Yamaha präsentiert die überarbeitete Ténéré 700 World Raid, eine Fernreise-Enduro, die sich in ersten Tests als leistungsfähiger und komfortabler erweist. Dieses Modell, bekannt für seine Offroad-Fähigkeiten und seine lange Geschichte im Rallye-Sport, wurde in wichtigen Bereichen verbessert, um sowohl auf der Straße als auch im Gelände zu überzeugen.
Wichtige Neuerungen
- Zwei Tanks mit insgesamt 23 Litern Fassungsvermögen für erhöhte Reichweite.
- Überarbeitetes Fahrwerk mit KYB-Komponenten und 46 mm Upside-down-Gabel.
- Optimierter 689 cm³ Reihenzweizylinder für mehr Drehmoment im unteren Bereich.
- Neue Elektronikpakete inklusive Kurven-ABS und anpassbaren Fahrmodi.
- Einteilige Rallysitzbank und verbesserter Windschutz.
Die Historie der Ténéré: Eine Legende kehrt zurück
Der Name Ténéré ist in der Welt der Enduros tief verwurzelt. Seine Ursprünge reichen zurück in die frühen 1980er Jahre, als Yamaha XT-Modelle die anspruchsvolle Rallye Paris-Dakar durch die Sahara meisterten. Die damalige XT 600 Ténéré gilt als Wegbereiterin der Einzylinder-Reiseenduros. Benannt nach einem riesigen, menschenleeren Gebiet der Sahara, das größer ist als Deutschland, verspricht die aktuelle Generation, diesem Erbe gerecht zu werden.
Die Ténéré 700 World Raid knüpft an diese Tradition an und bringt gleichzeitig moderne Technik und Verbesserungen mit sich. Sie soll Abenteurer auf langen Reisen und in anspruchsvollem Terrain begleiten.
Hintergrund: Die Sahara-Wüste
Die Ténéré ist ein Wüstengebiet in der südlichen Sahara, das sich über Teile von Niger und Tschad erstreckt. Mit einer Fläche von etwa 400.000 Quadratkilometern ist es eines der größten und unzugänglichsten Wüstengebiete der Welt, bekannt für seine extremen Bedingungen und weiten Sanddünen. Dieser Name symbolisiert das Abenteuer und die Herausforderung, für die die Yamaha Ténéré-Modelle stehen.
Technische Details und Motorleistung
Das Herzstück der Ténéré 700 World Raid bildet ein 689 cm³ großer Reihenzweizylinder, der 54 kW (73 PS) Leistung und 68 Nm Drehmoment liefert. Obwohl die Spitzenleistung unverändert bleibt, haben die Ingenieure das Ansaugsystem neu gestaltet. Dies führt zu einem spürbar kräftigeren Drehmoment im unteren Drehzahlbereich, was besonders im Gelände von Vorteil ist.
Das Getriebe wurde für sanftere Schaltvorgänge optimiert und arbeitet präzise. Für sportlichere Fahrer steht optional ein Quickshifter zur Verfügung. Die Maschine wiegt vollgetankt 220 kg. Im Vergleich dazu sind Konkurrenten wie die Aprilia Tuareg 660 (207 kg) und Honda XL Transalp 750 (208 kg) leichter, die Yamaha bietet jedoch eine größere Tankkapazität.
„Der CP2-Motor liefert einen hervorragenden Durchzug, was im Gelände entscheidend ist. Gleichzeitig scheut er sich nicht, auch auf der Landstraße zügig bis zur Nenndrehzahl von 9000 U/min zu drehen.“
Neues Fahrwerk für maximale Kontrolle
Eine der auffälligsten Verbesserungen ist das überarbeitete Fahrwerk mit hochwertigen KYB-Komponenten. Die voll einstellbare Upside-down-Gabel hat einen Durchmesser von 46 mm, drei Millimeter mehr als zuvor. Sie bietet 230 mm Federweg und eine reibungsreduzierende Beschichtung im Inneren, die für ein extrem feinfühliges Ansprechverhalten sorgt. Auch die Gabelbrücken wurden neu gestaltet, um die Steifigkeit zu erhöhen, ohne das Gewicht zu steigern.
Das voll einstellbare Federbein am Heck bietet 220 mm Federweg und eine verbesserte Umlenkungsgeometrie, was die Bodenfreiheit erhöht. Die Vorspannung des Federbeins lässt sich bequem über ein Handrad einstellen. Diese Fahrwerksmodifikationen ermöglichen es der World Raid, Schotterwege, Sandpisten und tiefe Löcher souverän zu meistern.
Fahrwerksdaten im Überblick
- Federweg vorn: 230 mm
- Federweg hinten: 220 mm
- Sitzhöhe: 890 mm
- Gabeldurchmesser: 46 mm (plus 3 mm)
Design und Ausstattung für Abenteurer
Die Ténéré 700 World Raid präsentiert sich mit einer frisch überarbeiteten Optik. Vier eckige LED-Spots sind in der hoch aufragenden Verkleidung integriert, die von einem fast senkrecht stehenden Windschild gekrönt wird. Dieser bietet einen angemessenen Schutz vor Wind und Wetter. Die beiden neu gestalteten Tanks sind um 1,5 Kilogramm leichter und bieten zusammen ein Volumen von 23 Litern. Dies ermöglicht eine enorme Reichweite für lange Etappen ohne Tankstopp.
Die einteilige Rallysitzbank erleichtert die Gewichtsverlagerung, was im Gelände von Vorteil ist. Mit einer Sitzhöhe von 890 mm ist die Maschine allerdings eher für größere Fahrer geeignet. Ein Aluminium-Motorschutz, Kunststoff-Tankschutz und Handprotektoren gehören zur Serienausstattung und unterstreichen den Offroad-Charakter.
Bremsen und Assistenzsysteme
Für eine sichere Verzögerung sorgen vorne zwei Zweikolben-Bremszangen von Brembo, die auf 282-mm-Bremsscheiben wirken. Die Bremsen bieten eine klare Rückmeldung und sind dank der serienmäßigen Stahlflex-Bremsleitungen besonders effektiv. Die Kayaba-Gabel taucht selbst bei starken Bremsmanövern kaum ein, was für eine verbesserte Progression spricht und die Stabilität in Kurven erhöht. Die hintere Bremse unterstützt unauffällig, lässt sich jedoch im Gelände bei deaktiviertem ABS gut dosieren.
Die World Raid verfügt über ein umfassendes Elektronikpaket: Kurven-ABS, Schlupfregelung und Slide-Kontrolle sind integriert. Fahrer können zwischen den Modi „Street“ und „Off Road“ wählen oder die elektronischen Helfer bei Bedarf komplett abschalten. Zwei Power-Modi stehen zur Verfügung, wobei der „Sport“-Modus eine direkte Gasannahme und kräftige Leistungsentfaltung bietet.
Elektronische Helfer
- Kurven-ABS
- Schlupfregelung
- Slide-Kontrolle
- Fahrmodi: Street, Off Road
- Power-Modi: Explorer, Sport
Modernes Cockpit und Konnektivität
Das Cockpit ist mit einem senkrecht stehenden 6,3-Zoll-TFT-Display ausgestattet. Über einen Knopf am rechten Lenkerende lässt sich das Pop-up-Menü intuitiv bedienen. Besonders erfreulich ist die Rückkehr des dedizierten ABS-Knopfes, der ein schnelles Ein- und Ausschalten des Blockierverhüters ermöglicht. Die Menüführung ist logisch und benutzerfreundlich gestaltet. Das Display bietet verschiedene Darstellungsoptionen wie „Explorer“, „Street“ und „Raid“.
Zudem lässt sich das Display mit dem Smartphone des Fahrers verbinden, was die Integration von Funktionen wie einer Pfeilnavigation ermöglicht. Diese Konnektivität erhöht den Komfort auf langen Reisen und im Alltag.
Preis und Fazit
Die Yamaha Ténéré 700 World Raid ist für 13.699 Euro inklusive Nebenkosten und fünf Jahren Garantie erhältlich. Für diesen Preis erhalten Käufer ein Motorrad mit einem erstklassigen Fahrwerk, einem brillanten Motor und einer beeindruckenden Reichweite. Das Abenteuer-Image der Ténéré gibt es dabei gratis dazu.
Optionales Zubehör wie ein Quickshifter, Aluminium-Koffer oder Soft-Taschen, Sturzbügel und ein hochgelegter Vorderradkotflügel ermöglichen eine individuelle Anpassung an die Bedürfnisse des Fahrers.
Vergleichbare Modelle
Im Segment der Reiseenduros konkurriert die Ténéré 700 World Raid mit Modellen wie der Honda XL 750 Transalp, der Aprilia Tuareg 660 und der KTM 1390 Super Adventure S Evo. Jedes dieser Modelle bietet spezifische Vorteile, doch die Yamaha überzeugt durch ihre ausgewogene Mischung aus Offroad-Fähigkeiten, Komfort und Zuverlässigkeit.

