Die Energiespeichersysteme (BESS) im National Electricity Market (NEM) Australiens zeigten in der ersten Januarwoche 2026 uneinheitliche Ertragsmuster. Während Südaustralien die höchsten Einnahmen erzielte, erlebte New South Wales sowohl Gewinne als auch Verluste. Die Daten, die Aurora Energy Research in ihrem NEM Weekly Battery Benchmark Report für den Zeitraum vom 2. bis 8. Januar 2026 veröffentlichte, verdeutlichen die unterschiedlichen Marktbedingungen und Netzanforderungen in den östlichen Bundesstaaten.
Wichtige Erkenntnisse
- Südaustralien führte bei den BESS-Einnahmen mit bis zu 14.271 AU$/MW.
- New South Wales zeigte die größte Volatilität, mit negativen und positiven Erträgen.
- Kürzere Batteriespeicherzeiten (1 Stunde) erzielten durchweg höhere Spreads.
- Eine Hitzewelle in der ersten Januarwoche beeinflusste die Marktbedingungen erheblich.
Südaustralien an der Spitze der Erträge
Südaustralien verzeichnete die stärkste Leistung bei den Batteriespeichererträgen. Die Einnahmen pro Megawatt (MW) Nennleistung reichten von 2.096 AU$ (ca. 1.300 US$) bis zu beeindruckenden 14.271 AU$. Diese Zahlen unterstreichen die entscheidende Rolle der Speichersysteme für die Netzstabilität und die Integration erneuerbarer Energien in diesem Bundesstaat.
Die hohen Ertragsspitzen sind ein Indiz für die Premiumpreise, die während kritischer Perioden der Netzunterstützung erzielt werden konnten. Die Großhandelspreisspannen in Südaustralien boten die höchsten Arbitragemöglichkeiten über alle Batteriespeicherdauern hinweg. Systeme mit einer Speicherdauer von einer Stunde erzielten durchschnittliche tägliche Großhandelsspannen von 1.836 AU$/MWh. Bei zweistündigen Systemen waren es 1.066 AU$/MWh, und dreistündige Batterien erreichten 640 AU$/MWh.
Faktencheck: Arbitragemöglichkeiten
Arbitrage im Energiesektor bedeutet, Strom zu kaufen, wenn die Preise niedrig sind (z.B. bei hohem Angebot an erneuerbaren Energien), und ihn zu verkaufen, wenn die Preise hoch sind (z.B. bei hoher Nachfrage oder geringem Angebot). Batteriespeicher sind ideal für diese Strategie.
Queensland und Victoria mit stabilen bis moderaten Ergebnissen
Queensland zeigte durchweg positive Renditen. Die Einnahmen lagen zwischen 728 AU$/MW und 1.291 AU$/MW. Diese stabile Spanne deutet auf regelmäßige Arbitragemöglichkeiten hin. Das wachsende Angebot an erneuerbaren Energien in Queensland schafft eine anhaltende Nachfrage nach Speicherleistungen, um Angebotsschwankungen auszugleichen.
Die Großhandelspreisspannen in Queensland spiegelten diese Stabilität wider. Einstündige Systeme erreichten 118 AU$/MWh, zweistündige BESS 110 AU$/MWh und dreistündige Batteriespeicher 100 AU$/MWh. Diese moderaten, aber konsistenten Spreads sichern den Betreibern von Batteriespeichersystemen (BESS) zuverlässige Einnahmequellen.
Hintergrund: Australiens Energiemarkt
Der National Electricity Market (NEM) verbindet die Stromnetze der östlichen und südlichen Bundesstaaten Australiens. Er ist einer der längsten Wechselstrommärkte der Welt und integriert zunehmend erneuerbare Energien, was die Nachfrage nach flexiblen Speicherlösungen erhöht.
Victoria zeigte eine moderate Leistung, mit Einnahmen zwischen 480 AU$/MW und 3.381 AU$/MW. Diese Spanne spiegelt den vielfältigen Energiemix und die variierenden Netzbedingungen des Bundesstaates wider. Sie deutet auf Chancen für strategisch positionierte Batteriespeichersysteme während Spitzenlastzeiten hin.
Die Großhandelsspannen in Victoria zeigten ein solides Arbitragepotenzial. Einstündige BESS erzielten 313 AU$/MWh, zweistündige Systeme 240 AU$/MWh und dreistündige Batterien 184 AU$/MWh.
New South Wales: Volatilität und Hitzewelle-Effekte
New South Wales präsentierte die volatilsten Ergebnisse. Die Einnahmen reichten von -48 AU$/MW bis zu 1.034 AU$/MW. Die negativen Renditen zeigen Perioden an, in denen Batteriespeicherbetreiber für das Laden während eines Überangebots bezahlen mussten. Positive Einnahmen demonstrieren dagegen erfolgreiche Arbitrage während Zeiten hoher Nachfrage.
Trotz der Ertragsvolatilität zeigten die Großhandelsspannen in New South Wales vernünftige Arbitragemöglichkeiten. Einstündige Batterien erzielten 158 AU$/MWh, zweistündige Systeme 136 AU$/MWh und dreistündige BESS 112 AU$/MWh.
"Viele netzgekoppelte BESS-Anlagen an der Ostküste bieten Speicherdauern von zwei bis drei Stunden. Diese Entladekapazität reicht während mehrtägiger extremer Wetterereignisse, wenn der Klimaanlagenbedarf über längere Zeiträume hoch bleibt, nicht aus."
Auswirkungen der Hitzewelle
In der ersten Januarwoche wurde ein Großteil Australiens von einer schweren Hitzewelle heimgesucht. Insbesondere in den östlichen Bundesstaaten stiegen die Temperaturen in weiten Teilen von New South Wales, Victoria und Südaustralien auf über 40 °C. Einige Binnenregionen erlebten mehrere aufeinanderfolgende Tage mit über 46 °C. Die Regierung von Victoria erklärte aufgrund zahlreicher Buschbrände in der Region sogar den "Katastrophenzustand".
Dieses extreme Wetterereignis intensivierte sich ab dem 7. Januar. Viele Regionen verzeichneten die höchsten Temperaturen seit sechs oder sieben Jahren. Trotz einer möglichen Leistungsdegradation der Batterien durch die extreme Hitze konnten die Betreiber die Einnahmemöglichkeiten in den NEM-Staaten nutzen.
Kürzere Speicherdauer bevorzugt
Die Großhandelsspannen zeigen ein konsistentes Muster in allen Bundesstaaten: Batterien mit kürzerer Speicherdauer erzielen höhere durchschnittliche tägliche Spreads als Systeme mit längerer Dauer. Dieser Trend spiegelt den Premiumwert schneller Reaktionsfähigkeiten während Spitzenlastzeiten und bei Netzstabilitätsereignissen wider.
Die Fähigkeit, schnell auf Preisänderungen zu reagieren und Energie innerhalb kurzer Zeiträume zu verschieben, ist im aktuellen Markt besonders wertvoll. Dies begünstigt Investitionen in flexiblere, kurzfristige Speichersysteme, die schnell auf die Dynamik des Stromnetzes reagieren können.
- 1-Stunden-Systeme: Höchste Spreads, ideal für schnelle Arbitrage.
- 2-Stunden-Systeme: Solide Spreads, gute Balance zwischen Kapazität und Flexibilität.
- 3-Stunden-Systeme: Geringere Spreads, aber weiterhin relevant für längere Lastspitzen.
Die Daten von Aurora Energy Research bieten wichtige Einblicke in die Leistung und Rentabilität von Batteriespeichersystemen in einem sich schnell entwickelnden Energiemarkt. Sie zeigen, dass die Investition in Speichertechnologien entscheidend für die Energiewende Australiens ist, aber auch, dass die Marktbedingungen regional stark variieren können.





