritte im Haushalt
Die jüngste Demonstration von Figure AI, bekannt als Helix 2.5, zeigte die Fortschritte des Roboters bei Haushaltsaufgaben. In 30 verschiedenen, zuvor ungesehenen Haushalten führte der Roboter 237 von 420 Aufgaben erfolgreich aus. Zu diesen Aufgaben gehörten das Bettenmachen, Handtücherfalten und Aufräumen von Spielzeug. Die Verhaltensweisen wurden zuvor in einer kontrollierten Umgebung trainiert.
Adcock betonte, dass diese Tests eine strukturierte Bewertung der Leistungsänderungen bei mehr Vortrainingsdaten darstellten. Obwohl der Roboter spezifische Aufgaben bewältigen konnte, räumte Adcock ein, dass das ursprüngliche Ziel, einen Roboter für langfristige autonome Arbeiten in einem Haushalt einzusetzen, noch nicht vollständig erreicht wurde. Es geht dabei um die Unterscheidung zwischen dem Ausführen definierter Aufgaben und der unabhängigen Bewältigung eines offenen Haushaltsarbeitsaufkommens.
„Man kann die Fertigung nicht vor eine dieser drei Phasen stellen“, sagte Brett Adcock und betonte die Bedeutung der schrittweisen Entwicklung.
Die Bedeutung von Daten und Index
Ein zentraler Aspekt für die Skalierung der Intelligenz ist die Verfügbarkeit hochwertiger Trainingsdaten. Figure AI hat hier eine wichtige Entscheidung getroffen: Das Unternehmen entwickelte ein eigenes Datenerfassungssystem namens Index. Der Grund dafür war die unzureichende Qualität externer Datenlieferanten.
„Wir haben eine Menge Zeug gekauft, und es war einfach Mist“, erklärte Adcock. Er betonte, dass nützliche Aufnahmen nicht nur in großer Menge, sondern auch mit den richtigen Sensoren und einer genauen Übereinstimmung mit dem, was der Roboter beobachten und bewegen kann, erstellt werden müssen. Zudem sind Prozesse zur Datenbereinigung und Betrugserkennung unerlässlich. Index ist Figures Antwort, um diese Anforderungen zu kontrollieren und die Datenversorgung zu sichern.
Hintergrund: Der UMI-Effekt
Der sogenannte UMI-Effekt beschreibt den Trend, dass Unternehmen wie Sunday und X Square eigene, von Menschen bediente Datenerfassungsgeräte um die Roboterhardware herum entwickeln. Dies soll sicherstellen, dass die gesammelten Daten optimal für das Training der Roboter geeignet sind. Figures Index-System ist ein weiteres Beispiel für diesen Ansatz, der die Herausforderung unterstreicht, menschliche Demonstrationen in nutzbare Roboterdaten umzuwandeln.
Figure 04: Ein „iPhone 1 Moment“ für humanoide Roboter
Die größte Erwartungshaltung knüpft sich an Figure 04. Adcock bezeichnete den Übergang zu Figure 04 als den „größten Sprung, den es je gab“ zwischen aufeinanderfolgenden Generationen. Er verglich Figure 04 sogar mit einem „iPhone 1 Moment“ für humanoide Roboter, was die potenziell revolutionäre Natur dieser Entwicklung unterstreicht.
Diese Neugestaltung basiert auf den umfassenden Erfahrungen, die das Unternehmen beim intensiven Betrieb von Figure 03 gesammelt hat. Obwohl Adcock keine spezifischen Details zu Gewicht, Nutzlast, Laufzeit, Geschicklichkeit oder Kosten des neuen Roboters nannte, ist seine Begeisterung ein klares Zeichen für die ehrgeizigen Ziele des Unternehmens. Ein öffentlicher Enthüllungstermin für Figure 04 steht noch aus.
Figure 04 – Die Versprechen
- Größter Hardwaresprung in der Unternehmensgeschichte.
- Basierend auf Erkenntnissen aus dem Betrieb von Figure 03.
- Potenziell revolutionär für humanoide Roboter.
- Details zu Verbesserungen und Veröffentlichungstermin noch nicht bekannt.
Die Rolle von Investitionen und Rechenleistung
Adcock verbindet die Argumentation der Intelligenzskalierung direkt mit den Datenerfassungsbemühungen von Index und der Vereinbarung über Rechenleistung mit Nscale. Er bekräftigte die bereits zugesagte Rechenleistung von 3,5 Milliarden US-Dollar und sprach von einer angestrebten Erweiterung auf 6 Milliarden US-Dollar. Dies ist eine Wette darauf, dass eine breitere menschliche Erfahrung in fähigere Roboter übersetzt werden kann, wodurch die Fertigung mit der Nachfrage nach nützlicher Arbeit wachsen kann.
Die Helix 2.5-Ergebnisse bieten einen ersten, begrenzten Test dieser These. Figure 04 hingegen verspricht einen Hardwaresprung, dessen Beweise noch ausstehen. Die Strategie von Figure AI zeigt, dass der Weg zu wirklich autonomen und nützlichen humanoiden Robotern nicht nur technische Innovation, sondern auch massive Investitionen in Dateninfrastruktur und Rechenleistung erfordert.
Die Entwicklungen bei Figure AI sind ein wichtiger Indikator für den Fortschritt in der gesamten Robotikbranche. Mit Figure 04 könnte ein neuer Meilenstein erreicht werden, der die Möglichkeiten humanoider Roboter grundlegend verändert.





