Das US-Startup Heron Power, gegründet vom ehemaligen Tesla-Manager Drew Baglino, hat Morgan Hill in Kalifornien als Standort für seine erste US-Produktionsstätte für Leistungselektronik ausgewählt. Das Unternehmen plant, dort jährlich bis zu 10.000 Heron Links zu fertigen, was einer Kapazität von 40 GW entspricht. Diese Investition von über 100 Millionen US-Dollar zielt darauf ab, die Lücke bei kritischen Netzkomponenten wie Transformatoren und Wechselrichtern in den USA zu schließen.
Wichtige Punkte
- Heron Power investiert über 100 Millionen US-Dollar in neue US-Anlage.
- Produktion von 5MW Mittelspannungs-Leistungsumwandlungssystemen (PCS) für große Energie- und Rechenzentrumsprojekte.
- Jährliche Kapazität von 40 GW geplant.
- Ziel ist die Stärkung der US-Lieferkette für kritische Netzkomponenten.
Strategische Entscheidung für den Standort Morgan Hill
Heron Power hat Morgan Hill nach einer umfassenden Standortanalyse in verschiedenen Bundesstaaten ausgewählt. Die Nähe zum technischen Hauptsitz des Unternehmens und zum breiten Talentpool der Bay Area im Bereich Ingenieurwesen und Fertigung war ausschlaggebend. Dies soll den schnellen Hochlauf der Produktion und die Einhaltung von Qualitäts- und Kostenzielen beschleunigen.
Die Anlage, genannt Heron Factory One, wird in einem ehemaligen 26.500 Quadratmeter großen Vertriebslager untergebracht. Die Vorbereitungen beginnen sofort, die kommerzielle Produktion soll Ende 2027 starten.
„Amerikas Stromnetz muss schneller wachsen als in Jahrzehnten zuvor. Wir sehen neue Nachfrage durch KI und Elektrofahrzeuge und gleichzeitig neue Angebote durch Solar und Speicher“, sagte Drew Baglino, CEO und Gründer von Heron Power. „Die Ausrüstung, die das Netz betreibt, hat sich seit fünfzig Jahren nicht verändert. Heron Factory One in Morgan Hill ist unser Weg, das zu ändern. Wir fertigen die bahnbrechende Technologie, die unser Netz braucht, in großem Maßstab, zuerst in Amerika.“
Heron Link: Innovation für das Stromnetz
Das Kernprodukt der neuen Anlage ist der Heron Link, ein 5MW Mittelspannungs-Leistungsumwandlungssystem (PCS). Dieses System ist für große Energie- und Rechenzentrumsprojekte konzipiert. Es integriert bidirektionale Wechselrichtertechnologie mit Festkörpertransformatoren (SST). Heron Power vermarktet diese Technologie derzeit für Solar-PV- und Energiespeicherprojekte.
Faktencheck
- Investition: Über 100 Millionen US-Dollar.
- Kapazität: Bis zu 10.000 Heron Links pro Jahr, entsprechend 40 GW.
- Produktionsstart: Ende 2027.
- Produkt: 5MW Mittelspannungs-PCS mit bidirektionaler Inverter-Technologie und SST.
Hintergrund: Nationale Sicherheit und US-Produktion
Die Entscheidung von Heron Power, in den USA zu produzieren, kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die US-Regierung die heimische Fertigung kritischer Komponenten stärken will. Kürzlich stufte das Public Safety and Homeland Security Bureau (PSHSB) der US Federal Communications Commission (FCC) ausländische Stromrichter und fortschrittliche Robotikgeräte als nationale Sicherheitsbedrohungen ein. Diese Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit, wichtige Technologien im eigenen Land zu entwickeln und herzustellen.
Hintergrundinformationen
Die US-Regierung fördert aktiv die inländische Produktion von Schlüsseltechnologien, insbesondere im Energiesektor. Dies soll die Abhängigkeit von ausländischen Lieferketten reduzieren und die nationale Sicherheit stärken. Die Einstufung bestimmter ausländischer Komponenten als Sicherheitsrisiko durch die FCC hat den Druck auf Unternehmen erhöht, in den USA zu produzieren.
Wachstum im Bereich Leistungsumwandlung: EPC Power erweitert ebenfalls
Heron Power ist nicht das einzige Unternehmen, das seine Produktionskapazitäten in den USA ausbaut. Auch EPC Power hat kürzlich seine erste US-Fertigungsanlage in Fountain Inn, South Carolina, eröffnet. Diese neue Anlage erhöht die jährliche Nennkapazität des Unternehmens um 27 GW und verdreifacht damit nahezu die gesamte Produktionskapazität.
EPC Powers Beitrag zu KI-Rechenzentren und Netzstabilität
Die 15.500 Quadratmeter große Anlage von EPC Power soll die steigende Nachfrage nach KI-Rechenzentrumsinfrastruktur sowie nach Netz- und Energiestabilität decken. Das Unternehmen plant, dort seine Stromrichter der M- und MRACK-Serien zu produzieren. Diese sind speziell für Netz- und Energiespeicheranwendungen sowie für KI-Rechenzentrumsumgebungen mit proprietärer Agile Grid Forming-Technologie konzipiert.
„Unsere Expansion in South Carolina ist eine direkte Reaktion auf die weltweiten Investitionen in die KI-Infrastruktur und den damit verbundenen Strombedarf“, erklärte Jim Fusaro, CEO von EPC Power. „Durch die Verdreifachung unserer Kapazität ermöglichen wir Rechenzentrums- und Energieversorgungsbetreibern den Zugang zu mehr kritischen Komponenten im Inland, was deren Expansionspläne absichert und die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette stärkt.“
EPC Power wurde 2022 von den Investoren Goldman Sachs und Cleanhill Partners übernommen. Die Erweiterung spiegelt den wachsenden Bedarf an Leistungsumwandlungssystemen wider, die für die moderne Energieinfrastruktur unerlässlich sind.
Ausblick: Die Zukunft der Energieinfrastruktur
Die Investitionen von Heron Power und EPC Power unterstreichen einen klaren Trend: Die USA positionieren sich als führender Standort für die Produktion kritischer Energiekomponenten. Mit dem zunehmenden Bedarf an sauberer Energie, der Verbreitung von Elektrofahrzeugen und dem exponentiellen Wachstum von KI-Rechenzentren wird die Nachfrage nach leistungsstarken und zuverlässigen Leistungsumwandlungssystemen weiter steigen.
Die Schaffung neuer Produktionsstätten im Inland trägt nicht nur zur wirtschaftlichen Stärkung bei, sondern sichert auch die technologische Souveränität und die Resilienz der nationalen Energieversorgung. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie diese Investitionen das US-amerikanische Stromnetz transformieren und fit für die Herausforderungen der Zukunft machen.
- AI-Nachfrage: KI-Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Energie und stabile Stromversorgung.
- EV-Wachstum: Die Zunahme von Elektrofahrzeugen erfordert eine robustere Ladeinfrastruktur und Netzstabilität.
- Erneuerbare Energien: Solar- und Speicherprojekte sind auf effiziente Leistungsumwandlung angewiesen.





