Ein Großprojekt zur Erzeugung von grünem Wasserstoff in Australiens Northern Territory hat einen wichtigen Schritt getan. Ein Joint Venture aus TotalEnergies und Eren Groupe hat die Umweltgenehmigung für eine Solar- und Speicheranlage mit 6 GWh beantragt. Dies ist die erste Phase für eine geplante Solar-Wasserstoff-Produktion und den Export in der Region.
Wichtigste Punkte
- Erster Schritt für grüne Wasserstoffproduktion im Northern Territory.
- Solaranlage mit bis zu 2,7 GWp und 6 GWh Batteriespeicher.
- Standortwahl minimiert Auswirkungen auf die Artenvielfalt.
- Jährliche Produktion von über 80.000 Tonnen grünem Wasserstoff geplant.
Wak Wak Solarfarm: Energie für die Zukunft
Die geplante Wak Wak Solarfarm liegt etwa 48 Kilometer südöstlich von Darwin, im Verwaltungsgebiet Litchfield. Sie soll eine Solar-PV-Kapazität von bis zu 2,7 Gigawatt Peak (GWp) umfassen. Dazu kommt ein Batteriespeichersystem (BESS) mit einer Kapazität von 6 Gigawattstunden (GWh). Das Projekt wurde gemäß dem australischen Umweltgesetz (Environment Protection and Biodiversity Conservation Act, EPBC Act) zur Prüfung eingereicht.
Die Darwin H2 Project Nominee, als Treuhänderin für den Darwin H2 Hub Project Trust, entwickelt die Anlage. Sie handelt im Auftrag von TE H2, einem Joint Venture, das sich auf Multi-Energieprojekte im Gigawatt-Maßstab weltweit konzentriert. TotalEnergies hält 80 Prozent dieses Ventures, die Eren Groupe die restlichen 20 Prozent.
Faktencheck
- Kapazität: Bis zu 2,7 GWp Solar-PV.
- Speicher: 6 GWh Batteriespeichersystem.
- Standort: 48 km südöstlich von Darwin.
- Partner: TotalEnergies (80%), Eren Groupe (20%).
Umweltschutz im Fokus
Die Planer haben bei der Auswahl des Standortes und der Gestaltung des Projekts besonders auf den Umweltschutz geachtet. Das Projektgebiet umfasst bis zu 3.400 Hektar. Die beabsichtigte Eingriffsfläche beträgt bis zu 2.500 Hektar. Diese wurde durch umfassende ökologische Gutachten ermittelt.
Darwin H2 hat 900 Hektar als Wildtierkorridore zwischen den einzelnen Abschnitten der Eingriffsfläche vorgesehen. Diese Korridore müssen während der gesamten Betriebszeit des Projekts fortlaufend gepflegt werden. Der Standort wurde bewusst in Gebieten mit beeinträchtigter Lebensraumqualität gewählt, um die Auswirkungen auf die Artenvielfalt zu minimieren. Der Antrag nach dem EPBC Act identifiziert potenzielle Auswirkungen auf sieben im EPBC-Gesetz gelistete bedrohte Arten.
"Wir haben den Standort sorgfältig ausgewählt, um die Belastung für die Umwelt zu minimieren und gleichzeitig ein Projekt von enormer Bedeutung für die Energiewende zu realisieren."
Herausforderungen durch Buschbrände und invasive Pflanzen
Karten zur Häufigkeit von Bränden zeigen, dass der größte Teil des Projektgebiets seit dem Jahr 2000 zwanzig oder mehr Mal gebrannt hat. Einige nördliche Abschnitte waren in diesem Zeitraum etwa zwölf Mal von Spätjahresbränden betroffen. Dieses Brandregime hat die mittlere Vegetationsschicht stark reduziert und zur weiten Verbreitung von Gamba-Gras beigetragen. Gamba-Gras ist im Northern Territory als schädliches Unkraut eingestuft.
Hintergrund: Gamba-Gras
Gamba-Gras (Andropogon gayanus) ist eine invasive Grasart, die in vielen Teilen Australiens, insbesondere im Northern Territory, große Probleme verursacht. Es wächst schnell, bildet dichte Bestände und erhöht die Brandgefahr erheblich, da es als Brennstoff für intensivere Brände dient. Dies bedroht die heimische Flora und Fauna.
Das Projektdesign hat bekannte heilige Stätten, überschwemmungsgefährdete Gebiete, hochwertige Vegetation, Lebensräume bedrohter Arten und Fundorte bedrohter Pflanzen gemieden. Der größte Teil des Projektgebiets liegt auf einem unbefristeten Pachtgrundstück, kleinere Teile auf Eigentumsland.
Grüner Wasserstoff für Industrie und Export
Das Solarkraftwerk soll erneuerbare Energie für die bestehende Industrie in der Region Greater Darwin erzeugen. Es soll auch eine geplante Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff im Middle Arm Precinct versorgen. Das breitere Darwin H2 Hub Projekt zielt darauf ab, jährlich mehr als 80.000 Tonnen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu produzieren.
Der Zugang zum Gelände ist über den Arnhem Highway geplant. Die genaue Route wird noch mit den zuständigen Behörden abgestimmt und eine Verkehrsanalyse durchgeführt.
Die Rolle der Übertragungsleitung
Das Solarkraftwerk ist eng mit der geplanten Übertragungsinfrastruktur verbunden. Diese soll die erneuerbare Energie zum Middle Arm Precinct leiten. Eine Freileitung ist innerhalb eines bestehenden, etwa 30 Kilometer langen und 50 Meter breiten Versorgungskorridors der Regierung des Northern Territory geplant. Sie ist Teil des breiteren Territory Energy Link, der derzeit von der NT-Regierung entworfen wird.
Die Übertragungsleitung wurde von diesem Umweltgenehmigungsverfahren ausgenommen. Dies liegt an laufenden kommerziellen Verhandlungen und der Koordination mit der NT-Regierung bezüglich der Nutzung des vorgesehenen Versorgungskorridors. Darwin H2 hat angedeutet, dass der Besitz und Betrieb der Freileitung letztendlich bei der NT-Regierung liegen könnte. Sie würde dann als gemeinsamer Korridor für mehrere Projektträger und verschiedene Arten öffentlicher Infrastruktur dienen.
Projektentwicklung und Zukunftsaussichten
Das Projekt befindet sich derzeit in der Konzeptentwicklungsphase. Eine gestaffelte Entwicklung über die gesamte Betriebszeit ist möglich. Die Arbeiten umfassen:
- Landrodung und Standortvorbereitung.
- Bau der Solar-PV- und BESS-Infrastruktur.
- Laufender Betrieb und Wartung, einschließlich regelmäßiger Reinigung der Solarmodule.
- Mögliche Modernisierung nach 30 Jahren Betriebszeit.
- Schließlich die Stilllegung und Rekultivierung des Standorts.
Dieses Großprojekt unterstreicht Australiens Engagement für erneuerbare Energien und die Produktion von grünem Wasserstoff. Es soll einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Emissionen und zur Schaffung einer nachhaltigen Energiezukunft leisten.





