FlexGen, ein Spezialist für Batteriespeicher-Systeme (BESS), hat zwei große Projekte in Wisconsin und Iowa, USA, in Betrieb genommen. Diese Anlagen verfügen über eine Gesamtkapazität von 700 MWh und sollen die Energiespeicherung für den Versorger Alliant Energy optimieren. Sie sind ein wichtiger Schritt zur Integration erneuerbarer Energien in das Stromnetz.
Wichtige Fakten
- FlexGen hat zwei BESS-Projekte mit insgesamt 700 MWh in den USA in Betrieb genommen.
- Die Anlagen befinden sich in Wisconsin (Wood County) und Iowa (Wever).
- Sie unterstützen Alliant Energy bei der Speicherung von Solarstrom.
- Die Systeme sollen die Netzflexibilität erhöhen und Kosten senken.
- FlexGen integriert seine HybridOS-Software für das Energiemanagement.
Neue Energiespeicher stärken das Netz
Die beiden neuen Batteriespeicher-Anlagen sind von entscheidender Bedeutung für die regionale Energieversorgung. Das 75 MW/300 MWh Wood County BESS befindet sich in Saratoga, Wisconsin, direkt neben einem 150 MW Solarpark von Alliant Energy. Dies erhöht die geplante und in Betrieb befindliche Energiespeicherkapazität von Alliant Energy in Wisconsin auf 275 MW.
Die zweite Anlage, das 100 MW/400 MWh Wever BESS, liegt in Südost-Iowa. Auch dieses System ist neben einer 150 MW Solar-PV-Anlage von Alliant Energy platziert. Mit der Fertigstellung dreier weiterer Projekte wird die gesamte Batteriespeicherkapazität in Iowa voraussichtlich rund 400 MW erreichen.
Faktencheck
- Wood County BESS: 75 MW / 300 MWh
- Wever BESS: 100 MW / 400 MWh
- Gesamtkapazität: 175 MW / 700 MWh
- Standorte: Wisconsin und Iowa, USA
24/7 Überwachung für maximale Effizienz
Alliant Energy betont, dass beide BESS-Anlagen rund um die Uhr überwacht werden. Dies ermöglicht es den Betreibern, sofort auf Leistungsänderungen zu reagieren und die Systeme optimal zu steuern. Eine solche kontinuierliche Überwachung ist entscheidend, um die Stabilität des Netzes zu gewährleisten und auf Schwankungen bei der Stromerzeugung und -nachfrage zu reagieren.
"Durch die Speicherung und Freigabe von solar erzeugter Energie bieten diese BESS-Anlagen Alliant Energy erhöhte Flexibilität und helfen, Kundenkosten zu vermeiden, die mit dem Austausch von Geräten oder dem Bau neuer Leitungen und Masten zur Deckung des steigenden Energiebedarfs verbunden wären."
Zusätzlich arbeitete Alliant Energy eng mit den örtlichen Feuerwehren zusammen. Dies geschah, um auf mögliche Zwischenfälle an beiden Standorten vorbereitet zu sein. Sicherheit und Notfallplanung sind zentrale Aspekte beim Betrieb solcher großflächigen Energieinfrastrukturen.
Integration von HybridOS Software
FlexGen liefert nicht nur die Hardware, sondern auch Systemintegrationsdienste. Dazu gehört die Nutzung ihrer HybridOS-Energiemanagementsoftware (EMS). Diese Software ist entscheidend für die effiziente Steuerung der Batteriespeicher. Sie optimiert das Laden und Entladen der Batterien, um den größtmöglichen Nutzen aus dem gespeicherten Solarstrom zu ziehen.
Hintergrund: Alliant Energy's Nachhaltigkeitsziele
Alliant Energy hat sich ehrgeizige Ziele im Bereich Nachhaltigkeit gesetzt. Das Unternehmen plant, die Treibhausgasemissionen aus seinem Versorgungsbetrieb bis 2030 um 50% gegenüber dem Niveau von 2005 zu senken. Bis 2040 will Alliant Energy komplett aus der Kohleverstromung aussteigen. Das langfristige Ziel ist Netto-Null-Treibhausgasemissionen aus dem Versorgungsbetrieb bis 2050.
Bereits im Oktober 2025 integrierte Alliant Energy in Wisconsin sein erstes 100 MW/400 MWh BESS neben einem 200 MW Solarprojekt in Grant County. Diese Projekte sind wichtige Bausteine auf dem Weg zu einer kohlenstofffreien Energieversorgung.
FlexGen erweitert Marktpräsenz
Die aktuellen Projekte sind auch im Kontext der Marktentwicklung von FlexGen zu sehen. Im August 2025 erhielt FlexGen die gerichtliche Genehmigung zur Übernahme von Vermögenswerten des insolventen Konkurrenten Powin. Das US-Insolvenzgericht für den Distrikt New Jersey genehmigte FlexGens Vorschlag, einen bedeutenden Teil der Powin-Operationen zu erwerben.
Dieser Deal ermöglichte es FlexGen, alle geistigen Eigentumsrechte von Powin zu erwerben. Dazu gehören Hardware, Software und IT-Systeme. FlexGen kaufte auch Powins Ersatzteilbestand. Zukünftig werden Powins Feldprojekte mit dem Remote Operations Center (ROC) von FlexGen verbunden. Darüber hinaus wird HybridOS, FlexGens Steuerungssoftware, auch Powins Kunden zur Verfügung gestellt. Dies stärkt FlexGens Position auf dem Markt für Batteriespeichersysteme erheblich.
Vorteile für die Kunden
Die Integration von Batteriespeichersystemen bietet mehrere Vorteile. Einer der wichtigsten ist die erhöhte Flexibilität für den Energieversorger. Wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht, können die gespeicherten Energiereserven abgerufen werden. Dies reduziert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und ermöglicht eine stabilere Stromversorgung.
Ein weiterer Vorteil sind die potenziellen Kosteneinsparungen für Kunden. Durch die Speicherung von Energie in Zeiten geringer Nachfrage und die Freigabe in Spitzenzeiten können teure Infrastrukturinvestitionen, wie der Bau neuer Leitungen, vermieden werden. Dies trägt dazu bei, die Stromkosten langfristig stabil zu halten.
Blick in die Zukunft der Energiespeicherung
Die Entwicklung im Bereich der Batteriespeichersysteme schreitet schnell voran. Veranstaltungen wie der Energy Storage Summit USA, der vom 24. bis 25. März 2026 in Dallas, TX, stattfinden wird, sind entscheidend für den Austausch von Wissen und die Diskussion zukünftiger Herausforderungen. Themen wie FEOC-Herausforderungen (Foreign Entities of Concern), Prognosen zur Stromnachfrage und das Management der BESS-Lieferkette stehen dort im Mittelpunkt.
Diese Projekte von FlexGen und Alliant Energy sind ein klares Zeichen für den fortschreitenden Übergang zu erneuerbaren Energien. Sie zeigen, wie moderne Technologie genutzt wird, um die Energieinfrastruktur widerstandsfähiger, effizienter und nachhaltiger zu machen. Die Investitionen in Batteriespeicher sind ein Schlüsselelement für die Energiewende und die Erreichung globaler Klimaziele.





