Das Projekt Wala Wala Pumpspeicherkraftwerk in Australien, eine Initiative von EDF Power Solutions Australia, wurde der australischen Bundesregierung zur Umweltprüfung vorgelegt. Das geplante Kraftwerk in der Dungowan Valley, New South Wales, soll eine Kapazität von 300-400 MW mit einer Speicherdauer von zehn Stunden bieten. Dies entspricht einer Speicherkapazität von 3.000 bis 4.000 MWh.
Wichtige Punkte
- Projekt Wala Wala: 300-400 MW Pumpspeicherkraftwerk in New South Wales.
- Speicherkapazität: 3.000 bis 4.000 MWh über zehn Stunden.
- Standort: Dungowan Valley nahe Ogunbil, Tamworth-Region.
- Baubeginn: Geplant für Anfang 2029, Fertigstellung Mitte 2033.
- Umweltprüfung: 80 bedrohte Arten und zwei gefährdete Ökosysteme betroffen.
Ein neues Energiespeicher-Projekt für New South Wales
Das Projekt Wala Wala ist ein wichtiger Schritt für die Energieversorgung in New South Wales. Es soll die Region mit dringend benötigter Langzeitspeicherkapazität versorgen. Die Anlage wird aus zwei voneinander unabhängigen Stauseen bestehen. Diese Stauseen sind durch eine unterirdische Pipeline und ein Wasserkraftwerk miteinander verbunden.
Ein unterer Stausee in der Nähe des Dungowan Creek und ein oberer Stausee auf etwa 1.131 Metern Höhe bilden das Herzstück der Anlage. Wasser wird in Zeiten geringer Stromnachfrage in den oberen Stausee gepumpt. Bei Spitzenbedarf wird es dann abgelassen, um Strom zu erzeugen.
Fakten zum Projekt
- Leistung: 300-400 Megawatt
- Speicherdauer: 10 Stunden
- Gesamtspeicherkapazität: 3.000-4.000 Megawattstunden
- Geplante Betriebszeit: Rund 100 Jahre
Netzanbindung und Wasserversorgung
Das Kraftwerk wird über ein neues Umspannwerk und eine 330-kV-Übertragungsleitung an das bestehende Netz von Transgrid angebunden. Diese Leitung führt zur Linie 85 bei Bendemeer. EDF Power Solutions Australia prüft zudem eine zukünftige Anbindung an die geplante New England Renewable Energy Zone (REZ) von EnergyCo.
Die Wasserversorgung ist noch in Klärung. Ein Teil des Wassers könnte aus dem bestehenden Dungowan-Staudamm entnommen werden. Dies würde über eine neue oder die vorhandene Pipeline erfolgen, abhängig von weiteren Gesprächen mit dem Tamworth Regional Council.
Umweltbedenken und Artenschutz
Die Umweltprüfung des Projekts Wala Wala hat erhebliche ökologische Auswirkungen identifiziert. Der Bericht listet 80 bedrohte Arten auf, die im Projektgebiet vorkommen könnten. Für 66 dieser Arten besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie erheblich beeinträchtigt werden.
Besonders gefährdet sind der Honigfresser, Koalas, Große Gleithörnchen, Großohr-Fledermäuse und Fleckenbeutelmarder. Zudem sind 26 bedrohte Pflanzenarten betroffen. Auch zwei gefährdete Ökosysteme wurden bestätigt: der kritisch gefährdete 'White Box-Yellow Box-Blakely’s Red Gum Grassy Woodland' und die 'New England Peppermint Grassy Woodlands'.
„Die Notwendigkeit großflächiger Energiespeicher ist dringend. Doch wir müssen die Umweltauswirkungen sorgfältig abwägen und minimieren.“
Hintergrund: New South Wales Energie-Roadmap
Das Projekt Wala Wala unterstützt die „New South Wales Electricity Infrastructure Roadmap“. Diese Roadmap und der „Integrated System Plan 2026“ des AEMO betonen den dringenden Bedarf an Energiespeichern. Die Speicherkapazitäten sind entscheidend, um die Versorgungssicherheit nach der geplanten Stilllegung von Kohlekraftwerken zu gewährleisten.
Zeitplan und weitere Pumpspeicherprojekte
Der Baubeginn für Wala Wala ist für Anfang 2029 geplant. Die Bauzeit wird voraussichtlich vier bis fünf Jahre betragen. Der kommerzielle Betrieb soll Mitte 2033 aufgenommen werden. Das Kraftwerk ist für eine Lebensdauer von rund 100 Jahren ausgelegt.
Wala Wala reiht sich in eine Reihe von Pumpspeicherprojekten in New South Wales ein. Der Bundesstaat arbeitet daran, seine Langzeitspeicherkapazitäten zu sichern, bevor Kohlekraftwerke stillgelegt werden.
Andere wichtige Projekte in New South Wales
- Stratford Pumpspeicherkraftwerk: Im Juli 2026 erhielt das 3,6 GWh-Projekt in einem ehemaligen Tagebau die Genehmigung. Es kombiniert ein 300 MW Pumpspeicherkraftwerk mit einer 320 MW Solaranlage. Das Projekt nutzt bestehende Mineninfrastruktur, um Kosten zu senken.
- Muswellbrook Projekt: AGL und Idemitsu Australia entwickeln ein 250 MW Pumpspeicherkraftwerk.
- Lake Lyell Anlage: EnergyAustralia plant ein 335 MW Projekt.
Diese drei Projekte wurden 2024 als „Critical State Significant Infrastructure“ eingestuft. Dies bedeutet eine beschleunigte Genehmigung und koordinierte Bewertung durch Regierungsbehörden.
Neue „Critical Infrastructure“ Projekte
Im Februar 2026 wurden zwei weitere Pumpspeicherprojekte als kritische Infrastruktur deklariert:
- Phoenix Projekt von ACEN Australia: 1.000 MW / 11.990 MWh nahe Mudgee.
- Western Sydney Projekt von ZEN Energy: 2.000 MW / 16.000 MWh am Lake Burragorang.
Diese Projekte wurden durch Machbarkeitsstudien des staatlichen Wasserversorgers WaterNSW identifiziert. Die Einstufung als kritische Infrastruktur erleichtert die Planung und Koordination. Der Wala Wala-Antrag weist darauf hin, dass ein ähnlicher Status für das Projekt im Dungowan Valley ebenfalls angemessen wäre, dieser aber noch nicht erteilt wurde.
Fazit und Ausblick
Das Pumpspeicherprojekt Wala Wala ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende in New South Wales. Es trägt zur Versorgungssicherheit und zur Integration erneuerbarer Energien bei. Die Umweltprüfung zeigt jedoch die Herausforderungen auf, die mit solchen Großprojekten verbunden sind. Eine sorgfältige Planung und Umsetzung sind entscheidend, um die ökologischen Auswirkungen zu minimieren und den langfristigen Nutzen zu maximieren.





