Tokyo Gas, ein führender Energieversorger in Japan, intensiviert seine Investitionen in Batteriespeicherprojekte. Das Unternehmen hat kürzlich eine langfristige Abnahmevereinbarung für ein 49,7 MW/202,1 MWh Batteriespeicherprojekt in der Präfektur Fukushima unterzeichnet. Diese Entwicklung unterstreicht Japans Bestreben, seine Energieinfrastruktur zu dekarbonisieren und die Netzstabilität zu verbessern.
Wichtige Erkenntnisse
- Tokyo Gas sichert sich langfristige Abnahme für Fukushima-Projekt.
- Ziel von Tokyo Gas: 2 GW Batteriespeicherkapazität bis Anfang der 2030er Jahre.
- Hexa Energy Services und Eku Energy sind wichtige Partner bei der Entwicklung von Projekten.
- Japan erlebt einen starken Ausbau der Batteriespeicherinfrastruktur.
Strategische Partnerschaft in Fukushima
Die Vereinbarung mit Hexa Energy Services wurde letzte Woche bekannt gegeben. Tokyo Gas wird die Betriebsrechte für das Projekt erwerben und die gespeicherte Energie über einen Zeitraum von 20 Jahren auf den Strommärkten vermarkten. Hexa Energy Services ist für die Entwicklung, den Besitz und die Wartung der Anlage verantwortlich. Die kommerzielle Inbetriebnahme ist für das Jahr 2029 geplant.
Diese Partnerschaft ist ein klares Zeichen für die wachsende Bedeutung von Energiespeichern im japanischen Energiemix. Sie ermöglicht Tokyo Gas, seine Präsenz im Bereich der erneuerbaren Energien weiter auszubauen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Fakt
Das Fukushima-Projekt hat eine Kapazität von 49,7 Megawatt und eine Speicherkapazität von 202,1 Megawattstunden.
Ambitionierte Ziele von Tokyo Gas
Tokyo Gas, bekannt als großer Erdgaslieferant für Tokio und die umliegenden Regionen, ist auch ein bedeutender Stromerzeuger und -lieferant. Das Unternehmen hat seine Investitionsziele für Batteriespeichersysteme (BESS) deutlich erhöht. Ursprünglich strebte Tokyo Gas an, bis 2030 eine betriebsbereite BESS-Kapazität von 1 GW zu erreichen. Dieses Ziel wurde jedoch bereits innerhalb von zwei Jahren nach dem Markteintritt fast erreicht.
Infolgedessen hat Tokyo Gas sein neues Ziel auf 2 GW in den frühen 2030er Jahren festgelegt. Dies umfasst sowohl eigene Projekte als auch Abnahmeverträge für Anlagen Dritter sowie Optimierungsdienstleistungen.
„Durch die Kombination der Nutzung und des Betriebs dieser Batteriespeicheranlage durch Tokyo Gas mit unseren gesammelten Projektentwicklungs- und Managementfähigkeiten streben wir an, den Anlagenwert durch ein stabiles netzgebundenes Batteriespeichergeschäft zu maximieren“, erklärte Hexa Energy Services.
Bedeutung für die Energiewende Japans
Die Investitionen von Tokyo Gas sind Teil einer breiteren Strategie zur Dekarbonisierung und zur Stärkung der Energieunabhängigkeit Japans. Im Rahmen eines Dreijahresplans für 2026 bis 2028 plant das Unternehmen Investitionen von insgesamt 1,1 Billionen bis 1,3 Billionen Yen. Davon sind 430 Milliarden Yen für den Energiegeschäftsbereich vorgesehen, einschließlich der Wartung der Gasinfrastruktur und des Baus von Stromspeicheranlagen.
Die Batteriespeicherung spielt eine entscheidende Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien wie Solar- und Windkraft, da sie die Speicherung überschüssiger Energie und die Bereitstellung bei Bedarf ermöglicht. Dies trägt zur Stabilisierung des Stromnetzes bei und reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Hintergrund
Japan setzt verstärkt auf erneuerbare Energien und Energiespeicher, um seine Klimaziele zu erreichen und die Energieversorgungssicherheit zu verbessern. Die Regierung fördert den Ausbau der Infrastruktur durch verschiedene Anreize und Auktionen.
Weitere wichtige Projekte im Land
Neben der Partnerschaft mit Hexa Energy Services arbeitet Tokyo Gas auch mit anderen Entwicklern zusammen. Im April unterzeichnete das Unternehmen eine ähnliche Abnahmevereinbarung für zwei Projekte mit Hongde Energy Technology Japan, einer Tochtergesellschaft des taiwanesischen Entwicklers HD Renewable Energy (HDRE).
Auch andere Akteure treiben den Markt voran. Eku Energy, ein von Macquarie unterstützter Energiespeicherentwickler, hat sein erstes Projekt in Japan, den 30 MW/120 MWh Hirohara BESS in der Präfektur Miyazaki, in die Inbetriebnahmephase gebracht. Dieses Projekt, das 32 Tesla Megapack 2 XL BESS-Einheiten umfasst, soll im Januar 2027 in Betrieb gehen.
Eku Energy hat für das Hirohara BESS-Projekt ebenfalls eine langfristige Abnahmevereinbarung mit Tokyo Gas abgeschlossen. Eku wird das Projekt besitzen, während Tokyo Gas die vollen Betriebsrechte für 20 Jahre hält. Die Finanzierung des Projekts wurde bereits einige Monate nach der Unterzeichnung des Abnahmevertrags abgeschlossen, wobei MUFG als erste japanische Bank in ein BESS-Projekt im Inland investierte.
Ausbau der Kapazitäten bei Eku Energy
Eku Energy hat drei weitere Großprojekte in Japan angekündigt. Dazu gehört der Erwerb von Land für das 30 MW/120 MWh Naganohara BESS in der Präfektur Gunma. Das Unternehmen ist auch international aktiv und hat kürzlich ein 300 MW/600 MWh Entwicklungsprojekt in Oxfordshire, Großbritannien, sowie im Juni ein 400 MW/1.600 MWh Projekt in Deutschland erworben.
Interessante Zahl
Das Naganohara BESS-Projekt in Gunma wird eine Kapazität von 30 Megawatt und 120 Megawattstunden haben.
Der japanische Markt für Batteriespeicher
Der japanische Markt für Batteriespeicher zeigt eine dynamische Entwicklung. Hexa Energy Services hat bereits Anfang des Jahres das erste BESS-Projekt mit einem Long-Term Decarbonisation Power Source Auction (LTDA)-Kapazitätsmarktvertrag in Japan in Betrieb genommen. Dabei handelt es sich um das 30 MW/120 MWh Tagawa BESS-Projekt in Kyushu, das erfolgreich an der ersten jährlichen LTDA-Auktion im Finanzjahr 2023 teilgenommen hat.
Die starken Grundlagen für Energiespeicher in Japan, angetrieben durch politische Unterstützung und den Bedarf an Netzstabilität, lassen trotz bestehender Herausforderungen hohe Erwartungen an den weiteren Ausbau zu. Der Markt bietet erhebliche Chancen für große Batteriespeicherlösungen, die entscheidend für eine erfolgreiche Energiewende sind.
- Netzstabilisierung: Batteriespeicher helfen, Schwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch erneuerbare Energien verursacht werden.
- Spitzenlastmanagement: Sie können Strom in Zeiten geringer Nachfrage speichern und bei hoher Nachfrage wieder abgeben.
- Emissionsreduzierung: Durch die Integration erneuerbarer Energien tragen sie zur Reduzierung von CO2-Emissionen bei.





