Faraday Future (FF) treibt seine Pläne voran, Roboter in den Vereinigten Staaten zu produzieren. Das Unternehmen strebt die Eröffnung einer Fabrik bis Ende 2026 an. Die ersten Roboter sollen bereits im Februar 2027 vom Band laufen. Dieser Schritt markiert eine wichtige Entwicklung in der Strategie von FF, den Robotermarkt zu erschließen.
Wichtigste Erkenntnisse
- Faraday Future plant eine US-Roboterfabrik bis Ende 2026.
- Die ersten Roboter sollen im Februar 2027 ausgeliefert werden.
- FF konzentriert sich zunächst auf die Montage und lokale Beschaffung.
- Produkte wie der Master Mini und der All-New Futurist basieren auf externen Plattformen.
- Das Unternehmen strebt eine jährliche Kapazität von 50.000 Robotern an.
Faraday Futures Strategie für die US-Produktion
Die Pläne von Faraday Future sehen vor, die Produktion in den USA schrittweise zu lokalisieren. Zunächst liegt der Fokus auf der Endmontage und den Tests der Roboter. Gleichzeitig sucht das Unternehmen nach einem geeigneten Standort für die spezielle Roboterproduktion. Dies ist der erste Schritt einer umfassenderen Strategie.
Bis zum vierten Quartal 2028 will FF die inländische Beschaffung und Fertigung weiter ausbauen. Das Ziel ist eine kombinierte jährliche Produktionskapazität von 50.000 Robotern innerhalb von fünf Jahren. Diese Kapazität bezieht sich auf die eigenen Produktionslinien des Unternehmens und stellt eine geplante, keine aktuelle Leistung dar.
Hintergrund: FF auf dem Robotermarkt
Faraday Future ist ursprünglich bekannt für seine Elektrofahrzeuge. In den letzten Jahren hat das Unternehmen jedoch sein Engagement im Robotikbereich deutlich verstärkt. Diese Diversifizierung soll neue Geschäftsfelder erschließen und die technologische Expertise von FF nutzen.
Partnerschaften und externe Technologien
Ein genauerer Blick auf die aktuelle Produktpalette von Faraday Future zeigt, dass das Unternehmen stark auf Plattformen anderer Hersteller setzt. Dies ist ein wichtiger Aspekt der Geschäftsstrategie. FF bewirbt zwar eine US-Produktion, doch die Unterscheidung zwischen der Beschaffung von Robotern, ihrer lokalen Montage und der Entwicklung der zugrunde liegenden Hardware ist entscheidend.
Das Unternehmen rekrutiert aktiv externe Roboterhersteller für die Anpassung, Zertifizierung, Montage und Markteinführung in den USA. Dies deutet auf ein Geschäftsmodell hin, das auf Integration und Lokalisierung basiert, und nicht darauf, dass jeder FF-gebrandete Roboter intern entwickelt wurde.
„Unsere Roadmap sieht vor, die Produktion schrittweise zu vertiefen und die Lieferkette in den USA zu stärken. Wir bauen auf einer Mischung aus eigenen Innovationen und strategischen Partnerschaften auf.“
Der Master Mini und die Booster-Technologie
Ein Beispiel für diese Strategie ist der Master Mini von FF. Die Produktseite des Master Mini nennt explizit Booster SDKs, Booster Gym Trainingswerkzeuge und einen Booster Controller. Die angegebenen Spezifikationen – eine Höhe von 95 Zentimetern, ein Gewicht von 19,5 Kilogramm und 22 Freiheitsgrade – stimmen mit denen des Booster K1 überein. Dies deutet stark auf ein K1-basiertes Produkt hin, das unter der Marke FF vertrieben wird.
Fakten zum Master Mini
- Höhe: 95 cm
- Gewicht: 19,5 kg
- Freiheitsgrade: 22
- Basistechnologie: Booster K1
Der All-New Futurist und AGIBOT
Auch beim All-New Futurist gibt es Anzeichen für eine externe Basis. Die Spezifikationen dieses Roboters, darunter eine Höhe von 173 Zentimetern und eine 1.152 Wh Batterie, passen zum AGIBOT A3. Die Gewichte liegen ebenfalls nah beieinander: 54 Kilogramm für das FF-Modell und 55 Kilogramm für den A3. Dies deutet auf eine Verbindung zwischen den beiden Modellen hin, obwohl eine explizite OEM-Vereinbarung nicht öffentlich bestätigt wurde.
Diese Vorgehensweise wird oft als White-Labeling bezeichnet. Es bedeutet, dass FF Produkte unter eigenem Namen anbietet, die von anderen Unternehmen hergestellt wurden. Dies schließt jedoch nicht aus, dass FF eigene Software, Integrationen oder Modifikationen hinzufügt.
Software, Dienstleistungen und Geschäftstransfer
Faraday Futures Angebot geht über die reine Hardware hinaus. Das Unternehmen plant eine gemeinsame Roboterintelligenz- und Entwicklerplattform, eine Erfassung von Einsatzdaten, industrielle Anwendungen und RoboShare, eine Plattform für Roboterdienste und -sharing. Diese Elemente sollen den Kundennutzen erhöhen, insbesondere wenn lokale Integration und Support die Bereitstellung erleichtern.
Im Rahmen der IROS 2026 hat FF auch die Rekrutierung von Entwicklern und Datenpartnern bekannt gegeben. Es gibt Interesse von Forschern und potenziellen Partnern, was die Entwicklung der geplanten intelligenten Plattform vorantreiben könnte.
Geplanter Geschäftstransfer
FF EAI Robotics Ecosystem Inc., ehemals AIxCrypto Holdings, hat eine unverbindliche Absichtserklärung zum Erwerb des Robotikgeschäfts von FFAI unterzeichnet. Der geschätzte Wert des Geschäfts liegt bei 200 Millionen US-Dollar. Es handelt sich hierbei um eine vorgeschlagene Transaktion, die noch nicht abgeschlossen ist und von Finanzierung und Liquidität abhängt.
Für Kunden können extern bezogene Hardware-Lösungen vorteilhaft sein, wenn die lokale Integration, Software und der Support den Einsatz vereinfachen. Entscheidend wird sein, welche Mehrwerte Faraday Future tatsächlich liefert: dokumentierte Fähigkeiten, die Qualität der Dienstleistung, welche Komponenten tatsächlich in den USA montiert oder hergestellt werden und wie gut die Produktionsziele im Februar erreicht werden.
Die Entwicklung einer starken US-Marke und eine ehrgeizige Produktions-Roadmap sind wichtige Schritte. Doch der Erfolg hängt letztlich von der Umsetzung und den tatsächlichen Innovationen ab, die FF in den Markt bringt.





