TotalEnergies hat eine endgültige Investitionsentscheidung für das Mirny-Projekt in Kasachstan getroffen. Dieses Großprojekt umfasst einen Windpark mit einer Kapazität von 1 Gigawatt (GW) und ein Batteriespeichersystem (BESS) mit 600 Megawattstunden (MWh). Es markiert einen wichtigen Schritt in der Entwicklung erneuerbarer Energien in Zentralasien.
Wichtige Fakten
- TotalEnergies investiert in 1 GW Windkraft und 600 MWh Batteriespeicher in Kasachstan.
- Das Projekt Mirny befindet sich in der Region Zhambyl im Südosten Kasachstans.
- Die geschätzten Investitionskosten belaufen sich auf etwa 1,2 Milliarden US-Dollar.
- Ein Großteil der Finanzierung, etwa drei Viertel, wird extern bereitgestellt.
- TotalEnergies hält 60% der Anteile, Samruk Energy und KazMunayGas jeweils 20%.
Ein Megaprojekt für erneuerbare Energien
Das Mirny-Projekt ist ein ambitioniertes Vorhaben, das die Energielandschaft Kasachstans maßgeblich verändern wird. Es besteht aus 150 Windturbinen, die zusammen eine Erzeugungskapazität von 1 GW erreichen sollen. Diese Turbinen werden mit einem Batteriespeichersystem von 600 MWh gekoppelt, um die Stabilität des Stromnetzes zu gewährleisten und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Die Batterietechnologie für dieses System wird von Saft geliefert, einem europäischen Batteriehersteller und BESS-Integrator, der 2016 von TotalEnergies übernommen wurde. Die genaue Leistung (MW) des Batteriespeichers wurde nicht bekannt gegeben, doch die Kapazität von 600 MWh unterstreicht die Größe des Projekts.
Interessanter Fakt
Das Mirny-Projekt ist ein Hybridprojekt aus Windkraft und Batteriespeicher. Diese Kombination wird zunehmend wichtiger, um die Schwankungen erneuerbarer Energien auszugleichen und eine zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten.
Finanzierung und Partnerschaften
Die Gesamtinvestition für das Mirny-Projekt wird auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. Ein Großteil davon, etwa drei Viertel, wird durch ein Konsortium von Kreditgebern finanziert. Zu diesem Konsortium gehören die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), Société Générale, China Construction Bank und Standard Chartered.
TotalEnergies hält eine Mehrheitsbeteiligung von 60% an dem Projekt. Die staatliche kasachische Energieholding Samruk Energy besitzt 20% und KazMunayGas, der nationale Öl- und Gasbetreiber Kasachstans, hält die restlichen 20%.
"Die Entwicklung solcher Großprojekte ist entscheidend für die Energiewende in Zentralasien und zeigt das Engagement für eine nachhaltigere Energiezukunft", so ein Branchenexperte.
Strategische Bedeutung für Zentralasien
Das Mirny-Projekt kommt zu einer Zeit, in der das Interesse an groß angelegten Projekten für erneuerbare Energien und Energiespeicher in den strategisch wichtigen zentralasiatischen Ländern Kasachstan und Usbekistan wächst. Entwickler aus dem Nahen Osten, darunter Masdar aus Abu Dhabi, verfolgen ebenfalls Chancen in dieser Region.
Im Juni 2023 unterzeichnete Total Eren, eine Tochtergesellschaft von TotalEnergies, ein Stromabnahmevertrag (PPA) mit der kasachischen Regierung. Dieser Vertrag sichert den Verkauf des erzeugten Stroms an das staatliche Financial Settlement Center of Renewable Energy und die Einspeisung in das nationale Stromnetz.
Hintergrund: TotalEnergies und Masdar
Anfang des Monats kündigten TotalEnergies und Masdar ein Joint Venture im Wert von 2,2 Milliarden US-Dollar für Asien an. Dieses JV wird von Abu Dhabi aus betrieben und umfasst 3 GW an bereits in Betrieb befindlichen Anlagen sowie 6 GW an Projekten in fortgeschrittenem Entwicklungsstadium in Zentral-, Ost- und Südostasien. Das Mirny-Projekt ist jedoch ein separates Vorhaben, obwohl beide in derselben Region Kasachstans entwickelt werden.
Wachsende Präsenz von TotalEnergies in Kasachstan
Total Eren hat bereits zwei Solarparks in Kasachstan mit einer Gesamtkapazität von 128 MWp entwickelt, finanziert und 2019 in Betrieb genommen. Das Mirny-Projekt erweitert die Präsenz des Unternehmens im Land erheblich und diversifiziert das Portfolio um Windkraft und Batteriespeicher.
Die Entscheidung von TotalEnergies für dieses Großprojekt erfolgt trotz laufender rechtlicher Auseinandersetzungen in Kasachstan, darunter eine milliardenschwere Umweltstrafe und ein Kostenstreit um ein Offshore-Ölfeld im Kaspischen Meer.
Globale Trends bei Windkraft und Speichersystemen
Während Solar-plus-Speicher-Kombinationen aufgrund des vorhersehbareren Erzeugungsprofils von Solaranlagen häufiger vorkommen, gewinnen Projekte, die Windkraft mit Batteriespeichersystemen (BESS) koppeln, zunehmend an Bedeutung. Diese Hybridlösungen bieten eine verbesserte Netzstabilität und ermöglichen eine effizientere Nutzung erneuerbarer Energien.
In Finnland ging im Juni 2025 das erste co-lokalisierte BESS-Projekt an einem Windpark in Betrieb. Das 330 MW/41 MWh Ainola BESS, entwickelt von Ilmatar und Nuveen Infrastructure, nimmt am Großhandelsstrommarkt teil und strebt die Zulassung für Reservemärkte an.
- Finnland: Erste Wind-BESS-Kopplung Ainola BESS (330 MW/41 MWh) seit Juni 2025 in Betrieb.
- Schweden: OX2 plant zwei BESS-Projekte (insgesamt 235 MW/470 MWh) zur Kopplung mit Windparks.
- Downing: Entwickelt ein 20 MW BESS an einem 30 MW Windpark in Finnland, um überschüssige Netzkapazität zu nutzen.
Diese Entwicklungen zeigen einen klaren Trend: Die Integration von Batteriespeichersystemen in Windkraftanlagen wird weltweit vorangetrieben, um die Effizienz und Zuverlässigkeit der Stromnetze zu verbessern. Das Mirny-Projekt in Kasachstan reiht sich in diese globale Entwicklung ein und unterstreicht die wachsende Bedeutung von Hybridlösungen für die Energiewende.





