RWE hat mit dem Bau eines großen Batteriespeichersystems (BESS) am Tagebau Hambach in Elsdorf, Nordrhein-Westfalen, begonnen. Das System wird eine Leistung von 236 Megawatt (MW) und eine Speicherkapazität von 470 Megawattstunden (MWh) haben. Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende in Deutschland und unterstreicht die Transformation der ehemaligen Braunkohleregion zu einem Energiezentrum.
Wichtige Fakten
- RWE baut ein 236 MW / 470 MWh Batteriespeichersystem in Hambach.
- Die Inbetriebnahme ist für 2027 geplant.
- 128 Batteriecontainer werden am Standort installiert.
- Das Projekt trägt zur Stabilisierung des Stromnetzes bei und fördert die Energiewende.
- Gleichzeitig baut Kallista in Frankreich ein 193 MW / 386 MWh System.
Energiewende im Rheinischen Revier: Ein neues Kapitel
Der Bau des Batteriespeichersystems ist ein klares Zeichen für den Wandel im Rheinischen Revier. Wo einst Braunkohle gefördert wurde, entstehen nun Anlagen für erneuerbare Energien und Speicherkapazitäten. Die ersten Batteriecontainer sind bereits am Standort eingetroffen. Insgesamt werden 128 solcher Einheiten installiert, um die enorme Speicherkapazität zu erreichen.
Thomas Körber, Mitglied des Vorstands der RWE Power AG und verantwortlich für Braunkohle, betonte die Bedeutung des Projekts:
„Das Rheinische Revier bleibt ein Energieknotenpunkt, und das ist eine gute Nachricht. Neben erneuerbaren Energieanlagen bauen wir Speichereinrichtungen auf nicht mehr benötigten Tagebauflächen. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Energiewende, direkt aus dem Tagebau.“
Dieses Zitat unterstreicht die strategische Neuausrichtung von RWE und die Rolle der Region bei der Gestaltung der zukünftigen Energieversorgung Deutschlands.
Faktencheck
- RWE hat bereits 50 MWac Solar-PV und ein 4 MW / 8,1 MWh BESS am Tagebau Hambach in Betrieb genommen.
- Das Unternehmen ist ein führender Akteur im deutschen Batteriespeichermarkt.
- Zwei weitere große Projekte mit 400 MW / 800 MWh und 400 MW / 700 MWh sind im Bau.
Technologie und Zeitplan
Die Inbetriebnahme des Batteriespeichersystems in Hambach ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Die genaue Art der verwendeten Batteriezellen oder der Lieferant wurden von RWE nicht bekannt gegeben. Angesichts der Größe des Unternehmens und seiner Präsenz in verschiedenen Technologien und Regionen ist es wahrscheinlich, dass RWE über umfangreiche interne Systemintegrationsfähigkeiten verfügt. Dies ermöglicht es dem Unternehmen, verschiedene Komponenten optimal aufeinander abzustimmen und die Effizienz des Systems zu maximieren.
Solche Großprojekte sind entscheidend für die Stabilität des Stromnetzes. Sie können überschüssige Energie speichern, wenn viel erneuerbarer Strom erzeugt wird, und diese bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen. Dies hilft, Schwankungen auszugleichen, die durch die volatile Natur von Wind- und Solarenergie entstehen.
Die Rolle von Batteriespeichern im deutschen Netz
Die Nachfrage nach großskaligen Batteriespeichersystemen in Deutschland ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Seit die Regulierungsbehörden den 4. August 2029 als Frist für Projekte festgelegt haben, um Netzentgelte für das Laden und Entladen zu vermeiden, wurden Projekte mit einer Gesamtkapazität von 15 GWh auf den Weg gebracht. Dies zeigt das enorme Potenzial und die Notwendigkeit dieser Technologie für die deutsche Energielandschaft.
Hintergrundinformationen
Das Rheinische Revier ist eine der größten Braunkohleregionen Europas. Mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung wandelt sich die Region zu einem Zentrum für erneuerbare Energien und zukunftsfähige Industrien. Batteriespeicher sind dabei ein Schlüsselelement, um die Integration von Wind- und Solarenergie ins Stromnetz zu ermöglichen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Internationale Perspektiven: Frankreich zieht nach
Nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern schreitet der Ausbau von Batteriespeichern voran. In Frankreich hat der unabhängige Stromerzeuger (IPP) Kallista mit dem Bau seines 193 MW / 386 MWh Projekts in Neuilly-en-Thelle, Hauts-de-France, begonnen.
Für dieses Projekt liefert das Clean-Energy-Technologieunternehmen Envision Energy die Batteriespeichersysteme. Die kommerzielle Inbetriebnahme wird für das Frühjahr 2028 erwartet. Envision Energy setzt dabei auf Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFP), die als besonders sicher und langlebig gelten.
Lokale Produktion und Wertschöpfung
Ein besonderes Merkmal des französischen Projekts ist die lokale Produktion der Batterien. Envision Energy gab an, dass das Projekt von seiner 10 GWh Gigafactory in Hauts-de-France unterstützt wird. Diese Gigafactory in Douai, betrieben von Envision AESC, ist seit Juni 2025 in Betrieb.
Das Unternehmen betont, dass das Projekt lokale Batterieproduktion mit Systemintegration kombiniert, um die regionale Industriekapazität zu stärken und die Resilienz der Energieinfrastruktur zu verbessern. Dies ist bereits die zweite Zusammenarbeit zwischen Kallista und Envision Energy, nachdem im vergangenen Jahr ein 120 MW / 240 MWh Projekt ebenfalls mit Batterien aus der lokalen Fabrik realisiert wurde.
Finanzierung und Partner
- Landesbank Saar und BNP Paribas sichern die Finanzierung des Kallista-Projekts.
- Omexom und Skyray sind als Bauunternehmen verantwortlich.
- EDF Agregio Solutions optimiert die Vermarktung des Stroms.
- Das System wird Ausgleichsdienstleistungen für den Übertragungsnetzbetreiber RTE erbringen und am Großhandelsmarkt teilnehmen.
Frankreichs Speichermarkt im Aufwind
Der französische Markt für Batteriespeicher entwickelt sich dynamisch. Das derzeit größte in Betrieb befindliche BESS-Projekt in Frankreich hat eine Leistung von 240 MW / 480 MWh und stammt von TagEnergy, geliefert von Tesla. Erst in der letzten Woche hat Amarenco mit dem Bau eines weiteren 200 MWh Systems begonnen. Diese Entwicklungen zeigen, dass Batteriespeicher in ganz Europa eine zentrale Rolle bei der Transformation der Energieversorgung spielen.
Die Investitionen in diese Technologien sind nicht nur ein Zeichen für den Umbau der Energieinfrastruktur, sondern auch für das Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit von Speichersystemen als unverzichtbarer Bestandteil eines stabilen und nachhaltigen Stromnetzes. Die Projekte in Deutschland und Frankreich sind hierfür exemplarisch und zeigen den Weg für eine grünere Energiezukunft auf.





