Genesis Energy, ein führender Energieversorger in Neuseeland, hat die finale Investitionsentscheidung für die zweite Phase seines Batteriespeichersystems (BESS) am Standort Huntly getroffen. Mit einer Kapazität von 100 MW/200 MWh wird diese Erweiterung die Gesamtspeicherkapazität des Standorts auf 200 MW/400 MWh verdoppeln. Die Fertigstellung ist für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2028 geplant.
Wichtige Erkenntnisse
- Genesis Energy verdoppelt Batteriespeicherkapazität in Huntly auf 200 MW/400 MWh.
- Investition von 106 Millionen NZ$ in die zweite Ausbaustufe.
- Nutzung bestehender Infrastruktur und Netzanbindung für Kosteneffizienz.
- Französischer Hersteller Saft liefert Batterien und Service.
- Ziel ist die Unterstützung der Energiewende und Netzstabilität in Neuseeland.
Strategische Erweiterung am Standort Huntly
Die Investition von 106 Millionen NZ$ (ca. 62 Millionen US$) in die zweite Phase des BESS-Projekts ist ein entscheidender Schritt für Genesis Energy. Das Unternehmen nutzt dabei die vorhandenen Flächen, Infrastruktur und Netzanbindung des Kraftwerks Huntly. Dies ermöglicht eine kosteneffiziente Umsetzung des Projekts, da auch Anlagenteile der bereits im Bau befindlichen ersten BESS-Phase geteilt werden können.
Genesis Energy begann 2025 mit dem Bau der ersten Phase des Huntly BESS. Dieses Projekt war darauf ausgelegt, eine Speicherkapazität von zwei Stunden zu liefern. Die zweite Phase wird diese Fähigkeiten erheblich erweitern und die Rolle von Huntly als zentraler Standort für die Energieversorgung Neuseelands stärken.
"BESS bietet eine schnelle Reaktionsfähigkeit, die zunehmend wichtiger wird, da sich der Erzeugungsmix weiterentwickelt. Es ermöglicht uns, die Variabilität besser zu steuern und ein dynamischeres Stromsystem zu unterstützen", erklärte Tracey Hickman, Chief Operating Officer von Genesis Energy.
Fakten auf einen Blick
- Gesamtkapazität nach Ausbau: 200 MW/400 MWh
- Kosten Phase 2: 106 Millionen NZ$ (62 Millionen US$)
- Lieferant: Saft (Frankreich)
- Baubeginn Phase 2: Zweites Quartal Geschäftsjahr 2027
- Kommerzieller Betrieb Phase 2: Drittes Quartal Geschäftsjahr 2028
- Zielrendite: Rund 10%
Technologie und Finanzierung
Für die Lieferung und den langfristigen Service der Batterien wurde der französische Hersteller Saft beauftragt. Saft ist bereits Partner für die erste Phase des Projekts, was eine konsistente Technologie und Wartung gewährleistet. Die Bauarbeiten für die zweite Phase sollen im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 beginnen. Der kommerzielle Betrieb ist für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2028 geplant.
Das Projekt strebt eine interne Rendite von etwa 10% an. Die Finanzierung erfolgt über die Bilanz von Genesis Energy, unterstützt durch eine im März 2026 abgeschlossene Kapitalerhöhung von 400 Millionen NZ$. Dieser Finanzierungsansatz entspricht dem Kapitalmanagementrahmen des Unternehmens und sichert gleichzeitig das BBB+-Kreditrating. Dieses Rating deutet auf ein geringes bis moderates Ausfallrisiko hin und bewahrt die finanzielle Flexibilität für zukünftige Investitionen.
Die Erweiterung in Huntly ist Teil eines umfassenderen Wachstumsplans von Genesis Energy, der Investitionen von 2 Milliarden NZ$ vorsieht. Ziel ist es, den steigenden Strombedarf zu decken, die Grundlast-Gasproduktion zu ersetzen und die Stromversorgungssicherheit zu erhöhen.
Hintergrund: Gen35 Strategie
Die Investition in Huntly ist ein Beispiel für die disziplinierte Umsetzung der Gen35-Strategie von Genesis Energy. Diese Strategie konzentriert sich auf Vermögenswerte, die die Flexibilität des Portfolios verbessern. Tracey Hickman betonte, dass die zweite Phase die Rolle von Huntly im Portfolio stärkt und den Standort positioniert, um die Systemzuverlässigkeit zu gewährleisten, während Neuseeland auf eine kohlenstoffärmere Zukunft umstellt.
Neuseelands Energiesektor im Wandel
Neuseelands Markt für netzgekoppelte Batteriespeicher hat sich langsamer entwickelt als der des Nachbarn Australien. Dennoch gibt es Fortschritte. Meridian Energy nahm im Mai 2025 die erste netzgekoppelte Anlage des Landes in Ruakaka in Northland in Betrieb. Diese Anlage verfügt über eine Kapazität von 100 MW/200 MWh.
Auch internationale Entwickler zeigen Interesse. Im Juni 2025 trat der australische Entwickler Eku Energy in den neuseeländischen Markt ein. Das Unternehmen erwarb ein großes BESS-Projekt von Lodestone Energy. Dies zeigt eine zunehmende grenzüberschreitende Investitionstätigkeit in diesem Sektor.
Genesis Energys breiteres Portfolio und zukünftige Pläne
Genesis Energy betreibt ein vielfältiges Portfolio. Dazu gehören die thermische Stromerzeugung in Huntly, das Tongariro-Wasserkraftsystem sowie die Wasserkraftwerke Tekapo A und B. Der Ausbau in Huntly ist ein wichtiger Bestandteil der Strategie zur Dekarbonisierung und zur Sicherstellung der Energieversorgung.
Das Unternehmen verfügt bereits über 63 MW operativer Solarkapazität in seinem Kraftwerk Lauriston. Weitere 336 MW sind in der Entwicklung. Dazu gehört die erste Phase des Huntly BESS (100 MW/200 MWh), die planmäßig und unter Budget im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 in Betrieb gehen soll. Auch das 136 MW Edgecumbe Solar-PV-Kraftwerk ist in Planung.
Zukünftige Wachstumschancen umfassen das 67 MW Leeston Solar-PV-Kraftwerk, dessen finale Investitionsentscheidung für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 erwartet wird. Auch das 271 MW Rangiriri Solar-PV-Kraftwerk, mit einer erwarteten Investitionsentscheidung in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2027, gehört dazu. Genesis evaluiert zudem weitere Optionen zur Netzstabilisierung. Hierzu zählen Gasspeicher, Biomasse und eine 50-100 MW Spitzenlastanlage in Huntly. Diese Maßnahmen unterstreichen das Engagement von Genesis Energy für eine robuste und nachhaltige Energiezukunft Neuseelands.





