AGILINK, eine Ausgründung des chinesischen Robotikunternehmens AGIBOT, hat eine Bewertung von über einer Milliarde US-Dollar erreicht. Dies folgt auf eine neue Finanzierungsrunde von mehreren hundert Millionen Yuan. Das Unternehmen hat bereits mehr als 8.000 geschickte Roboterhände und 10.000 Greifer ausgeliefert, wovon fast 1.000 Einheiten aktiv in realen Umgebungen im Einsatz sind.
Wichtige Erkenntnisse
- AGILINK, ein Hersteller von Roboterhänden, hat eine Bewertung von über 1 Milliarde US-Dollar erzielt.
- Über 8.000 Roboterhände und 10.000 Greifer wurden bereits ausgeliefert, fast 1.000 sind im Dauereinsatz.
- Die OmniHand 3 Serie bietet Modelle für Forschung und Industrie, darunter das leistungsstarke Ultra-T und das robuste Lite.
- Investoren wie Baidu Ventures und Hillhouse Capital unterstützen AGILINK.
- Das Unternehmen fokussiert sich auf Softwareentwicklung und maschinelles Lernen für präzise Manipulation.
Ein Milliarden-Erfolg in der Robotik
Die Nachricht über AGILINKs Einhorn-Status unterstreicht einen klaren Trend in der Robotikbranche: Der Fokus verschiebt sich zunehmend von der bipedalen Fortbewegung hin zur feinen Manipulation. AGILINK, als Spezialist für geschickte Roboterhände, steht an der Spitze dieser Entwicklung.
Die jüngste Finanzierungsrunde, die AGILINKs vierte seit der Gründung als eigenständiges Unternehmen im Januar 2026 ist, wurde von namhaften Investoren wie Baidu Ventures, Yunfeng Capital, SAIC Financial Holdings und Hillhouse Capital unterstützt. Diese massive Kapitalspritze kommt nur Wochen, nachdem die Muttergesellschaft AGIBOT das Jahr 2026 zum „Einsatzjahr Eins“ erklärt hat. Dies signalisiert einen branchenweiten Wandel vom bloßen Vorführen technischer Fähigkeiten zur Bereitstellung messbaren Nutzens in der Fertigung.
Faktencheck
- AGILINK hat seit Januar 2026 vier Finanzierungsrunden abgeschlossen.
- Die Muttergesellschaft AGIBOT hat kürzlich den Meilenstein von 10.000 produzierten Einheiten überschritten.
- Die OmniHand 3 Lite ist eine der kleinsten massenproduzierten geschickten Hände weltweit.
Die OmniHand 3 Serie: Innovation für den Industrieeinsatz
Während einige Unternehmen auf proprietäre, hochpreisige Roboterhände setzen, verfolgt AGILINK eine gestaffelte Strategie mit hohem Volumen. Das Unternehmen berichtet, dass bereits über 8.000 geschickte Hände und 10.000 Greifer ausgeliefert wurden. Fast 1.000 dieser Einheiten sind aktiv und arbeiten achtstündige Dauerschichten in Einzelhandelslagern, Apotheken und Fabriken.
Das Herzstück dieser Entwicklung ist die neu vorgestellte OmniHand 3 Serie. Sie deckt ein breites Spektrum ab, von komplexen Forschungslösungen bis hin zu industrieller Robustheit.
OmniHand 3 Ultra-T: Das Flaggschiff
Das Spitzenmodell, die OmniHand 3 Ultra-T, ist eine Roboterhand der nächsten Generation. Sie verfügt über ein seilzuggetriebenes System mit über 22+3 Freiheitsgraden und eine 3D-Tastsensorik. Mit einem Gewicht von unter 500 Gramm kann sie eine Nutzlast von 5 kg tragen. Ein Schnellwechselsystem für Sehnen ermöglicht den Austausch von Komponenten innerhalb von zehn Minuten. Dies ist besonders wichtig, um Ausfallzeiten in industriellen Umgebungen zu minimieren.
OmniHand 3 Lite: Robust und kostengünstig
Die OmniHand 3 Lite ist ein kompaktes Modell, das etwa die Größe einer Standard-Computermaus hat. Sie ist aggressiv bepreist und in einem Gehäuse aus luftfahrttauglichem Metall mit einer geformten Silikonoberfläche untergebracht. Diese Konstruktion macht sie widerstandsfähig gegen starke Stöße und ermöglicht es ihr, Stürze von Humanoiden zu überstehen.
Hintergrundinformation
Geschickte Hände machen historisch gesehen etwa 20% der gesamten Materialkosten eines humanoiden Roboters aus. Ihre Skalierung und Kostensenkung sind entscheidend für die praktische Anwendbarkeit von Robotern. AGILINK positioniert sich hier als wichtiger Zulieferer für die gesamte globale Robotikindustrie.
OmniPicker 3: Der Schwerlastgreifer
Der OmniPicker 3 ist ein Hochleistungs-Greifer, der speziell für die traditionelle Industrieautomation entwickelt wurde. Er bietet eine Greifkraft von 140N und eine validierte Lebensdauer von 1 Million Zyklen. Dies unterstreicht AGILINKs Engagement für langlebige und zuverlässige Lösungen.
Software als Wettbewerbsvorteil
Die Hardware-Designs in der Branche gleichen sich zunehmend an. Daher nutzt AGILINK sein frisches Kapital, um sich einen Software-Vorteil zu sichern. Xiong Kun, Gründer von AGILINK und ehemaliger Leiter von Robotik-Initiativen bei Tencents Robotics X Lab und dem IDEA Research Institute, betont, dass sich die Branche von „mobiler Intelligenz“ zu „Operationsintelligenz“ entwickelt. Um die aktuellen Lücken in den Roboterfähigkeiten zu schließen, entwickelt AGILINK spezielle KI-Modelle, die explizit für die geschickte Manipulation trainiert werden. Das Unternehmen plant zudem, einen umfangreichen Datensatz für geschickte Operationen zu veröffentlichen.
„Präzision ist entscheidend – besonders bei filigranen Prozessen. Mit AGILINK OmniHand Pro in Verbindung mit dem FORCE CONTROL Roboterarm von Flexiv Robotics ermöglichen wir einen vollautomatischen Wärmetransfer mit einem neuen Maß an Stabilität und Konsistenz.“
Ein blühendes Ökosystem in China
AGILINKs schneller Aufstieg verdeutlicht eine breitere Explosion im chinesischen Sektor der verkörperten Intelligenz. Angetrieben durch eine vollständige Lieferkette und aggressive Kapitalunterstützung verzeichnete der heimische Markt im ersten Quartal 2026 über 50 Finanzierungsereignisse. Dabei flossen rund 20 Milliarden Yuan (ca. 2,94 Milliarden US-Dollar) in diesen Bereich – ein Anstieg von fast 60 % im Vergleich zum Vorjahr. Analysten weisen auf ein reifer werdendes Ökosystem hin, in dem die Entwicklung von Full-Stack-Humanoiden zunehmend der modularen Spezialisierung weicht.
Geschickte Hände werden weithin als der entscheidende Engpass für die praktische Nutzung angesehen. Durch die Skalierung der Produktion und die Senkung der Stückkosten positioniert sich AGILINK nicht nur als AGIBOT-Tochtergesellschaft, sondern als fundamentaler Zulieferer für die gesamte globale Robotikindustrie.
Weltpremiere auf der ICRA 2026
Der Zeitpunkt der massiven Finanzierungsrunde von AGILINK bereitet die Bühne perfekt für den bevorstehenden Auftritt des Unternehmens auf der IEEE International Conference on Robotics and Automation (ICRA) in Wien, Österreich. In einer kürzlich auf LinkedIn veröffentlichten Ankündigung bestätigte das Unternehmen, dass es die Veranstaltung im Juni nutzen wird, um sein komplettes Portfolio von sechs geschickten Manipulationssystemen zu präsentieren.
Noch wichtiger ist, dass AGILINK die Weltpremiere der OmniHand 3 Ultra-M veranstalten wird. Dabei handelt es sich um eine neue, direkt angetriebene geschickte Hand. Die Ultra-M repräsentiert die physische Umsetzung von AGILINKs Dual-Track-Hardwarestrategie. Sie gleicht die Nachgiebigkeit des seilzuggetriebenen Ultra-T-Modells mit der Hochpräzisionssteuerung aus, die direkt angetriebene Systeme bieten.
Live-Demonstrationen am Stand 126 werden bimanuelle, langfristige Manipulationen, Geschicklichkeit in der Handfläche und visuell-taktile Sensorik zeigen. Dies wird Forschern und Industriemedien, die die Messe besuchen, einen entscheidenden, realen Einblick in die Hardware geben, die die Milliardenbewertung des Unternehmens antreibt.





