KTM erweitert sein Angebot um ein neues Modell: die 690 Rally. Dieses Motorrad basiert auf der bewährten 690 Enduro R, wurde jedoch speziell für den Rallye-Einsatz und anspruchsvolle Touren konzipiert. Mit einem größeren Tank und spezieller Rallye-Ausstattung zielt sie auf Fahrer ab, die lange Distanzen im Gelände zurücklegen möchten.
Wichtige Punkte
- Die KTM 690 Rally basiert auf der Enduro R, ist aber für Rallye-Einsätze optimiert.
- Sie verfügt über drei Tanks mit insgesamt 20 Litern Fassungsvermögen.
- Der 693 cm³ LC4-Einzylindermotor leistet 79 PS.
- Das Trockengewicht beträgt nur 161,5 kg, was sie sehr geländetauglich macht.
- Ein hochwertiges WP-Fahrwerk mit langen Federwegen sorgt für exzellente Dämpfung.
KTMs Rallye-Erbe und der LC4-Motor
KTM hat eine lange und erfolgreiche Geschichte im Rallye-Sport. Die Marke gewann die Rallye Dakar beeindruckende 21 Mal. Schon in den 1980er Jahren begann KTM, Einzylinder-Motoren für den harten Geländeeinsatz zu entwickeln. Zuerst nutzten sie luftgekühlte Rotax-Motoren, ab 1987 dann den selbst entwickelten, wassergekühlten LC4-Motor.
Bis 2007 bot KTM die LC4 640 Adventure an, ein Motorrad mit großem Tank und Windschutz, das für Wüsten- und Dschungeldurchquerungen gebaut war. Diese Tradition setzt sich nun mit der 690 Rally fort.
Fakt: Stärkster Serien-Einzylinder
Der LC4-Motor von KTM gilt als der stärkste Serien-Einzylinder auf dem Markt. Mit 693 cm³ Hubraum und 79 PS bei 8000 U/min bietet er reichlich Leistung für die 690 Rally, die 690 SMC R und die 690 Enduro R.
Obwohl KTM auch Zweizylinder-Adventure-Bikes im Programm hat, die geländetauglich sind, sind diese durch ihren Fokus auf Reisekomfort und Straßentauglichkeit schwerer. Die neue 690 Rally konzentriert sich hingegen auf maximale Geländetauglichkeit und geringes Gewicht.
Design und Ausstattung für das Gelände
Die 690 Rally ist hoch und schlank gebaut, ein klares Zeichen für ihren vorgesehenen Einsatzbereich abseits befestigter Straßen. Der Rallyturm mit Windschild ist funktional gestaltet. Er bietet Windschutz und Platz für ein neues 4,2-Zoll-TFT-Display.
Die Navigation erfolgt entweder über die Pfeilnavigation eines via Bluetooth verbundenen Handys oder ein optionales Navigationsgerät, das in die serienmäßige Halterung im Rallyturm passt. Dies erleichtert die Orientierung auf langen Etappen in unbekanntem Terrain.
Drei Tanks für maximale Reichweite
Ein herausragendes Merkmal der 690 Rally ist ihr Tankkonzept. Während die 690 Enduro R einen 13-Liter-Tank im Heck hat, erhält die Rally-Version zusätzlich einen sieben Liter fassenden Doppeltank vorne. Dies ergibt ein Gesamtfassungsvermögen von 20 Litern.
Diese Verteilung auf drei Tanks optimiert den Schwerpunkt und ermöglicht es Fahrern, längere Strecken durch unbesiedelte Gebiete zurückzulegen, ohne sich ständig um die nächste Tankstelle sorgen zu müssen. Der pulverbeschichtete Gitterrohrrahmen mit angeschraubtem Heckrahmen, übernommen von der 690 Enduro R, gilt als sehr robust.
„Die Reduzierung des Gewichts im Gelände ist ein entscheidender Vorteil. Die 690 Rally bietet hier einen klaren Mehrwert gegenüber schwereren Zweizylinder-Modellen.“
Gewichtsvorteil im Gelände
Mit einem Trockengewicht von 161,5 kg bleibt die 690 Rally selbst mit vollen Tanks bei etwa 180 kg. Zum Vergleich: Eine KTM 890 Adventure R wiegt vollgetankt etwa 215 kg. Der Gewichtsunterschied von rund 35 kg ist im Gelände spürbar und erleichtert das Handling erheblich.
Fahrwerk und Bremsen für anspruchsvolle Bedingungen
Das WP-Fahrwerk der 690 Rally ist auf höchste Anforderungen ausgelegt. Vorne kommt eine 48 mm Upside-down-Gabel zum Einsatz. Hinten arbeitet ein Federbein mit Pro-Lever-Umlenkung, das für eine progressive Federung sorgt. Das bedeutet, dass die Federung bei leichten Unebenheiten sensibel anspricht, aber auch bei großen Schlägen oder Sprüngen nicht durchschlägt.
Der Federweg der Gabel beträgt 265 mm. Der Federweg hinten ist noch nicht offiziell kommuniziert, dürfte aber dem der 690 Enduro R mit 250 mm entsprechen. Das Fahrwerk ist vollständig einstellbar, hinten sogar im High- und Low-Speed-Bereich, was präzise Anpassungen an verschiedene Untergründe ermöglicht.
- Vorderrad: 21 Zoll Drahtspeichenrad
- Hinterrad: 18 Zoll Drahtspeichenrad
- Bereifung: Grobstollige Conti-TKC-80-Reifen
Die Bremsen stammen von Brembo. Vorne arbeitet ein Zweikolben-Schwimmsattel auf einer 300 mm Bremsscheibe, hinten ein Einkolben-Schwimmsattel auf einer 240 mm Scheibe. Die Zug- und Druckstufe an den Gabelholmen lässt sich ohne Werkzeug und sogar während der Fahrt verstellen.
Elektronik und Komfort im Überblick
Die 690 Rally verfügt über einen elektronischen Gasgriff und bietet die Fahrmodi Street und Offroad. Der spezielle Rally-Modus, der „Dynamic Slip Adjust“ für erhöhten Radschlupf enthält, ist jedoch nur gegen Aufpreis erhältlich. Die serienmäßige schräglagenabhängige Schlupfregelung lässt sich für den Geländeeinsatz deaktivieren, ebenso wie das Kurven-ABS, das wahlweise nur am Hinterrad oder ganz abgeschaltet werden kann.
Die Sitzhöhe von 935 mm macht die 690 Rally eher für größere Fahrer geeignet. Obwohl KTM die schmale Sitzbank als komfortabel beschreibt, dürfte sie vor allem viel Bewegungsfreiheit bieten. Breite, gezackte Fußrasten und ein hoher Lenker sorgen für guten Halt und eine entspannte Körperhaltung im Stehen.
Wartungsintervalle und Garantie
Für Fernreisende ist die lange Wartungsintervalle erfreulich: Ein Ölwechsel ist nur alle 15.000 km vorgeschrieben. KTM gewährt zudem eine Garantie von vier Jahren.
Preis und Verfügbarkeit
Der genaue Preis der KTM 690 Rally steht noch nicht fest. Da die 690 Enduro R knapp unter 13.000 Euro kostet, wird erwartet, dass die Rally-Version zwischen 14.000 und 15.000 Euro liegen wird. Die Auslieferung der ersten Modelle soll bereits im Oktober beginnen.





