Vier große Batteriespeicherprojekte (BESS) mit einer Gesamtkapazität von 2,2 GWh in wichtigen europäischen Märkten haben erfolgreich Finanzierungen erhalten. Damit kann der Bau dieser Anlagen beginnen. Die Projekte befinden sich in Polen, Belgien und Spanien und repräsentieren einen bedeutenden Fortschritt für die Energiesicherheit und die Integration erneuerbarer Energien in der EU.
Wichtige Erkenntnisse
- Vier große BESS-Projekte in Polen, Belgien und Spanien sichern Finanzierung.
- Gesamtkapazität der Projekte beträgt 2,2 GWh.
- Finanzierungen unterstützen den Bau und die Inbetriebnahme bis 2027/2028.
- Kapazitätsmarktverträge sichern langfristige Einnahmen für die Projekte.
Polen treibt Energiespeicher voran
In Polen hat der unabhängige Stromerzeuger (IPP) R.Power Renewables die Finanzierung für sein 150 MW/300 MWh Batteriespeichersystem in Jedwabno gesichert. Das Finanzierungspaket beläuft sich auf 270 Millionen PLN (etwa 64 Millionen Euro) und stammt von Siemens Financial Services und der Erste Group. Es soll den Bau des Projekts bis zur Fertigstellung Ende 2026 unterstützen.
Faktencheck
- R.Power Jedwabno: 150 MW/300 MWh
- Finanzierung: 270 Millionen PLN (ca. 64 Millionen Euro)
- Partner: Siemens Financial Services, Erste Group
- Inbetriebnahme geplant: Ende 2026
Das Unternehmen bezeichnet dies als das bisher größte Projektfinanzierungsabkommen für ein Batteriespeichersystem im Versorgungsmaßstab in Polen. Wie andere R.Power-Projekte in Polen verfügt auch dieses Projekt über einen 17-jährigen Kapazitätsmarktvertrag.
Das Energieunternehmen Axpo wird die Batterie im Rahmen eines langfristigen Optimierungsvertrags handeln. Dies gilt auch für ein weiteres R.Power-Projekt in Polen, das 300 MW/1.200 MWh Dzięgielewo-System, das 2028 in Betrieb gehen soll. R.Power baut zudem ein 254 MWh BESS an einer Solaranlage in Rumänien.
OX2 startet Bau in Polen
Auch der Entwickler und EPC-Dienstleister OX2 hat den Baubeginn für separate Solar- und BESS-Projekte in Polen angekündigt. Das Unternehmen hat die endgültige Investitionsentscheidung getroffen und beginnt mit dem Bau des 165 MWp Solarparks Lion in der Woiwodschaft Lebus und eines 50 MW/120 MWh BESS in der Woiwodschaft Karpatenvorland.
Dieses BESS ist OX2s erstes Batterieprojekt in Polen und sicherte sich ebenfalls einen 17-jährigen Kapazitätsmarktvertrag in der Auktion von 2022 für die Lieferung im Jahr 2027. OX2 hat ein langfristiges Projektfinanzierungspaket mit NORD/LB und CaixaBank für diese Projekte abgeschlossen. Das Unternehmen führt Engineering-, Beschaffungs- und Bauaktivitäten (EPC) typischerweise intern durch.
Belgien stärkt Netzsicherheit
In Belgien hat der IPP Aukera Energy den finanziellen Abschluss für sein 170 MW/340 MWh Projekt Volt BESS in La Louvière erreicht. Dieses Projekt wurde in einem Joint Venture mit der Weerts Group entwickelt. Eine Kreditfazilität von 97,5 Millionen Euro wurde unterzeichnet, und das Projekt soll Mitte 2027 in Betrieb gehen.
Hintergrund: Kapazitätsmechanismus
Der belgische Kapazitätsvergütungsmechanismus (CRM) ist ein System, das die Verfügbarkeit von Stromerzeugungskapazitäten sicherstellt. Es vergütet Stromerzeuger und Speicherbetreiber dafür, dass sie Kapazitäten für das Netz bereithalten, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, insbesondere in Zeiten hoher Nachfrage oder geringer erneuerbarer Erzeugung.
Das Projekt verfügt über einen 15-jährigen Vertrag im belgischen Kapazitätsmarkt, dem sogenannten Capacity Remuneration Mechanism (CRM), der im November 2025 gesichert wurde. Das Projekt beinhaltet auch flexible Erweiterungsmöglichkeiten, um längere Laufzeiten zu unterstützen, da sich der belgische Energiemarkt und die Netzbedingungen weiterentwickeln.
„Belgien hat sich stillschweigend zu einem der glaubwürdigsten Märkte Europas für Batteriespeicher entwickelt, verankert durch den Kapazitätsvergütungsmechanismus von Elia und eine heimische Finanzgemeinschaft, die Flexibilitätsinfrastruktur versteht."
Die vorrangigen Schulden werden von ABN AMRO Bank und Triodos Bank bereitgestellt, während nachrangige Schulden von den belgischen Investoren I4B, Wallonie Entreprendre und Socofe stammen. Das Projekt ist an das Hochspannungsübertragungsnetz des Übertragungsnetzbetreibers (TSO) Elia am Umspannwerk La Croyère angeschlossen. Aukera ist auch in Großbritannien und Rumänien im Bereich großer BESS aktiv.
Spanien setzt auf grüne Finanzierung
Der IPP BRUC hat einen grünen Kreditfinanzierungsvertrag über 370 Millionen Euro mit Banco Santander und Banco Sabadell abgeschlossen. Diese Finanzierung dient der Realisierung von 659 MW Solar-PV-Anlagen und 1,6 GWh BESS-Projekten in der Provinz Teruel, Region Aragonien. Die Projekte sollen unter Stromabnahmeverträgen (PPAs) mit ungenannten Abnehmern betrieben werden und bis 2027 in Betrieb gehen.
Dies folgt auf eine frühere Finanzierung im Januar, bei der das Unternehmen 474 Millionen Euro sicherte, um bereits betriebene 858 MW Solar-PV-Projekte zu refinanzieren und die zukünftige Finanzierung von 650 MW BESS zu ermöglichen. Diese Projekte befinden sich in Andalusien, Extremadura und Aragonien, sodass sich diese beiden angekündigten Finanzierungen teilweise auf dieselben Kapazitäten beziehen könnten.
Zukunft der Energiespeicherung in Europa
Die jüngsten Finanzierungen in Polen, Belgien und Spanien unterstreichen das wachsende Vertrauen in die europäische Energiespeicherbranche. Die Projekte tragen dazu bei, die Netze zu stabilisieren, die Integration erneuerbarer Energien zu verbessern und die Energiesicherheit in der Region zu erhöhen. Mit Kapazitätsmarktverträgen und grünen Finanzierungsmodellen wird die Entwicklung weiterer Großprojekte gefördert, was Europa auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Energiezukunft entscheidend voranbringt.
Wichtige Zahlen
- Gesamtkapazität der neuen BESS: 2,2 GWh
- R.Power Jedwabno: 300 MWh
- OX2 BESS Polen: 120 MWh
- Aukera Volt Belgien: 340 MWh
- BRUC Spanien: 1,6 GWh
Die Kombination aus Solarenergie und Batteriespeichern wird zunehmend als Schlüssellösung für die Energiewende angesehen. Diese Investitionen zeigen, dass die Finanzmärkte bereit sind, in solche Infrastrukturen zu investieren, die für eine stabile und grüne Energieversorgung unerlässlich sind.
Die europäischen Länder setzen weiterhin auf den Ausbau von Speicherkapazitäten, um die Volatilität der erneuerbaren Energien auszugleichen und eine zuverlässige Stromversorgung zu gewährleisten. Diese Projekte sind ein klares Signal für die Entschlossenheit der EU, ihre Klimaziele zu erreichen und eine unabhängige Energieversorgung zu sichern.





