Die Philippinen gehen einen entscheidenden Schritt, um ihre Energieversorgung zu stabilisieren und den Anteil erneuerbarer Energien massiv zu erhöhen. Das Energieministerium (DOE) des südostasiatischen Landes hat eine neue Richtlinie erlassen. Diese verpflichtet alle großen Anlagen für erneuerbare Energien, die eine Leistung von 10 Megawatt (MW) oder mehr haben, Energiespeichersysteme (ESS) zu integrieren.
Diese Maßnahme soll die Zuverlässigkeit des Stromnetzes verbessern und gleichzeitig eine höhere Integration von Solar- und Windenergie ermöglichen. Die Regierung setzt damit ein klares Zeichen für eine nachhaltige Energiezukunft und die Dekarbonisierung.
Wichtige Punkte
- Ab sofort müssen alle erneuerbaren Energieanlagen ab 10 MW Leistung Energiespeicher integrieren.
- Die Speicherkapazität muss mindestens 20% der Anlagenleistung betragen.
- Die neue Regelung zielt darauf ab, die Netzstabilität zu verbessern und den Anteil erneuerbarer Energien auf 50% bis 2040 zu erhöhen.
- Übertragungs- und Verteilungsnetzbetreiber sollen Energiespeicher in ihre Netzausbaupläne aufnehmen.
- Grid-forming-Wechselrichter werden gefördert, um die Netzqualität zu verbessern.
Neue Richtlinie für mehr Netzstabilität
Das philippinische Energieministerium hat mit der Department Circular (DC) No. DC2026-02-0008 eine ergänzende und ändernde Rahmenregelung zur bestehenden ESS-Politik (DC No. DC2023-04-0008) veröffentlicht. Die neue Richtlinie ist am 26. Februar in Kraft getreten und schreibt vor, dass zukünftige Anlagen für variable erneuerbare Energien (VRE) Energiespeicher mit mindestens 20% der Kapazität der jeweiligen Anlage integrieren müssen.
Diese Speicherkapazität muss von Beginn an in die Projektentwicklung und die Netzanbindung einfließen. Sie muss zudem mit den Ergebnissen von Systemstudien und technischen Anforderungen übereinstimmen. Das Ziel ist es, die Schwankungen von Solar- und Windenergie auszugleichen und eine konstante Stromversorgung zu gewährleisten.
„Bei Energiespeichern geht es nicht nur darum, überschüssige Energie zu speichern, sondern auch darum, die Fähigkeit des Netzes zu stärken, mehr erneuerbare Energien aufzunehmen und dabei die Zuverlässigkeit zu erhalten“, sagte die philippinische Energieministerin Sharon S. Garin.
Faktencheck
- Mindestkapazität: 20% der Anlagenleistung als Energiespeicher.
- Betroffene Anlagen: Alle VRE-Anlagen mit 10 MW oder mehr.
- Ziel: Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 50% bis 2040.
Technologische Anforderungen und Förderung
Die neue Rahmenregelung fördert auch den Einsatz von Technologien, die das Stromnetz direkt unterstützen können. Dazu gehören sogenannte Grid-forming-Wechselrichter (GFM). Diese Technologien sind in der Lage, Stabilitätsdienste für das System bereitzustellen, wie beispielsweise die Trägheit, die traditionell durch die rotierenden Massen von thermischen Kraftwerken oder Wasserkraftturbinen erzeugt wird.
GFM-Technologien können die Stromqualität in Übertragungs- und Verteilungsnetzen erheblich verbessern. Dies ist entscheidend, um die Netzintegration einer steigenden Menge an fluktuierenden erneuerbaren Energien zu gewährleisten, ohne die Systemstabilität zu gefährden.
Hintergrund
Die Philippinen haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien an ihrer Stromversorgung bis 2040 auf 50% zu steigern. Dies ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Dekarbonisierung und zur Erhöhung der Energiesicherheit des Landes. Die Integration von Energiespeichern ist ein zentraler Baustein dieser Strategie.
Einbindung der Netzbetreiber
Übertragungs- und Verteilungsnetzbetreiber sind ebenfalls angewiesen, die Berücksichtigung von Energiespeicheranlagen in ihre Netzausbaustrategien aufzunehmen. Dies umfasst die Erstellung von Übertragungsentwicklungsplänen (TDPs) durch die nationalen Übertragungsnetzbetreiber (TNPs).
Im Einklang mit dem Philippine Grid Code und relevanten internationalen Standards werden Studien und Simulationen durchgeführt. Diese sollen die Entwicklung einheitlicher technischer Anforderungen für netzunterstützende Funktionen unterstützen. Eine koordinierte Planung ist hier entscheidend, um das gesamte Energiesystem effizient und zuverlässig zu gestalten.
Regierungsinitiativen und bisherige Erfolge
Die philippinische Regierung fördert den Einsatz von Energiespeichern schon seit einiger Zeit. Dies geschieht, um ihre Ziele in Bezug auf erneuerbare Energien, Dekarbonisierung, Energieversorgung und Systemresilienz zu erreichen. Anfang des Monats verabschiedete das Repräsentantenhaus einen nationalen Rahmen für die Entwicklung, Nutzung und Kommerzialisierung von Energiespeichersystemen.
Dieser Rahmen muss noch den Senat passieren, bevor er von Präsident Ferdinand Marcos Jr. unterzeichnet und somit Gesetz werden kann. Das Land hat bereits einen erheblichen Anstieg der Investitionen in Energiespeicher erlebt. Zunächst fügten große Energieunternehmen Batteriespeichersysteme (BESS) ihren Flotten von thermischen oder Wasserkraftwerken hinzu.
In jüngerer Zeit wurden BESS auch in eine Reihe großer Solar-PV-Anlagen integriert. Ein Beispiel ist Meralco Terra Solar, das neben 3,5 GWp Solar-PV auch 4,5 GWh BESS-Kapazität umfassen soll. Die erste Phase dieses Projekts wurde kürzlich abgeschlossen.
Zukünftige Aussichten
Die Regierung führte auch die Green Energy Auction 4 (GEA4) durch. Dies war die erste Auktion, die speziell integrierte erneuerbare Energien und Energiespeichersysteme (IRESS) zuließ. Im vergangenen November wurden Verträge für 1,19 GW an IRESS-Projektangeboten vergeben.
Ein koordinierter Rahmen, der Energiespeicher als wichtiges Netz- und Energieversorgungs-Asset behandelt, dürfte die Entwicklung weiter beschleunigen. Francis Saturnino Juan, Vorsitzender der Energie-Regulierungsbehörde (ERC), bezeichnete den Rahmen auf dem Energy Storage Summit Asia 2025 in Manila als Wendepunkt. Er erklärte, dass dieser Rahmen „das Spielfeld für die kommenden Jahrzehnte definieren wird.“
- Regierungsziele: Erneuerbare Energien, Dekarbonisierung, Energiesicherheit.
- Gesetzgebung: Rahmenwerk für Energiespeicher im Parlament.
- Investitionen: Deutlicher Anstieg bei BESS-Projekten.
- Auktionen: Erste GEA4-Auktion für integrierte Systeme erfolgreich.
Die Philippinen zeigen mit diesen Maßnahmen, wie ernst sie den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung nehmen. Die Pflicht zur Integration von Energiespeichern ist ein mutiger und notwendiger Schritt, um die Energiezukunft des Landes zu sichern und die Klimaziele zu erreichen.





