New South Wales (NSW) in Australien hat durch eine siebte Infrastrukturausschreibung 532 Megawatt (MW) an gesicherter Stromkapazität vertraglich gebunden. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Stromversorgung in der Region Sydney-Newcastle-Wollongong während Perioden hoher Nachfrage und Systembelastung zu stärken. Zwei Projekte, ein Batteriespeichersystem und ein virtuelles Kraftwerk, erhielten langfristige Energieversorgungsverträge und sollen bis Ende November 2027 in Betrieb gehen.
Wichtige Erkenntnisse
- NSW sichert 532 MW neue Stromkapazität durch Ausschreibung.
- Zwei Projekte, ein Batteriespeicher und ein virtuelles Kraftwerk, wurden ausgewählt.
- Ziel ist die Stärkung der Versorgungssicherheit in der Region Sydney-Newcastle-Wollongong.
- Projekte sollen bis November 2027 kommerziell betriebsbereit sein.
- Gesamtspeicherkapazität der neuen Projekte beträgt 2.128 MWh.
Stärkung der regionalen Stromversorgung
Die jüngste Ausschreibung, durchgeführt von ASL, vergab sogenannte Long-Term Energy Service Agreements (LTESAs) an ein Batteriespeichersystem (BESS) und ein virtuelles Kraftwerk (VPP). Beide Projekte sind darauf ausgelegt, die Versorgungslücke zu schließen, die für den Sommer 2027-28 prognostiziert wird. Diese Prognose wurde bereits letztes Jahr von der Australian Energy Market Commission (AEMC) veröffentlicht, die auch auf mögliche Engpässe in Südaustralien ab 2026-27 hinwies.
Die Ausschreibung erfolgte auf Anweisung der NSW-Ministerin für Klimawandel und Energie, Penny Sharpe, um eine indizierte Leistung von 500 MW zu sichern. ASL hatte die Ausschreibung im Oktober 2025 eröffnet und um Beteiligung von Batteriespeichern, Gaskraftwerken, Nachfragemanagement und aggregierten Portfolios kleinerer Systeme gebeten.
Fakten im Überblick
- 532 MW: Gesamtkapazität der neu vergebenen Projekte.
- 2.128 MWh: Gesamtspeicherkapazität der beiden Projekte.
- November 2027: Geplanter Start des kommerziellen Betriebs.
- 1,5 GW: Gesamtmenge der gesicherten Kapazität in NSW nach dieser Ausschreibung.
Anforderungen und Wettbewerb
Projekte mussten nachweisen, dass sie über einen Zeitraum von etwa zwei Stunden oder länger kontinuierlich mit maximaler Kapazität Strom liefern können. Projekte, die die Zielregion Sydney-Newcastle-Wollongong unterstützen konnten, erhielten dabei Vorrang. Diese Region umfasst die größten Nachfragezentren des Bundesstaates und entscheidende Übertragungsinfrastruktur.
Nevenka Codevelle, CEO von ASL, betonte den starken Wettbewerb:
„Die Ausschreibung zog einen starken Wettbewerb von Projekten an, die die Region Sydney-Newcastle-Wollongong unterstützen konnten. Letztendlich waren zwei Projekte erfolgreich, die einen Mehrwert für die Stromkunden in NSW demonstrierten.“
Mit den jüngsten Verträgen erhöht sich die bereits unter Vertrag genommene gesicherte Kapazität von rund 1 GW auf über 1,5 GW.
Hintergrund: „Lack of Reserve“ Ereignisse
Die vertraglichen Verpflichtungen der Projekte sehen vor, dass sie das Netz während sogenannter „Lack of Reserve“ (LOR)-Ereignisse unterstützen müssen. Diese treten auf, wenn die verfügbare Stromversorgung die Nachfrage voraussichtlich nicht decken kann oder bereits nicht deckt. Solche Ereignisse stellen eine hohe Gefahr für die Netzstabilität dar. Die Projekte müssen Kapazitäten insbesondere bei LOR2- und LOR3-Ereignissen bereitstellen, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen und Verbraucher zu schützen.
Zukünftige Herausforderungen und Ausblick
Der Fokus auf die Region Sydney-Newcastle-Wollongong unterstreicht die steigende Stromnachfrage, die durch die fortschreitende Elektrifizierung und neue industrielle Lasten angetrieben wird. Dies ist besonders relevant, da das 2,8 GW Kohlekraftwerk Eraring im August 2027 abgeschaltet werden soll. Der Eigentümer von Eraring, Origin Energy, wandelt den Standort bereits in ein groß angelegtes Batteriespeichersystem um, das eine Gesamtleistung von 700 MW und eine Speicherkapazität von 3.160 MWh erreichen soll. Die erste Phase mit 460 MW/1.770 MWh ist bereits Anfang des Jahres in Betrieb gegangen.
Beschleunigte Projektumsetzung
Die jüngste Ausschreibung nutzte einen einstufigen Prozess, um die Projektumsetzung zu beschleunigen. Vertragsbedingungen waren für bis zu 15 Jahre verfügbar. Dieser optimierte Ansatz reduziert den administrativen Aufwand für Bieter und sorgt gleichzeitig für einen wettbewerbsfähigen Druck, um den Wert für die Verbraucher zu maximieren. Ähnliche Ansätze verfolgt die Bundesregierung mit ihrem Capacity Investment Scheme.
- Nächste Ausschreibung: ASL plant eine weitere Ausschreibung für gesicherte Kapazitäten Ende 2026 oder Anfang 2027.
- Ziel: Projekte, die bis 2033-34 betriebsbereit sein können.
- Zusätzliche Ausschreibungen: Im Mai 2026 starten zwei weitere NSW Roadmap-Ausschreibungen für 2,5 GW an Erzeugungsprojekten und 12 GWh an Langzeitspeicherprojekten.
Diese Maßnahmen sind entscheidend, um die Energieversorgung von New South Wales zukunftssicher zu machen und den Übergang zu erneuerbaren Energien zu unterstützen.





