Ägypten positioniert sich als führender Akteur im Bereich der erneuerbaren Energien in Afrika. Die Internationale Finanz-Corporation (IFC) der Weltbankgruppe hat ein umfangreiches Finanzierungspaket für ein 1-Gigawatt-Solar-PV-Kraftwerk mit einer 600-Megawattstunden-Energiespeicheranlage in Ägypten zugesagt. Dieses Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Entwickler AMEA Power und dem Investor Kyuden International Corporation entsteht, stellt einen entscheidenden Schritt in der Energiewende des Landes dar.
Die Gesamtinvestition für dieses Vorhaben beläuft sich auf etwa 700 Millionen US-Dollar. Es wird erwartet, dass die Anlage im Juni 2026 ihren kommerziellen Betrieb aufnehmen wird. Damit entsteht in Ägypten nicht nur Afrikas größte Einzelanlage für erneuerbare Energien, sondern auch das größte Batteriespeichersystem des Kontinents.
Wichtige Erkenntnisse
- IFC finanziert 1GW Solar-PV-Anlage mit 600MWh Speicher in Ägypten.
- Projektvolumen beträgt 700 Millionen US-Dollar.
- Inbetriebnahme für Juni 2026 geplant.
- Größte Einzelanlage für erneuerbare Energien und Batteriespeichersystem in Afrika.
- Weitere Projekte für Solar- und Batteriespeicher in Ägypten in Entwicklung.
Finanzierung und Partnerschaften stärken den Ausbau
Die IFC hat ein Senior-Fremdkapitalpaket von 570 Millionen US-Dollar angeführt. Dieses Paket umfasst sowohl eigene Mittel der IFC als auch Beiträge von Partnern wie dem OPEC Fund for International Development und der Europe Arab Bank. Die Finanzierung wird durch konzessionäre Mischfinanzierungen des Clean Technology Fund (CTF) der Weltbank und des MENA Private Sector Development Programms ergänzt, einer Initiative der IFC und der niederländischen Regierung.
Der in Dubai ansässige Entwickler AMEA Power hält 60% des Projekts, während das japanische Unternehmen Kyuden die restlichen 40% besitzt. Für Kyuden International, eine Tochtergesellschaft von Kyushu Electric Power Corp, markiert dieses Projekt den ersten Einstieg in den ägyptischen Markt. AMEA Power hat sich bereits als wichtiger Akteur in Ägyptens Energiesektor etabliert.
„Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern ist entscheidend, um die ambitionierten Ziele Ägyptens im Bereich der erneuerbaren Energien zu erreichen und eine nachhaltige Zukunft zu gestalten.“
AMEA Powers wachsende Präsenz in Ägypten
Das aktuelle Großprojekt ist ein weiterer Meilenstein für AMEA Power in Ägypten. Das Unternehmen hat erst vor wenigen Monaten das erste große Batteriespeichersystem des Landes in Betrieb genommen. Dieses 300-Megawattstunden-System ist Teil des 500-Megawatt-Solarprojekts Abydos. Auch dieses Vorhaben wurde mit Mitteln der IFC unterstützt.
AMEA Power plant zudem den Bau weiterer eigenständiger Batteriespeicherprojekte in Ägypten. Anfang dieses Jahres wurden Kapazitätskaufverträge (CPAs) mit der ägyptischen Regierung für ein 500-Megawattstunden-System im Küstendorf Zafarana und für ein 1.000-Megawattstunden-Projekt in Benban am Nilufer unterzeichnet. Diese Projekte unterstreichen das Engagement Ägyptens für eine diversifizierte und nachhaltige Energieversorgung.
Faktencheck
- Gesamtinvestition: ca. 700 Millionen US-Dollar
- Solarleistung: 1 Gigawatt
- Speicherkapazität: 600 Megawattstunden
- Geplanter Betrieb: Juni 2026
- Standort: Gouvernement Assuan, ca. 900 km südlich von Kairo
Weitere Entwicklungen im ägyptischen Energiesektor
Neben den Projekten von AMEA Power gibt es weitere bedeutende Fortschritte im ägyptischen Sektor für erneuerbare Energien. Der norwegische Entwickler Scatec sicherte sich 479,1 Millionen US-Dollar für sein Obelisk Solar-plus-Speicherprojekt in der Nagaa Hammadi Region Ägyptens. Obelisk wird eine Solar-PV-Kapazität von 1,1 Gigawatt in zwei Phasen umfassen und ein 100-Megawatt/200-Megawattstunden-BESS, das in der ersten Phase implementiert wird.
Scatec hat kürzlich auch Eigenkapitalvereinbarungen für das Projekt mit dem norwegischen Staatsfonds Norfund und dem französischen Unternehmen EDF bekannt gegeben. Diese internationalen Kooperationen zeigen das Vertrauen globaler Investoren in das Potenzial Ägyptens als Hub für grüne Energie.
Neue Produktionsstätte für Solarzellen und Module
Ein weiteres Highlight ist der Spatenstich für eine neue Produktionsstätte für Solar-PV-Zellen, -Module und Batteriespeichersysteme. Dieses Joint Venture wird von dem chinesischen Solar-PV-Modulhersteller JA Solar geleitet. Der 210 Millionen US-Dollar teure ATUM Solar Komplex in der Sokhna-Region der Suezkanal-Wirtschaftszone wird drei separate Fertigungsanlagen umfassen.
Eine Anlage wird jährlich 2 Gigawatt Solar-PV-Zellen produzieren, die zu 100% für den Export bestimmt sind. Die anderen beiden Anlagen werden jährlich 2 Gigawatt PV-Module und 1 Gigawattstunde Energiespeichersysteme herstellen, die für lokale und regionale Märkte vorgesehen sind. Dieses Vorhaben schafft Arbeitsplätze und reduziert Ägyptens Abhängigkeit von importierten Produkten im Bereich der sauberen Energie.
Hintergrundinformationen
Ägypten hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien am Strommix deutlich zu erhöhen. Die strategische Lage des Landes mit hoher Sonneneinstrahlung und verfügbaren Flächen bietet ideale Voraussetzungen für den Ausbau der Solarenergie. Der Bau großer Speicheranlagen ist entscheidend, um die volatile Stromerzeugung aus Solar- und Windkraft zu stabilisieren und eine zuverlässige Energieversorgung zu gewährleisten.
Das im Sommer gegründete Joint Venture wird von vier Hauptakteuren unterstützt: JA Solar als Technologieinvestor, das ägyptische Unternehmen AH, der Investor Global South Utilities aus den VAE und Infinity Capital aus Bahrain. Bei der Grundsteinlegung am 15. Dezember waren hochrangige ägyptische Beamte anwesend, darunter der stellvertretende Premierminister Kamel El-Wazir und Walid Gamal El-Din, Vorsitzender der General Authority for the Suez Canal Economic Zone. Beide betonten die Rolle des Projekts bei der Schaffung lokaler Arbeitsplätze und der Verringerung der Abhängigkeit Ägyptens von importierten Produkten im Bereich der sauberen Energie.
Zukunftsperspektiven für erneuerbare Energien in Ägypten
Ägypten entwickelt sich zu einem wichtigen Knotenpunkt für erneuerbare Energien in der MENA-Region. Die Kombination aus großen Solar- und Speicherprojekten sowie der Aufbau lokaler Produktionskapazitäten schafft eine solide Grundlage für zukünftiges Wachstum. Die Partnerschaften mit internationalen Investoren und Entwicklern sind dabei ein Schlüssel zum Erfolg.
Die Bemühungen des Landes, die Energieinfrastruktur zu modernisieren und auf nachhaltige Quellen umzustellen, tragen nicht nur zum Klimaschutz bei, sondern fördern auch die wirtschaftliche Entwicklung und schaffen neue Perspektiven für die Bevölkerung. Mit diesen Projekten festigt Ägypten seine Position als Vorreiter in der afrikanischen Energiewende.





