Voltalia, ein führender französischer Erzeuger erneuerbarer Energien, hat den Baubeginn seines großangelegten Artemisya-Projekts in Usbekistan bekannt gegeben. Dieses strategische Cluster in der Region Buchara umfasst zunächst ein 100-Megawatt-Windkraftwerk und ein Batteriespeichersystem mit 100 Megawatt Leistung und 200 Megawattstunden Kapazität. Der Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein für die Energiewende in Zentralasien und die Präsenz von Voltalia in der Region.
Wichtige Fakten
- Voltalia beginnt mit dem Bau der ersten Phase des Artemisya-Projekts in Usbekistan.
- Die erste Phase umfasst 100 MW Windkraft und 100 MW/200 MWh Batteriespeicher.
- Fertigstellung der ersten Phase ist für das erste Quartal 2027 geplant.
- Das Projekt befindet sich in der Region Buchara, etwa 570 km südwestlich von Taschkent.
- Usbekistan setzt verstärkt auf erneuerbare Energien und Energiespeicher.
Ein strategischer Schritt für Usbekistans Energiezukunft
Der Baubeginn des Artemisya-Projekts folgt auf die Unterzeichnung wichtiger Investitionsabkommen am 5. Dezember, an der auch der Präsident der Republik Usbekistan, Shavkat Mirziyoyev, teilnahm. Dies unterstreicht die hohe Bedeutung, die die usbekische Regierung der Entwicklung erneuerbarer Energien beimisst. Das Projekt ist ein Eckpfeiler der nationalen Strategie zur Diversifizierung der Energiequellen und zur Reduzierung der CO2-Emissionen.
Die Region Buchara, bekannt für ihre historische Rolle an der Seidenstraße, wird nun zu einem Zentrum für moderne Energieinfrastruktur. Die strategische Lage des Clusters ermöglicht eine effiziente Einspeisung des erzeugten Stroms in das nationale Netz und trägt zur Stabilität der Energieversorgung bei.
„Die Entwicklung solcher Projekte ist entscheidend für unsere langfristige Energiesicherheit und unseren Übergang zu einer grüneren Wirtschaft“, sagte ein Vertreter des usbekischen Energieministeriums.
Fakten zum Projekt Artemisya
- Phase 1: 100 MW Windkraft, 100 MW/200 MWh Batteriespeicher.
- Geplante Fertigstellung Phase 1: Erstes Quartal 2027.
- Standort: Region Buchara, Usbekistan.
- Gesamtausbau: Weitere 126 MW Solar-PV und 200 MW Windkraft in späteren Phasen.
Langfristige Energiepartnerschaft und Ausbaupläne
Voltalia unterzeichnete bereits im März 2025 einen Stromabnahmevertrag (PPA) mit dem staatlichen Energieunternehmen JSC Uzenergosotish. Dieser Vertrag sichert die Abnahme des erzeugten Stroms über eine Laufzeit von 25 Jahren für die Solar- und Speicherkomponenten sowie 15 Jahre für die Windenergie. Die finanziellen Details des PPA wurden nicht öffentlich gemacht, doch die lange Laufzeit bietet Voltalia Planungssicherheit.
Die Zusammenarbeit zwischen Voltalia und Usbekistan begann bereits 2023. Damals unterzeichnete das Unternehmen mit Unterstützung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) eine Rahmenvereinbarung für das Artemisya-Cluster. Die EBRD ist ein wichtiger Aktionär von Voltalia und unterstützt die Expansion des Unternehmens in Schwellenländern.
Weitere Projekte und staatliche Unterstützung
Voltalia ist in Usbekistan nicht nur mit Artemisya aktiv. Bereits im Mai 2024 begann das Unternehmen mit dem Bau von Sarimay Solar, einem weiteren Solar-Plus-Speicher-Cluster. Dieses Projekt umfasst 126 MW Photovoltaik und ein 50 MW/100 MWh Batteriespeichersystem. Zusätzlich wurden Vereinbarungen zur gemeinsamen Entwicklung von Turan Storage getroffen, einem eigenständigen Batteriespeicherprojekt mit beeindruckenden 500 MW Leistung und 1.000 MWh Kapazität.
Hintergrund: Usbekistans Energiepolitik
Usbekistan, das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens, ist traditionell stark von fossilen Brennstoffen abhängig. Die Regierung hat jedoch ambitionierte Ziele für den Ausbau erneuerbarer Energien festgelegt, um die Energieversorgung zu diversifizieren und die Umweltbelastung zu reduzieren. Internationale Investoren und Entwicklungsbanken spielen eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung dieser Projekte.
Internationale Beteiligung am Energiesektor Usbekistans
Die EBRD unterstützt nicht nur Voltalia. Die europäische Entwicklungsbank hat im Oktober 2024 142 Millionen US-Dollar für zwei weitere Solar-Plus-Speicher-Projekte in Usbekistan zugesagt. Diese Projekte umfassen insgesamt 1 GW Solarenergie und 1,3 GWh Batteriespeicher. Entwickelt werden sie von einem Joint Venture, das mehrheitlich dem saudischen Entwickler ACWA Power gehört und an dem auch japanische Investoren wie Sumitomo Corporation beteiligt sind.
ACWA Power unterzeichnete bereits 2023 PPAs für erneuerbare Energien mit Speichern und vereinbarte im November 2024, am Rande der COP29, mit dem usbekischen Energieministerium den Bau von Batteriespeichersystemen mit bis zu 2 GWh Kapazität.
Auch Masdar aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein wichtiger Akteur. Im November 2025 unterzeichnete Masdar einen Vertrag für ein 300 MW/600 MWh Batteriespeicherprojekt in der Region Navoiy, das im dritten Quartal 2028 in Betrieb gehen soll. Masdar plant, insgesamt bis zu 575 MW/1.150 GWh an Batteriespeichern in Usbekistan zu entwickeln.
- EBRD: Zusagen von 142 Mio. USD für 1 GW Solar-PV und 1,3 GWh Speicher.
- ACWA Power: Plant bis zu 2 GWh Batteriespeicherprojekte.
- Masdar: Entwickelt 300 MW/600 MWh Speicher in Navoiy, insgesamt bis zu 575 MW/1.150 GWh.
Diese breite internationale Beteiligung zeigt das enorme Potenzial Usbekistans im Bereich der erneuerbaren Energien. Die Investitionen tragen dazu bei, das Land zu einem regionalen Vorreiter in der Energiewende zu machen. Die Projekte schaffen nicht nur saubere Energie, sondern auch Arbeitsplätze und fördern den Technologietransfer.
Die ersten Ergebnisse des Artemisya-Projekts werden mit Spannung erwartet. Es wird einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen leisten und Usbekistan auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Energiezukunft unterstützen. Der Baufortschritt wird genau verfolgt, da er als Modell für weitere Hybrid-Erneuerbare-Projekte in der Region dienen könnte.





