Asimov, ein führendes Unternehmen im Bereich humanoider Robotik, hat kürzlich ein Python Software Development Kit (SDK) für seinen Humanoiden Asimov 1 vorgestellt. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, Asimov Edge als Open-Source-Software freizugeben. Diese Entwicklung ermöglicht es Programmierern, Roboterbewegungen präziser zu steuern und unterschiedliche Steuerungsquellen effizient zu verwalten.
Wichtige Erkenntnisse
- Asimov 1 erhält ein Python SDK für präzise Robotersteuerung.
- Asimov Edge, die Steuerungssoftware, wird Open Source.
- Entwickler können nun Gehbefehle, Gelenksteuerung und Sensorzugriff nutzen.
- Die Open-Source-Freigabe fördert die Zusammenarbeit und Innovation in der Robotik.
Neues Python SDK für Asimov 1
Das neu veröffentlichte Python SDK, intern als Menlo SDK bezeichnet, bietet Entwicklern eine breite Palette an Funktionen. Es ermöglicht die direkte Steuerung der Gelenke des Asimov 1 und die Ausführung von Gehbefehlen. Darüber hinaus erhalten Programmierer Zugriff auf die Kamera, das Mikrofon und den Lautsprecher des Roboters.
Das SDK ist unter der Apache 2.0 Lizenz öffentlich verfügbar und erfordert Python 3.12 oder neuer. Es schafft eine wichtige Schnittstelle zwischen Softwareentwicklung und physischer Roboterausführung.
Faktencheck
- Das SDK unterstützt sowohl High-Level-Gehbefehle als auch direkte Gelenksteuerung.
- Es ermöglicht den Zugriff auf Kameras, Mikrofone und Lautsprecher des Roboters.
- Die Lizenz ist Apache 2.0, was die freie Nutzung und Modifikation erlaubt.
Kommunikationswege und Anwendungsbeispiele
Asimov hat zwei Hauptkommunikationswege für das SDK implementiert. LiveKit dient der Verbindung über das Internet, was Fernsteuerung und Teleoperation ermöglicht. Für lokale Anwendungen, bei denen geringe Latenz wichtig ist, empfiehlt sich eine native UDP-Schnittstelle.
In einem begleitenden Video wurden drei Anwendungsbeispiele demonstriert: vorprogrammierte Oberkörperbewegungen, Oberkörper-Teleoperation mittels eines Pico VR-Headsets und die Ausführung einer Bewegungspolitik über das SDK. Bei Letzterem werden Roboterzustandsinformationen in die Politik eingespeist, deren Ausgabe als Gelenkbefehle an die Maschine zurückgesendet wird. Die Berechnungen können dabei auf einem Laptop oder direkt auf dem Raspberry Pi des Roboters erfolgen.
Asimov Edge wird Open Source
Ein weiterer bedeutender Schritt ist die Ankündigung, Asimov Edge als Open Source freizugeben. Asimov Edge ist die Software, die als Schiedsrichter zwischen verschiedenen Steuerungsquellen fungiert. Dies ist entscheidend, wenn mehrere Anwendungen oder Bediener gleichzeitig versuchen, denselben Roboter zu steuern.
Raghav Bhardwaj, ein Teammitglied von Asimov, beschreibt Edge als eine Instanz, die Verbindungen und Prioritäten verwaltet, bevor Befehle an die Firmware weitergeleitet werden. Ein praktisches Beispiel ist die Möglichkeit für einen menschlichen Bediener, die Kontrolle zu übernehmen, wenn eine automatisierte Anwendung auf eine Kollision zusteuert. Auch die Verwaltung des Roboterverhaltens nach Abschluss einer Aufgabe fällt in den Zuständigkeitsbereich von Edge.
„Asimov Edge fungiert als zentraler Knotenpunkt, der sicherstellt, dass der Roboter immer die richtigen Befehle von der jeweils autorisierten Quelle erhält.“
Hintergrundinformationen
Die Open-Source-Strategie von Asimov begann bereits mit der Freigabe von Hardware-Designs und Trainingscode. Dieser Ansatz fördert eine breitere Beteiligung der Entwicklergemeinschaft und beschleunigt die Innovation in der Humanoiden-Robotik.
Prioritäten und Sicherheit
Die aktuelle Dokumentation von Asimov Edge legt fest, dass das Cockpit und ein gekoppeltes Gamepad Vorrang vor dem SDK haben. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das SDK keine Notstoppfunktion bietet. Die angekündigten Arbitrierungsfunktionen sind somit als Teil der Steuerungsarchitektur zu verstehen und nicht als Garantie für einen sicheren autonomen Betrieb.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels konnte der Quellcode von Asimov Edge noch nicht in den öffentlichen Repositorys von Menlo Research oder Asimov 1 gefunden werden. Die Open-Source-Freigabe bleibt vorerst eine Ankündigung, deren Code-Bestätigung noch aussteht.
Zukünftige Auswirkungen auf die Robotik
Für Entwickler, die das Asimov-Projekt von den DIY-Kits bis hin zum Bewegungstraining verfolgen, bietet das SDK eine praktische Möglichkeit, diese Komponenten zu verbinden. Sie können nun Anwendungen schreiben, die den Zustand des Roboters auslesen und dessen Bewegungen direkt steuern.
Die geplante Freigabe von Edge würde diesen Zugang auf die Regeln erweitern, die bestimmen, welche Anwendung den Roboter kontrollieren darf. Dies könnte die Entwicklung von komplexeren, kooperativen Robotersystemen erheblich vorantreiben und die Interaktion zwischen Mensch und Humanoid weiter optimieren.
- Das SDK ermöglicht die Entwicklung eigener Client-Anwendungen.
- Die Wire-Protokoll-Dokumentation unterstützt fortgeschrittene Integrationen.
- Die Open-Source-Philosophie fördert eine aktive Community.
Diese Schritte von Asimov unterstreichen den Trend zur Open-Source-Entwicklung in der Robotik, der das Potenzial hat, die Innovation in diesem Bereich nachhaltig zu beschleunigen und Humanoiden für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen.





